Gastprofessur für Drogerieketten-Gründer

Der Gründer und langjährige Geschäftsführer der Drogeriemarktkette „dm“, Götz W. Werner, übernimmt die Mercator-Gastprofessur 2015 der Uni Duisburg-Essen. Das teilte am Dienstag die Hochschule mit. Werner kommt für einen Vortrag im April nach Duisburg, ein weiterer Vortrag in Essen ist in Vorbereitung.

Werner gilt als Querdenker unter den deutschen Unternehmern. Die Unternehmenskultur bei „dm“ genießt einen tadellosen Ruf. Die Filialen werden in vergleichsweise großer Eigenregie der Mitarbeiter geführt; auch für seine Ausbildungskonzepte wurde „dm“ unter Werner mehrfach ausgezeichnet. Derzeit beschäftigt „dm“ rund 52 000 Mitarbeiter in zwölf europäischen Ländern, es gibt insgesamt mehr als 3000 Filialen. Aus dem operativen Geschäft hat sich Werner im Jahr 2008 zurückgezogen, wechselte damals in den Aufsichtsrat. Werner wurde auch bekannt durch seine Forderung, allen Bundesbürgern ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ zur Verfügung zu stellen, das das tägliche Auskommern sichern sollte.

„Götz W. Werner bürstet wichtige Zeitfragen häufig gegen den Strich und setzt neue Ideen auch in die Tat um“, lobt Uni-Rektor Ulrich Radtke. „Deshalb freue ich mich sehr über diese Ernennung“. Werner erfülle mit seinem Wirken die Grundidee der Mercator-Professur: „Weltoffenheit und debattenanregende Beiträge zu wichtigen Zeitfragen.“ Die Mercator-Professur hat in der Vergangenheit regelmäßig kontroverse Debatten ausgelöst. Seit 1997 lädt die Uni eine prominente Figur der Zeitgeschichte zu zwei Vorträgen ein. Besonders die Ernennung der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer und des ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche, Wolfgang Huber, waren nicht unumstritten. Die Mercator-Professur 2014 musste ausfallen, weil der ernannte Politiker Jean-Claude Juncker überraschend absagte – ihm kam die Präsidentschaft der EU-Kommission dazwischen.