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US-Fahrzeuge

Gefragte Ersatzteile

11.04.2010 | 16:37 Uhr
Gefragte Ersatzteile

Wie in einem Süßwarenladen sieht’s bei Dietmar Olivier aus. Nur befinden sich in den etwa 600 bunten Kisten keine Bonbons, sondern Gummidichtungen, Muttern und Schrauben: Der Kraftfahrer sammelt sämtliche Kleinteile von US-Fahrzeugen.

Eldorado für Fans von amerikanischen Autos

In einem Lager in Altenessen hat der 48-jährige gelernte Kfz-Mechaniker seine Sammlung untergebracht. Rund 10 000 Kleinteile an der Zahl besitzt Olivier, vorwiegend Original-Teile von General Motors aus den Jahren 1960 bis 1990. Zündschlösser der Kultmarke Pontiac Trans Am finden sich genau so wie Deko-Leisten eines Chevrolets, daneben Kühlergrille und Kotflügel eines Camaro. Ein Eldorado für Fans von US-Autos.

Apropos Eldorado: Einen Eldorado Cabriolet von 1975 nennt Olivier wie den Cadillac De Ville von ‘68 sein Eigen. „Amerikanische Autos faszinieren mich. Die Formen, die Motoren, das Fahrgefühl“, sagt Dietmar Olivier, der seinen Führerschein 1979 machte und zunächst einen Käfer fuhr. Zehn Jahre später legte er sich sein erstes Gefährt aus dem Land der unendlichen Highways zu: „Das war ein Buick, schön groß und breit – eben typisch amerikanisch.“ Olivier sah ihn beim Händler und wusste: „Den muss ich haben.“ Er bekam ihn, für 3500 D-Mark.

Doch die schicken Flitzer haben ihren Haken: Ersatzteile sind schwer zu finden. Olivier flog schließlich 2000 nach Texas und kehrte mit einem Container voller Ersatzteile zurück. Das Sammeln nahm seinen Lauf. Erst waren es nur Kleinteile, mittlerweile stapeln sich bei Olivier auch Motorhauben, Stoßstangen, Auspuffe und Frontmasken – entweder aus den Staaten oder vom Schrottplatz.

Längst ist daraus ein Geschäft geworden, denn Oliviers Bestand hat sich in der Ami-Auto-Szene herumgesprochen. „Zwar findet man heutzutage auch hier im Ruhrgebiet viele Händler für US-Ersatzteile, doch bei mir standen schon welche auf der Matte, die für eine Schraube 500 Kilometer weit gefahren sind.“ Bereits nach seiner Rückkehr aus den USA erkannte er den Nischenmarkt und gründete seine Firma „US Rubber Parts“.

Häufig Besuch bekommt Olivier von Fans der 80er-Jahre-Serie „Knight Rider“, die sich einen Pontiac Trans Am gekauft haben und nun auf der Suche nach Original-Ersatzteilen sind, um sich ihren eigenen K.I.T.T. nachzubauen. Und sie werden fündig, denn zu Oliviers Sammlung gehört auch das rote Lauflichtband, das einst bei K.I.T.T. an der Nase montiert war.

Zahlreiche solcher Anekdötchen kann Olivier erzählen. Die meisten der Besucher würden wahre Prachtkutschen fahren. Eine Augenweide sei das dann. Doch bekomme er auch viel Elend zu sehen: Einer sei mal mit einem schwarzen Firebird von ‘91 vorgefahren. „An sich ein sehr schönes US-Auto. Doch die Klappscheinwerfer fielen bei der Fahrt runter, der rechte Außenspiegel fehlte genau so wie eine Seitenleiste, der Kühlerschlauch war undicht – und die Tankuhr des Spritschluckers stand auch nach 300 gefahrenen Kilometern immer noch auf voll!“

Der Besitzer habe sich lediglich die fehlende Seitenleiste bei Olivier besorgt. „Mittlerweile, hörte ich, hat er den Firebird verkauft und sich einen kleinen Franzosen zugelegt.“

Ilias Abawi

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