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Metropolradruhr

Gebühren für Metropolräder um bis zu 400 Prozent erhöht

05.03.2013 | 08:00 Uhr
Gebühren für Metropolräder um bis zu 400 Prozent erhöht
Die Preise für das Metropolrad wurden kräftig angehoben.Foto: Birgit Schweizer

Essen.   Eine saftige Preiserhöhung hat die Nutzer des Metropolradruhr überrascht. Kaum rollen die Mieträder ohne öffentliche Mittel, da hebt der Betreiber die Nutzerpreise an: Die verdoppeln oder vervierfachen sich gar, was einige Radler erzürnt. Besonders hart trifft es die Radcard-Abonnenten.

„Mein lieber Herr Gesangsverein, da musste ich echt schlucken“, so lautete die Reaktion unseres Lesers Martin Baumann auf die Preiserhöhung beim Mietradsystem Metropolradruhr , die seit gestern gilt. Die Gebühren haben sich zum Teil verdoppelt, für Abo-Kunden gab es gar ein Plus von mehr als 400 Prozent.

Vervierfachung des Preises

Bislang zahlten Nutzer einen Euro je Stunde. „Jetzt kostet eine halbe Stunde einen Euro, der Preis wurde schlicht verdoppelt“, rechnet Baumann vor. Noch heftiger trifft es Radcard-Abonnenten: 8 Euro kostete der Tarif im Jahr, sie radelten für die Hälfte: 50 Cent je Stunde. Nun radlen sie für 50 Cent nur noch eine halbe Stunde und zahlen 3 Euro monatlich (36 Euro im Jahr): „Das ist eine Vervierfachung.“

„Erhöhungen waren nicht von Anfang an geplant“, sagt Mareike Rauchhaus vom Betreiber Nextbike. Vielmehr hätten sie das System angepasst, damit alle Mieträder, die das Leipziger Unternehmen in Deutschland anbietet, nun zum einheitlichen Tarif zu haben sind. Zudem sei die Erhöhung Ergebnis eines internationalen Vergleichs, bei dem sie nach Paris, Barcelona und London geschaut hätten.

Und: Seit 2013 gibt es für die Metropolräder keine Fördergelder mehr: „Wir müssen sehen, wie das Ganze wirtschaftlich wird“, so Rauchhaus. Sie betont nach wie vor, dass sich die Leihräder vor allem durch Werbung tragen. Nun setzen sie aber auch darauf, dass das Abo einen kleinen Beitrag einspielt.

Auch Nextbike investiert

1,7 Millionen Euro gab es seit 2010 vom Bundesverkehrsministerium für 2700 Räder in zehn Ruhrgebietsstädten. Nextbike investierte die gleiche Summe. Auf Essen entfielen 283 000 Euro, 51 Stationen, rund 450 Räder sollen es werden. Kooperationspartner sind Evag und VRR, die das Projekt zum Beispiel mit Anzeigen unterstützt haben oder das planen. Die Stadt investierte nach eigenen Angaben 280 000 Euro, indem sie etwa Standorte plante und die Stationen aufbaute.

Die Erhöhung höre sich krass an, gesteht Rauchhaus, die an Nutzer appelliert, nicht die 100 Prozent zu sehen, sondern die geringen Beträge, um die erhöht wurde. „Wir sind immer noch die Günstigsten: Man könnte uns Dumpingpreise vorwerfen.“ Zum Vergleich: Die Jahrespauschale bei Call a bike (Deutsche Bahn) kostet 48 Euro, ab der 31. Minute kostet jede weitere Minute 0,08 Cent, macht 4,80 Euro je Stunde.

Erhöhung trifft Kunden nicht

Rauchhaus glaubt, dass die Erhöhung 80 Prozent ihrer Kunden ohnehin nicht trifft. „Die fahren unter 30 Minuten.“ Mit Ruhrcard-Abo fahren sie jetzt die erste halbe Stunde frei, „wenn sie clever sind, radeln sie den ganzen Tag kostenfrei“. Die müssten einfach jede halbe Stunde an einer Station das Rad tauschen.

Dominika Sagan



Kommentare
06.03.2013
17:09
Was wirklich der Schenkelklopfer ist...
von vaikl2 | #30

Die "Idealisten" (scheinbar ironische Selbstbezeichnung auf Facebook) von Nextbike machen den Strukturwandel im Ruhrgebiet auf eine genial einfache Weise perfekt: Da Städte wie Dortmund ja immer schon so geil wie Paris, Barcelona oder London sein wollten, erhöht man hier einfach die Preise auf das dortige Weltstadt-Niveau und schon sind wir wieder wer...

