Gefährliche Hundeköder in Essen ausgelegt

Foto: Knut Vahlensieck
Was wir bereits wissen
Ein Unbekannter hat auf dem Hörsterfeld in Essen mit Nägeln gespickte Hundeköder ausgelegt. Zwei Hundehalter wurden darauf aufmerksam und alarmierten die Polizei. Einer hängt Plakate auf und bedroht den Täter. Unter deb Betroffenen herrschen Angst und Wut.

Spaziergänger in Horst stoßen seit einigen Tagen am Hörsterfeld auf Zettel, die ein erboster Hundebesitzer an Bänken und Bäumen angebracht hat. Darin warnt dieser vor mit Nägeln gespickten Fleischstücken, die ein Unbekannter dort ausgelegt habe. Dem Verantwortlichen droht der Schreiber ganz unverhohlen mit Selbstjustiz. „Wenn ich dich erwische, frisst Du den Köder selber“, steht da zu lesen.

Die Wut des Hundehalters scheint verständlich, für Hunde könnten die angeblich immer wieder auftauchenden Köder tödliche Folgen haben. So erklärte ein Essener Hundehalter im März, er habe seinen Hund einschläfern lassen müssen, nachdem dieser mutmaßlich vergiftet worden war. Häufig handelt es sich bei Meldungen über Giftköder allerdings um Fehlalarm durch besorgte Tierfreunde. In anderen Fällen stirbt der Hund aus ganz natürlichen Gründen wie Altersschwäche. In manchen Fällen haben die Hunde Rattengift gefressen, das für sie natürlich genauso wenig verträglich ist wie für die Nager. Experten warnen aus diesen Gründen vor Panikmache.

Der aktuelle Vorfall ist offenbar ernst zu nehmen, auch wenn zum Glück noch kein Hund gestorben ist. Zwei Besitzer meldeten sich bei der Polizei, in einem Fall fanden die Beamten auch ein mit Nägeln gespicktes Stück Leberwurst.

An der Stelle im Hörsterfeld gibt es eine große Fläche, auf der Hunde frei laufen dürfen. Dementsprechend beliebt ist der Ort bei Hundehaltern. Diese sind nun aber verunsichert. „Ich lasse meinen Hund jetzt schon an der Leine“, sagt eine Halterin. Auch eine andere erzählt, dass sie „ein bisschen Angst“ habe. „Aber es gibt halt immer Bekloppte. Wohin soll man denn gehen, wenn man sich immer nur Sorgen macht?“, fragt sie. Andere halten es mit dem Zettelschreiber, sie wollen dem Tierquäler eigenhändig zeigen, was sie von den Ködern halten. „Wenn ich den erwische, kann der was erleben“, sagt ein erboster Hundefreund. Einer spricht sogar von der Gründung einer Hundewehr, um den Täter zu stellen.

In der aufgeheizten Atmosphäre sorgen sich nun Eltern, deren Kinder auf dem benachbarten Spielplatz tollen. „Kinder nehmen alles Mögliche in den Mund. Das kann schief gehen, und dann ist eins im Krankenhaus“, sagt eine Spaziergängerin. Die Wiese meiden werden die meisten aber nicht: Die Genugtuung solle der mutmaßliche Täter nicht haben. Am Mittwoch war die Wiese gut besucht.

Die Polizei hat noch keine neuen Informationen bezüglich des Tierquälers, wie Polizeisprecher Lars Lindemann mitteilte. Vorerst sollten Hundehalter auf dem Hörsterfeld lieber Vorsicht walten lassen. Wer weitere Köder findet oder anderweitige Informationen hat, kann sich melden unter: 82 90.