Geldautomaten in Essen gesprengt – Polizei nimmt vier Verdächtige fest

Mittwochnacht sprengten Männer zwei Geldautomaten in Essen-Altenessen. Der Vorraum der Santander Bank an der Vogelheimer Straße wurde besonders schwer beschädigt.
Mittwochnacht sprengten Männer zwei Geldautomaten in Essen-Altenessen. Der Vorraum der Santander Bank an der Vogelheimer Straße wurde besonders schwer beschädigt.
Foto: KDF-Television & Picture
Was wir bereits wissen
  • zwei Geldautomaten wurden am Morgen in Essen mit einem Gasgemisch gesprengt
  • Polizei nimmt vier Verdächtige fest in der Nähe der Tatorte
  • Staatsanwaltschaft ist bei Details zurückhaltend

Essen.. Die landesweite Serie von Geldautomaten-Sprengungen hat am Mittwoch Essen erreicht: Am frühen Morgen rissen Explosionen Anwohner der Vogelheimer und der Altenessener Straße aus dem Schlaf. Mit einem Gasgemisch ließen Kriminelle Geräte in Filialen der Commerzbank und der Santander Bank in die Luft gehen. Dank detaillierter Zeugenhinweise nahm die Polizei vier Verdächtige in der Nähe der 100 Meter voneinander entfernten Tatorte fest. Angeblich soll es sich bei den Männern um Hochkaräter aus der Automatenknacker-Szene handeln.

Schon deshalb war der Zugriff einer mit Seltenheitswert, den die Behörde entsprechend publik machen wollte. Bundesweit war das Interesse an Informationen groß. Doch aus der für den Mittag anberaumten Pressekonferenz wurde nichts. Die Polizei sagte sie nach einem Veto der Staatsanwaltschaft kurzerhand ab. Die Begründung: „Noch laufende Maßnahmen lassen es angezeigt erscheinen, die Pressekonferenz auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.“ Es gab offenbar Hinweise auf weitere Täter.

Oberstaatsanwältin hält sich bedeckt

„Wir sind ganz am Anfang der Ermittlungen“, stellte Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens auf Nachfrage klar: „Die Festgenommenen sind nicht sicher identifiziert.“ Mehr sagte die Leiterin der auch für Sprengstoff-Delikte zuständigen Abteilung für Kapitalverbrechen nicht.

Bekannt ist deshalb bislang nur: Die Foyers der Banken wurden massiv beschädigt und die Polizei konnte diverse Beweismittel sicherstellen. Darunter das vermeintliche Fluchtfahrzeug, ein silberfarbener Mercedes mit Bonner Kennzeichen, der auf einem Hinterhof geparkt war, und zwei Motorroller, die die Täter in einer nahen Erdgeschosswohnung versteckt hatten. Am Donnerstag werden die Behörden voraussichtlich mehr Details bekannt geben.

Großteil der Taten bleibt ungeklärt

In Nordrhein-Westfalen gibt es seit Monate eine Serie von Geldautomatensprengungen. Dahinter vermutet die Polizei unter anderem Banden aus den benachbarten Niederlanden und Nachahmer. Besonders häufig passiert es am Niederrhein. Innenminister Jäger hat den Banken mehrfach zur Installation von Farbkartuschen geraten. Der Großteil der Taten ist nach wie vor ungeklärt. Die Polizei hat bereits in der Vergangenheit einzelne mögliche Täter festgenommen.

Immer wieder schlagen die Täter nachts zu, flüchten schnell - und nehmen teils hohe Beutesummen mit. Das Landeskriminalamt hat eine Sonderkommission "Heat" eingerichtet. "Die Täter sind nie länger als fünf Minuten am Tatort", berichtete Ende 2015 eine LKA-Sprecherin. In dieser Zeit haben sie den Geldautomaten präpariert, ein Gasgemisch eingeleitet, zur Explosion gebracht und aus den Trümmern das Bargeld mitgenommen.