06.03.2013
10:37
Gebühren für Metropolräder um bis zu 400 Prozent erhöht
von Himbertoni | #29

Kapitalismus heißt gewinnorientiertes arbeiten, das sichert ja schließlich Arbeitsplätze.
Ja es fehlt an allen Ecken und Enden eine Regulation gegen ausufernde Ideen wie Bürger besser zur Kasse gebeten (gezwungen ) werden.
Es wird Zeit für Menschen und gegen Rendite zu handeln.



06.03.2013
09:47
Paris, Barcelona, London, Wanne-Eickel
von graphos | #28

"Zudem sei die Erhöhung Ergebnis eines internationalen Vergleichs, bei dem sie nach Paris, Barcelona und London geschaut hätten."

Dann will ich mal hoffen, dass die Mietpreise für Wohnungen demnächst nicht auch noch auf das Niveau von London & Co angepasst werden...


"wenn sie clever sind, radeln sie den ganzen Tag kostenfrei. Die müssten einfach jede halbe Stunde an einer Station das Rad tauschen"

Das ist ein Scherz, oder? Sagt, dass das ein Scherz ist. Bitte!

05.03.2013
23:33
Gebühren für Metropolräder um bis zu 400 Prozent erhöht
von sabine80dd | #27

OK WAZ.

Thread bitte schließen, jetzt kommt nur noch Blödsinn.
Danke.

1 Antwort
Gebühren für Metropolräder um bis zu 400 Prozent erhöht
von schRuessler | #27-1

Bisschen peinlich, statt auf Argumente einzugehen, jetzt hier das Schließen zu beantragen.

05.03.2013
21:28
Gebühren für Metropolräder um bis zu 400 Prozent erhöht
von osis | #26

Die Gebührenerhöhung gibt pro Jahr an der Zapfsäule... Pro Liter... ;-)

Mal im ernst, ich nutze das Gelegentlich, sehr gerne in anderen Städten und auch mal Abends...


Und für 9€ kriege ich in Essen die Anfahrt mit dem Taxi und 500m um den Block... ;-)

Als VRR-Abokunde ist das immernoch günstig...

05.03.2013
18:15
sabine80dd | #24
von schRuessler | #25

Ich habe das unter #16 schon einmal erklärt, warum, ein gekauftes Fahrrad aus dem Fundbüro kein Ersatz für ein Leihfahrrad sein kann.

05.03.2013
16:59
Gebühren für Metropolräder um bis zu 400 Prozent erhöht
von sabine80dd | #24

Den Ansatz weiter unten finde ich gar nicht schlecht. Im Fundbüro stehen haufenweise Fahrräder rum, die, bevor man sie verschrottet nochmal in den "Verkehr" gebracht werden können.

Der Vorteil: Nach dem Kauf gehört es einem.

Wozu da noch teure Gebühren entrichten, Vor allem mit dem Hintergrund, dass die Verantwortlichen uns scheinbar für bescheuert halten! (theoretisch kann an den ganzen Tag umsonst fahren, wenn man alle 30min die Station wechselt.)

WIR HABEN AUCH DEN GANZEN TAG NICHTS ANDERES ZU TUN!!!

1 Antwort
Gebühren für Metropolräder um bis zu 400 Prozent erhöht
von Jorgel | #24-1

Fundsachen werden versteigert, wenn sie aus dem Fundbüro nicht in abgeholt werden - und Fahrräder sind eigentlich begehrte Objekte...

05.03.2013
16:04
Gebühren für Metropolräder um bis zu 400 Prozent erhöht
von DerUschi | #23

0,08 Cent pro Minute ergibt aber nicht 4,8€ pro Stunde.

05.03.2013
15:39
Gebühren für Metropolräder um bis zu 400 Prozent erhöht
von Alex80 | #22

Auf facebook.com/nextbike kann man mit nextbike direkt in Kontakt treten. Dort werden mit einigen Unklarheiten auch aufgeräumt.

05.03.2013
14:56
superfons | #18
von schRuessler | #21

Bitte überfordern Sie die Redakteure hier nicht.

Die geben schon ihr Bestes. (fürchte ich jedenfalls)

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