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Gekommen, um zu bleiben GfK

29.08.2007 | 21:43 Uhr

Das Publikum der Loveparade ist jünger als in Berlin, aufgeschlossen und mobil.Ein breites Bündnis will die Veranstaltung deshalb langfristig an die Region binden

Die Loveparade ist im Ruhrgebiet als Kracher aufgeschlagen. Deshalb wird sie länger als die geplanten fünf Jahre in der Region bleiben. An diesem Plan arbeiten Wirtschaftsförderer und kreative Köpfe. Der Veranstalter Lopavent nimmt das Werben offiziell mit freundlichem Interesse zur Kenntnis und sagt: Wir reden gerne darüber. So etwa in zwei Jahren. Doch hinter den Kulissen werden schon Pläne geschmiedet.

Die Ergebnisse der Besucherbefragung auf der Parade durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) geben der Metropole Ruhr neue Argumente in die Hand. Wie die Verkehrsunternehmen am Samstag auf die harte Tour erfahren haben, sind 80 Prozent der Besucher mit Bus und Bahn angereist, deutlich mehr als in Berlin. Mit 24,9 Jahren ist der Besucherdurchschnitt jünger als in Berlin, dazu passend gibt es einen hohen Anteil an Schülern (21,4), Auszubildenden (13,9) und Studenten (14,7 Prozent).

Weitere Erkenntnisse über das Publikum: Nur jeder dritte Besucher war schon mal auf der Parade, "die meisten der Besucher sind Ersttäter", sagt Sarah Mechler, beim Veranstaler Lopavent für die Markenstrategie zuständig. Ein Ergebnis der Befragung hat auch sie überrascht: Offenkundig hat die Parade mit ihrem Konzept der musikalischen Öffnung Szenen zusammengebracht, die sich sonst selten zusammen zeigen. Die größte Besuchergruppe steht wenig überraschend auf elektronische Tanzmusik. Doch dann folgen Hiphop-Fans, Rapper und Liebhaber von Rockmusik. Sarah Mechler: "Offensichtlich wird unser auf Integration angelegtes Konzept in der Region sehr gut angenommen."

Die Region und die Loveparade passen perfekt zusammen und sollten deshalb eine langfristige Bindung eingehen, sagen auch Hanns-Ludwig Brauser als Chef der Ruhrgebiets-Wirtschaftsförderung und Dieter Gorny, Direktor für Kreativwirtschaft in der Kulturhauptstadtgesellschaft Ruhr 2010. Gorny setzt auf die "Idee, das Ruhrgebiet noch stärker zu bespielen" und der Loveparade einen internationalen Rahmen zu bauen, etwa mit der Wiederbelebung des German Dance Awards.

Die weltweite Aufmerksamkeit für das Ruhrgebiet durch die Loveparade sei "unbezahlbar", sagt Brauser. Die Parade transportiere "ein Bild, das mit dem klassischen Bild des Ruhrgebiets nichts mehr zu tun hat". Er setzt auf die kaufmännische Vernunft des Veranstalters: "Schließlich ist die Parade auch ökonomisch ein Erfolg. Für ihn ebenso wie für die Region."Die Gesellschaft für Konsumforschung GfK gilt als fünftgrößtes Marktforschungsunternehmen der Welt. In Deutschland ermittelt sie unter anderem monatlich einen Konsumklimaindex. Für den Loveparade-Veranstalter Lopavent hat sie während der Veranstaltung 500 Besucher nach ihren Vorlieben, Einschätzungen und ihrer Herkunft befragt. Einige der Ergebnisse: Mehr als 90 Prozent bewerteten die Veranstaltung gut bis sehr gut. Rund 95 Prozent wollen bei der nächsten Parade im Juli 2008 in Dortmund wiederkommen. Rund 50 Prozent kamen mit der Bahn.

Von Kai Süselbeck

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