Gastronomie in der Gruga: Landhaus-Restaurant schließt

Im Restaurant im Landhaus bleibt ab Ende des Jahres die Küche kalt. "Kur vor Ort" soll dort dann Räume für Kursangebote nutzen. Wie aber geht es weiter mit der Gastronomie im Grugapark?
Im Restaurant im Landhaus bleibt ab Ende des Jahres die Küche kalt. "Kur vor Ort" soll dort dann Räume für Kursangebote nutzen. Wie aber geht es weiter mit der Gastronomie im Grugapark?
Was wir bereits wissen
Ende des Jahres schließt das Restaurant im Landhaus im Grugapark. Kur vor Ort würde gerne dort einziehen. Wie aber geht es weiter mit der Gastronomie im Park?

Essen.. Der Grugapark ist den Essenern ans Herz gewachsen. Viele verbinden sehr persönliche Erinnerungen mit ihr. Gerade in diesem Jahr, wo sich die Bundesgartenschau von 1965 zum 50. Mal jährt und die Gruga zu dem wurde, was viele von uns an ihr so schätzen. Und doch muss auch die Parkverwaltung mit der Zeit gehen. So lässt sich die prallvolle Terrasse vor dem Blumenhof, auf der die Kellner Kaffee im Kännchen servieren, nur noch in Bildbänden bestaunen. Der Blumenhof gehört heute zu „Kur vor Ort“.

Diese Geschichte könnte sich wiederholen, wenn zum Jahresende der Pachtvertrag für das Landhaus im Grugapark ausläuft. Nach 44 Jahren wird sich Pächter Rainer Neumann in den Ruhestand verabschieden. Mit der gepflegten Gastlichkeit im Grugapark wäre es dann wohl vorbei. Denn der städtische Eigenbetrieb Grün & Gruga müsste viel Geld in das Landhaus stecken.

Serie „Die neue Gruga“ Schon 2011 bezifferte ein Gutachter den Investitionsbedarf auf 300.000 bis 500.000 Euro. Eine neue Expertise habe diese Summe bestätigt, berichtet Eckehard Spengler vom Eigenbetrieb. Über Pachteinnahmen ließe sich eine solche Investition nicht erwirtschaften, denn die Gastronomie im Grugapark tue sich schwer. „Gastronomie ist heutzutage auf das Abendgeschäft angewiesen. Aber das haben wir nicht. In den dunklen Park gehen zu wenig Leute“, bedauert Spengler. Dies zeige leider die Erfahrung.

Umzug der Reha-Abteilung angedacht

Grün & Gruga sucht deshalb nach einer anderen Lösung für das Landhaus. Diese könnte so aussehen: „Kur vor Ort“ verlagert seine Gesundheitskurse dorthin, in den „neuen“ Teil des Grugaparks jenseits der Lührmannstraße. „Für uns wäre das eine schöne Alternative“, sagt Geschäftsführer Karsten Peie, verliert das Kurhaus doch sämtliche Parkplätze, wenn im Mai 2016 der Umbau der Messe Essen beginnt. Die Messe benötigt den Parkplatz P 7 für die Baustellen-Logistik. „Kur vor Ort“ kann die Fläche deshalb nicht mehr anmieten. Auch die Behindertenparkplätze fallen weg. Peie fürchtet, dass sich viele der mehr als 1000 Kursteilnehmer zur Konkurrenz orientieren könnten. Handelt es sich doch um Reha-Patienten oder Behinderte, denen keine weiten Wege zuzumuten seien. Und der Umbau der Messe wird sich sicher über vier Jahre hinziehen.

Serie Ein Arbeitskreis des für Grün & Gruga zuständigen Ratsausschusses empfiehlt deshalb den angedachten Umzug der Reha-Abteilung. Das Landhaus müsste auch dafür umgebaut werden. Die Parkverwaltung stünde damit aber vor der Frage, wie sie ein angemessenes gastronomisches Angebot in der Gruga sicherstellen will.

Mobilen Verkaufsstand testen

Zumindest Kaffee und Kuchen sollen im Landhaus weiterhin serviert werden, auch Räume für Veranstaltungen soll es geben. Denn das eigentlich angedachte neue Gastronomie-Angebot lässt noch auf sich warten. Dafür ausgeguckt ist der geplante Bauernhof, ein Projekt des Stiftungsvereins, für das derzeit detaillierte Pläne erarbeitet werden. Mehrere hunderttausend Euro dürfte es den Stiftungsverein kosten, das Projekt zu verwirklichen, heißt es bei Grün & Gruga, wo man sich nicht festlegen will, wann es soweit sein könnte.

Wer in der Gruga den kleinen Hunger stillen will, dem bleibt der Gang zum Kiosk. Apropos: Das Büdchen am Bahnhof der Grugabahn könnte ebenfalls umziehen an den Eingang an der Orangerie und damit unmittelbar am beliebten Gruga-Radweg. Denn die Parkverwaltung hat festgestellt, dass immer mehr Radfahrer an der Gruga einen Stopp einlegen, denn an „Versorgungsstationen“ mangelt es entlang der Trasse. „An Wochenenden stehen mehr als 100 Räder draußen“, so Spengler.

Der Kiosk-Betreiber wolle in der gerade angelaufenen Saison mit einem mobilen Verkaufsstand testen, ob ein solches Angebot ankommt. Wie gesagt: Auch in der Gruga müssen sie mit der Zeit gehen.