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Gerangel um sieben Hausmeisterstellen für Essener Schulen

04.09.2012 | 14:00 Uhr
Gerangel um sieben Hausmeisterstellen für Essener Schulen
Schulhausmeister müssen oft Überstunden machen.Foto: Ulrich von Born

Essen.  Schulhausmeister sind Mädchen für alles und das auch nach Schulschluss - da fallen schnell Überstunden an und der Krankenstand ist hoch. Trotzdem sollen sieben Stellen in der Stadt gestrichen werden. Der Personalrat hingegen fordert eine spürbare Aufstockung.

Eigentlich ist es ja ganz einfach: Wer nach Unterrichtsschluss noch ins Schulhaus will, oder in die Turnhalle, der soll künftig doch bitteschön selber abschließen. An manchen der gut 190 Schulstandorten zwischen Kettwig und Karnap könnte auch ein elektronisches Schließsystem helfen, vor allem dort, wo es nur durchs Schulhaus in die Sporträume geht. Unterm Strich steht in der aktuellen „städtischen Aufgabenkritik“ ein Minus von sieben Stellen bei der Schulhausmeisterei. Sieben Stellen, das müsste zu schaffen sein.

Oder doch nicht? „Sieben Stellen – klar geht das“, sagt Dirk Achatz, stellvertretender Vorsitzender des Personalrats der Stadt, zuständig für die Hausmeister-Kollegen. „Aber dann muss die Stadt dafür auch eine reelle Ausgangssituation schaffen.“ Und von geordneten Verhältnissen, betont Achatz, sei die Stadt bei Essens Schulhausmeistern weit entfernt.

Hausmeister als "Mädchen für alles"

Der Job produziert Überstunden, das ist zunächst mal allen Beteiligten klar und lässt sich schnell erklären. 46,75 Stunden in der Woche stehen bei einem Schulhausmeister im Tarifvertrag, ein Drittel davon ist als Bereitschaftsdienst abzuleisten. Von morgens um sieben bis nachmittags um 17 Uhr, wenn der offene Ganztag schließt, ist der Hausmeister im Dienst, als „Mädchen für alles“, von der Grünpflege bis zum Glühbirnentausch, von der Wartung der Heizung bis zum Winterdienst.

Wenn dann abends noch Schulveranstaltungen anstehen, Volkshochschule, Musikschule oder die Theater AG die Räume nutzen, wenn die Sportvereine in die Turnhallen drängen, dann geht das alles aufs Überstundenkonto.

Urlaubssperren in den Sommerferien

Sicher, einige Vereine haben bereits die Hallenschlüssel, aber nicht an allen Standorten ließen sich bislang verlässliche Vereinbarungen für den Schließdienst treffen, mancherorts geht es auch nicht nur um eine Tür. Dazu kommt, dass viele Hausmeister zwei Schulen betreuen müssen, zum Teil mit Bus und Bahn zwischen den Standorten pendeln, dazu noch kranke Kollegen vertreten sollen. Selbst in den Sommerferien gab es Urlaubssperren. „Tatsächlich ist der Bereitschaftsdienst längst komplett der Arbeitszeit zugeschlagen worden“, sagt Personalrat Dirk Achatz . „Sonst würde doch gar nichts mehr laufen.“

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Kommentare
05.09.2012
18:51
Gerangel um sieben Hausmeisterstellen für Essener Schulen
von spinneimnetz45 | #12

"Da bleibt mir glatt die Spucke weg"! Da wird ein auf der Leiter stehender gut gelaunter Hausmeister fotografiert, der zuständige Personalrat trällert...
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Gerangel um sieben Hausmeisterstellen für Essener Schulen
Gerangel um sieben Hausmeisterstellen für Essener Schulen
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/gerangel-um-sieben-hausmeisterstellen-fuer-essener-schulen-id7058008.html
2012-09-04 14:00
Essen, Hausmeister, Bereitschaftsdienst, Schließsystem, elektronisch, Sommerferien
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