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Gärtnern auch im kleinsten Garten

07.11.2015 | 08:10 Uhr
Gärtnern auch im kleinsten Garten

Auch im kleinsten Garten lässt sich etwas für die Umwelt tun. Ronja Hasselbach, Studentin an der Folkwang Universität der Künste, hat ein Gärtchen für Rollatoren entworfen. Senioren können das kleine bisschen Grün hegen und pflegen und im selbstgestrickten Pflanzsack an die frische Luft ausführen. Dazu gibt es ein kleines Rezeptheft mit Tipps für die Verarbeitung der Pflanzen zu Salben oder Fingerfoot.

Der Entwurf der angehenden Designerin ist nur eine Idee, die Studierende der Folkwang-Uni in einem Projekt zum Thema „urban farming“ – dem Gärtnern in der Stadt – in die Tat umgesetzt haben. Dafür wurde die Gruppe um Folkwang-Professorin Carolin Schreiber gestern mit dem Umweltpreis der Stadt Essen ausgezeichnet. Es war einer von drei ersten Preisen, die diesmal vergeben wurden – jeder einzelne mit 3000 Euro dotiert.

„Jeder kann etwas für die Umwelt tun. Jeder sollte etwas für die Umwelt tun“, sagte Oberbürgermeister Thomas Kufen bei der Verleihung des Umweltpreises, der Dank der Unterstützung von Sponsoren damit zum neunten Mal in Folge überreicht werden konnte.

„Essen ist aktiv“ lautete diesmal das Motto. Und selten zuvor tat sich die Jury so schwer nur einen Sieger zu küren. In der Kategorie Kinder und Jugendliche lief es deshalb auf zwei erste Plätze hinaus. Den Platz auf dem Treppchen teilen sich die Kita St. Barbara in Byfang und die Kindernotaufnahme Spatzennest (siehe Kasten).

In der Kategorie Erwachsene räumten allein die Folkwang-Designer den Preis ab. Dass Kreativität ihr Metier ist, ist keine Überraschung; dass es dabei um viel mehr geht, als um das formschöne Gestalten von Gegenständen für manchen aber doch. Es geht um „social design“ und damit auch um eine Botschaft, erläutert Carolin Schreiber. In diesem nun preisgekrönten Fall war es der Umgang mit selbstgezogenen Pflanzen im Zeitalter der Urbanisierung, ums Gärtnern auf kleinstem Raum und sei es in Töpfchen an einer Straßenlaterne.

Weil zur Theorie auch Praxis gehört, mieteten die Studierenden ein Stück Acker in Kettwig an, stiegen in Gummistiefel, um zu säen und zu ernten. Daniel Wilkens wusste aus Erfahrung, dass so ein Feld einiges abwerfen kann, war sein Großvater im Sauerland doch sein Leben lang Selbstversorger. So entwarf der Designer für den Abtransport der Ernte ein zusammenklappbares Wägelchen, das in einem Rucksack verschwindet, „Woogie“ genannt. Das alles soll dazu einladen, kreativ und schonend mit der Umwelt und ihren Ressourcen umzugehen. Das ist der Sinn des Umweltpreises, der – soviel wollte Umweltdezernentin Simone Raskob schon verraten auch 2016 wieder ausgelobt wird.

Marcus Schymiczek

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2015-11-07 08:10
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