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Gegen den Trend: Mehr Essen-Touristen

19.02.2010 | 11:06 Uhr
Gegen den Trend: Mehr Essen-Touristen

Essen.Erfreuliche Tendenz für Essen als Tourismus-Ziel: Während in vielen deutschen Städten 2009 wegen der Wirtschaftskrise eher zurückgehende Gästezahlen zu registrieren waren, kann sich Essen gegenüber 2008 über ein Plus von 4,3 Prozent freuen.

Die Zahl der Übernachtungen sank allerdings um ein Prozent, was nur scheinbar ein Widerspruch ist. Bei der Essen Marketing GmbH interpretiert man dies so, dass „echte“ Touristen, die Zahl der krisenbedingt kürzer bleibenden Geschäftsleute überkompensiert hätten. Laut einer Studie zieht Essen zudem rein rechnerisch weit mehr Besucher an als die bislang bekannten rund 1,1 Millionen pro Jahr. 4,3 Millionen Auswärtige betten abends ihr müdes Haupt in der Ruhrstadt.

Die Differenz ist einer gestern von der Essen Marketing GmbH (EMG) vorgelegten Studie zu entnehmen und erklärt sich so: Während die offizielle Statistik nur Hotelübernachtungen registriert, fällt die weit höhere Zahl an Privatbesuchen unter den Tisch. Immerhin fast jeder zweite der 304.000 Essener Haushalte empfängt mehr oder weniger oft Besuch von außerhalb - und auch diese Gäste lassen im Schnitt rund 41 Euro in der Stadt. Geld, das überwiegend in den Kassen des Einzelhandels, aber auch bei touristischen Dienstleistern, etwa Museen, landet.

27 Millionen Tagesgäste

Essen kann sich ferner über rund 27 Millionen Tagesgäste freuen, die laut Studie ebenfalls nicht zu verachten sind. Während ein Übernachtungsgast (mit Hotel) rund 168 Euro in Essen ausgibt, ist ein Tagestourist immer noch mit 36 Euro dabei. Der klassische Hotel-Gast ist übrigens immer noch in zwei von drei Fällen geschäftlich in Essen.

Blutleere Fliegenbeinzählerei? Für EMG-Chefin Eva Sunderbrink ist es weit mehr. Wenn hie und da die Existenz einer selbstständigen EMG in Frage gestellt wird, zeige derlei Statistik, wie wichtig ein eigenes Tourismus-Marketing sei. Alles in allem sollen die Gäste für satte 1,3 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr gut sein. Was Sunderbrink stört, sind die vielen unkoordiniert in Essen werkelnden touristischen „Player“: „Wir brauchen einen Masterplan Tourismus.“

Frank Stenglein

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