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ELEKTROAUTOS

Viel Streit um Ruhr-Auto-E zwischen Dudenhöffer und Stadt Essen

16.01.2013 | 12:00 Uhr
Alles korrekt am Rüttenscheider Stern: In der dafür vorgesehenen Parkbucht steht ein Elektroauto und es ist vorschriftsmäßig angeschlossen. Ohne Ladekabel gäbe es ein Problem.Foto: Alexandra Roth

Essen.   Professor Ferdinand Dudenhöffer auf Konfrontationskurs: Die Stadt Essen wehrt sich gegen den Vorwurf, Elektromobilität nicht fördern zu wollen.

Das Vorzeige-Projekt „Ruhr Auto E“ kommt kaum aus den Startlöchern, da geht der „Autopapst“ höchstselbst auf direkten Konfrontationskurs mit der Stadt. Es hat einige Beobachter schon etwas ratlos am Straßenrand zurückgelassen, was Professor Ferdinand Dudenhöffer angetrieben haben mochte . Es muss ein kräftiges Gemüts-Gemisch gewesen sein, das den Mann etwas schräg aus der Kurve kommen ließ, als er der Führung im Rathaus mangelnde Kooperationsbereitschaft bei seinem Vorzeige-Projekt vorwarf. Es war schon ein ganz schön starker Strom, der sich da entlud.

Der Oberbürgermeister, der sich zuletzt erfolgreich um eine Unterstützung des RWE-Konzerns für „Ruhr Auto E“ bemühte, schien die Kritik gelassen zu nehmen. Nach außen hin. Doch Dudenhöffer wiederum deutete die Nicht-Reaktion auf seine Weise: Paß spreche nicht mit ihm, er schmolle wie ein Kind, ließ sich der Professor wenig später vernehmen.

Dudenhöffer wartete mit 20 Opel-Ampera auf

Das ist äußerst bemerkenswert für einen Wissenschaftler, der nach Darstellung der Stadt mit der Bitte an den Oberbürgermeister herangetreten war, für ihn und sein (von der Bundesregierung unterstütztes) Projekt ein gutes Wort bei RWE einzulegen. Was Paß auch tat. Und zwar mit dem erhofften Ergebnis: Dudenhöffer durfte die Plätze neben den Ladesäulen für eine jährliche Pacht von 1700 Euro nutzen. Der Professor konnte zwar mit 20 Ampera des Sponsors Opel aufwarten. Stellplätze und Strom aber hatte er nicht. Nur zu kurze Ladekabel.

Das Projekt „Ruhr Auto E“

Innerhalb von 18 Monaten wollen die Projektpartner Universität Duisburg-Essen, die VivaWest Wohnen GmbH, der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), die Evag, die Drive CarSharing GmbH, die Adam Opel AG, die Stadt Essen sowie weitere Partner ein innovatives Mobilitätskonzept mit Elektrofahrzeugen konzipieren. 30 Elektrofahrzeuge bilden in Wohngebieten und in der City ein Carsharing-Netz mit mehr als zwölf Standorten, die später erweitert werden sollen.

Die einzelnen Fahrzeugstationen sind unmittelbar an die Haltestellen des ÖPNV angebunden und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vernetzt.

Hauptziel dieses wohnstandortbezogenen Ansatzes ist, den jeweiligen Bewohnern ein optimales Mobilitätsangebot bestehend aus ÖPNV und Elektromobilität durch eine persönliche Ansprache anzubieten, so die Macher.

Erst kurz vor einem absehbaren Zusammenprall, der bei diesem (Un-)Fall wohl mehr Image- als Blechschaden auf beiden Seiten bedeutet hätte, kam nun die Kehrtwende. „Wir freuen uns riesig, wenn die Stadt uns unterstützt“, trat Dudenhöffer in einem Gespräch mit der NRZ verbal merklich auf die Bremse. Da hatte er gerade vernehmen dürfen, dass im Rathaus trotz aller öffentlich zu erlebenden Rempler nicht im Ansatz daran gezweifelt wird, „Ruhr Auto E“ auch weiterhin die Anschubhilfe zukommen zu lassen, die es benötigt.

Wenn auch nicht um jeden Preis.

Kein Platz für Benzinfresser

Deshalb wird’s wohl auch erstmal nichts werden mit einer Signatur nach Dudenhöffers Vorstellung auf dem Boden der Parkbuchten neben den Ladesäulen, die ausschließlich Elektroautos vorbehalten sind. Allerdings nur dann, wenn sie aufgeladen werden. Dem Professor, heißt’s bei der Stadt, schwebe da wohl ein blaues „E“ vor, um Werbung in eigener Sache und den Stellplatz-Suchern an den Dutzend Standorten in der Stadt unmissverständlich klar zu machen: Benzinfresser haben da nichts zu suchen.

Video
Essen, 03.11.12: Am Wochenende fiel der offizielle Startschuss für das Projekt "Ruhr-Auto-e". Interessierte konnten sich über Autos mit Elektroantrieb informieren und sogar Probe fahren.

Wenn’s denn nur so einfach wäre: Man dürfe nicht einfach die Straße mit irgendwas bemalen, um die Bürger auf eine Regelung aufmerksam zu machen, welche auch immer es sein möge. Im Streitfall „kassiert das jeder Richter ein“, heißt es im Rathaus, wo zurzeit versucht wird, eine so adäquate wie augenfällige Lösung für die in der Tat ungeliebte Randerscheinung zu finden, dass die Plätze immer wieder zugeparkt werden. „Wir sind in Gesprächen mit dem Innenministerium.“

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Kommentare
14.05.2013
09:00
Viel Streit um Ruhr-Auto-E zwischen Dudenhöffer und Stadt Essen
von Hans100 | #5

Was zeichnet diesen Möchte-Gern-Papst eigentlich aus? Unternehmerischen realitätsbezogenen Weitblick wohl nicht. Wissenschaftliche Leistungen wohl...
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Viel Streit um Ruhr-Auto-E zwischen Dudenhöffer und Stadt Essen
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/ganz-schoen-unter-strom-id7486449.html
2013-01-16 12:00
Essen, Ferdinand Dudenhöffer, Stromer, Opel, Ampera, Elektroautos, Ruhr Auto E, Elektroauto, E-Auto
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