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Gegensätze glücklich vereint

12.11.2012 | 00:09 Uhr
Gegensätze glücklich vereint
Bilder Panem et circenses Roncalli No Woman in Kray

Verträumt und rasant, klassisch und frech: Die Galapremiere des zwölften „Panem et Circenses“-Programms „No Woman in Kray“ im historischen Spiegelzelt am Jagdhaus Schellenberg macht deutlich, dass es Roncalli-Chef Bernhard Paul nach wie vor versteht, völlig gegensätzliche Darbietungen zu einem harmonischen Ganzen zu vermengen.

Dieser Anspruch zeigt sich schon bei der Doppelspitze der Humorfraktion, die den roten Faden spinnt: Auf der einen Seite die Ruhrpott-Söhne Christian Hirdes und Ludger K., die dem neuen Programm nicht nur den Namen ihres alten gemeinsamen Hits geliehen haben, sondern es auch mit flotten Sprüchen, bissiger Satire und originellen Wortspielen – kurz: mit einem Zwerchfell erschütternden Mix aus modernem Kabarett und Comedy würzen.

Viel Prominenz im Publikum

Für den Kontrast sorgt ein weiteres Duo: Die KGB Clowns, unterstützt von der Clownkellnerin Masha, lassen in ihre traditionelle, körperbetonte Komik Pantomime, Poesie und schräge Ideen einfließen. Dabei bieten sie auch hoch artistische Momente. Als der KGBler Sergey Maslennikov Tennisschläger aus seinem Geigenkasten holt und mit ihnen gekonnt jongliert, erntet er großen Beifall vom Premierenpublikum – darunter Regisseur Sönke Wortmann, Theaterleiter Christian Stratmann, WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz, Oberbürgermeister Reinhard Paß, und Brauereichef Thomas Stauder.

Dabei fängt das Programm, das von einem delikaten Vier-Gang-Menü des Küchenchefs Andreas Mattern begleitet wird, noch eher beschaulich und verträumt an. So erweisen sich Oksana Vielkinas tänzerische Balljonglage und Romina Michelettys biegsame Hoola-Hoop-Einlage noch als eher ruhige, wenn auch schön inszenierte Nummern. Heißer wird es da pünktlich zum Hauptgang: Helena Lehmann an der Stange bedeutet nicht nur hochklassige Artistik, sondern vor allem geballte Erotik. Toppen können das noch die „Sorellas“: Der atemberaubende wie homoerotische Trapeztanz des schweizer Duos lässt manches Herz höher schlagen. Nach diesem temporeichen Höhepunkt erlaubt Regisseur Bernhard Paul zum Ende des knapp vierstündigen Programms einen ruhigen Ausklang mit dem akrobatischen Ballett des Trios „Momento di Passione“. Schlagen kann dies nur die geeiste Torte zum Dessert.

Gordon K. Strahl

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2012-11-12 00:09
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