Gegen diese Konkurrenz hat sich Essen durchgesetzt

Als am Donnerstag feststand, dass die Stadt Essen im Jahr 2017 den Titel „Grüne Hauptstadt“ führen darf, trat Oberbürgermeister Reinhard Paß vors Publikum und sprach Worte des Dankes. Freude war zu hören, Erleichterung, aber auch Respekt und Anerkennung für die „starken Mitbewerber“. Obwohl die Reviermetropole nach der Vorab-Bewertung durch die Technische Jury als Favorit in die Endrunde einzog, war keineswegs klar, ob die Final-Juroren mit ihrer Entscheidung nicht doch noch für eine Überraschung sorgen würden. Schließlich hatte auch die Konkurrenz einiges zu bieten.

Umeå, Schweden

Die Stärken der nordschwedischen 120 000-Einwohner-Stadt Umeå kannte die Essener Delegation bereits aus dem Finale 2014. Umeå ist eine der am schnellsten wachsenden Städte Europas – und setzt auf Ökologie, Soziales und Nachhaltigkeit. Die Stadt hat ein ausgedehntes Radwegenetz, ist umgeben von Naturreservaten, Wanderwegen und der bekannten Schärenlandschaft. Und auch das Thema „Kultur“ spielt in Umeå eine große Rolle: Im Jahr 2014 war die rund 640 Kilometer nördlich von Stockholm gelegene Stadt die „Kulturhauptstadt Europas“. In diesem Jahr setzten die Schweden bei ihrer Bewerbung und im Finale auf Leidenschaft und Innovation.

Nijmegen, Niederlande

Auch Nijmegen trat bereits 2014 im „Grüne Hauptstadt“-Finale an, musste aber letzten Endes – wie in diesem Jahr – ohne den Titel nach Hause fahren. Punkten wollte die 170 000-Einwohner-Stadt damit, dass das Thema „Umweltschutz“ bereits seit den 1970er-Jahren in der ältesten Stadt der Niederlande weit oben auf der Agenda steht. Verschiedene Naturschutzprojekte wurden angestoßen, etwa mit Bio-Gas betriebene Busse, ein besonderes Heizsystem und vertikale Gärten, die an den Außenwänden verschiedener Gebäude angelegt wurden. Das Ergebnis all’ dieser Bemühungen kann sich durchaus sehen lassen: Die Bevölkerung der Stadt Nijmegen wächst, der Energieverbrauch sinkt.

‘s-Hertogenbosch, Niederlande

Die Stadt ‘s-Hertogenbosch war der Neuling im „Grüne Hauptstadt“-Finale. Während Essen, Umeå und Nijmegen schon einmal in der Endrunde vorsprechen durften, war der Auftritt für ‘s-Hertogenbosch eine Premiere. Im Vorfeld wurde daher auch wild spekuliert, ob ‘s-Hertogenbosch von diesem Newcomer-Bonus profitieren würde. Jedenfalls sah sich die 144 000-Einwohner-Stadt gut aufgestellt: mit viel Beschäftigung, abwechslungsreichen Wohnquartieren, gutem öffentlichen Nahverkehr und viel Kultur. Positiv hervorgehoben im Zuge der Bewerbung waren auch der Einsatz für nachhaltige Energienutzung, Umweltschutz allgemein und besonders das Wassermanagement. In ‘s-Hertogenbosch, der Hauptstadt der Provinz Nordbrabant, ist der sogenannte „Green Delta Plan“ entwickelt worden: Die Stadt ist von Wasser geprägt: Und genau das Wasser sorgt für eine grüne Atmosphäre. Die will die Stadt erhalten und weiter entwickeln.