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Funkstille beim Funkmast

04.11.2008 | 20:19 Uhr

UMWELT. Kettwiger Bürger machen gegen einen Mobilfunkmast mobil. Der steht in Mülheim direkt an der Stadtgrenze. Umweltamt wurde überrascht.

Anwohner machen gegen den Mast mobil. (NRZ-Foto: uvb)

Er ist über 30 Meter hoch, also nicht zu übersehen. Doch er tauchte so plötzlich auf, dass Anwohner aus allen Wolken fielen. Die Rede ist von einem Mobilfunkmast, den der Netzbetreiber O 2 am Schnellen-kampweg errichtet hat - auf Mülheimer Stadtgebiet, mitten im Landschaftsschutzgebiet und nur wenige Schritte von der Stadtgrenze entfernt. Ärgerlich aus Sicht der Anwohner, aber auch des Umweltamtes: Zwischen den Nachbarstädten herrschte Funkstille.

Michael Grützmacher wohnt in der Nähe und macht mobil gegen den Mobilfunkmast. "Die Landschaft wurde mutwillig verschandelt", klagt Grützmacher spricht und einer "Nacht- und Nebel-Aktion". Sollten Bürger über die Aufstellung von Mobilfunkmasten nicht "umfassend informiert" werden, fragt der Anwohner. So hätten es Betreiber und Kommunen doch 2001 vereinbart. Mit dem Erwerb der milliardenschweren UMTS-Lizenzen sicherten die Betreiber sich auch das Recht, ihre Netze flächendeckend auszubauen. Das macht vor dem Landschaftsschutz nicht halt. Von einer Nacht-und-Nebel-Aktion könne jedoch keine Rede sein, heißt es bei der Stadt Mülheim.

Der Mast sei 2005 beantragt und 2007 genehmigt worden, die landschaftsrechtliche Befreiung liege vor. Alternative Standorte seien geprüft worden, auch jener Mobilfunkmast der Telekom auf Essener Gebiet etwa 1000 Meter Luftlinie entfernt. Aus "technischen Gründen" scheide dieser aus.

Anwohner und Politiker wollen sich damit nicht zufrieden geben. Bürgermeister Rolf Fliß (Grüne) warnt vor einem Präzedenzfall und mahnt bei der Standortwahl städteübergreifende Zusammenarbeit an. "Sonst sprießen bald Masten wie Spargelköpfe." (schy)

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