Für Paß ist die Messe-Not jetzt kein Thema für Bürger
11.02.2011 | 19:02 Uhr 2011-02-11T19:02:00+0100Essen.Oberbürgermeister Reinhard Paß hat scharfe Kritik an der Veröffentlichung von finanziellen Problemen der Messe Essen in den Medien geübt. Viel mehr sei es geboten, die Messe „als Standortfaktor auch künftig zu stärken“.
Oberbürgermeister Reinhard Paß ist der Ansicht, die Essener sollten über die betrübliche Lage der Messe derzeit keine Informationen erhalten. Das mutet seltsam an.
Gewiss sind Aufsichtsratsmitglieder zur Verschwiegenheit verpflichtet und gewiss mag es bei Messe-Geschäftspartnern wegen der Veröffentlichungen Irritationen geben. Doch die Messe ist nun mal kein Konzern in privater Hand, sondern eine städtische Gesellschaft, die neues, frisches Geld will - das Geld der Steuerzahler.
Zu glauben, ein Zuschussbedarf von 200 Millionen Euro (!) bleibe unter diesen Umständen geheim, ist recht weltfremd. Wünschenswert ist es im Übrigen auch nicht, im Gegenteil: So ein Anliegen gehört breit diskutiert. Das Informationsbedürfnis der Bürger, um deren Geld es hier geht, ist höher zu werten als der Wunsch von Entscheidern, die Dinge im stillen Kämmerlein zu lassen.
Wir sind ja nicht mehr bei Hofe, und ein OB ist keine Informations-Zuteilungs-Instanz. Dass man das überhaupt betonen muss, ist der eigentliche Skandal. Frank Stenglein
Oberbürgermeister Reinhard Paß hat sich angesichts der Finanzquerelen der Messe klar zur Ausstellungsgesellschaft bekannt und sie als „bedeutenden Standortfaktor“ bezeichnet. Diesen gelte es „auch zukünftig zu stärken“.
200 Millionen Euro Subventionen
Gleichzeitig hat der OB scharfe Kritik an der Veröffentlichung der Messe-Probleme in den Medien geübt. Wie berichtet, hatte die Messe-Geschäftsführung in einer Aufsichtsratssitzung erklärt, von der Stadt als Gesellschafter 200 Millionen Euro Subventionen zu benötigen , etwa je zur Hälfte für den Schuldendienst und zur Behebung des Investitionsstaus auf dem Gelände.
„Unverantwortliche Indiskretionen“
Paß: „Ich verurteile - bei allem Verständnis für das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit - die unverantwortlichen Indiskretionen, die zur Medienberichterstattung über die aktuelle Situation der Messe Essen beigetragen haben.“
Lösungen „zu gegebener Zeit“
Lösungen für die Lage der Messe „werden wir zu gegebener Zeit den Gremien des Rates der Stadt zur Beratung und Beschlussfassung und damit auch der Öffentlichkeit vorlegen“, erklärte Paß.
12:52
Einfache Holzstühle statt Luxussessel (Stadtwerke), vielleicht hilft das dabei, den saturierten Pöstcheninhabern klarzumachen, dass sie nicht sich selbst, sondern den Bürgern, die sie bezahlen, zu DIENEN haben
12:49
Herr Paß scheint wie so viele andere in der Verwaltung noch nicht begriffen zu haben, dass die Zeiten des obrigkeitlichen Handelns seit Ende der Kaiserzeit vorbei sind und nur wirkliche Transparenz, die ja auch in den entsprechenden QM-Normen eingefordert wird, wirklich dazu beiträgt, der EMG aus ihrem Schlamassel zu helfen.
Dies betrifft auch andere städtische Gesellschaften wie EBE und Stadtwerke, die nicht der Luxuspöstchenversorgung für abgehalfterte Politiker zu dienen haben wie gehabt, sondern den Bürgern!
12:39
Das der Zustand des Messegeländes ziemlich erbärmlich ist, ist seit gut 20 Jahrenimmer wieder Gegenstand der Diskussion gewesen, nur scheute sich die EMG immer wieder, wie z.B. in Frankfurt mehrgeschossig zu bauen. Statt dessen wurde wie auch jetzt wieder, die Gruga, die immerhin Gemeineigentum ist, quasi als Hinterhof der Messe angesehen, wo man hier und da mal ein Stückchen abknabbern kann, weil es angeblich nicht anders geht. Möchte da an die Diskussion um die zum Glück vereitelte Ausdehnung um die Hallen 8, 8a etc. in den Grugapark in der Nähe des Wassergartens erinnern, wo auch angebliche Sachzwänge angeführt wurden. Das für eine Ausdehnung der Messe zur Verfügung stehende Gelände des ehehmaligen Grugastadions wurde stattdessen lieber an EON verscherbelt, womit man der Messe einen Bärendienst erwiesen hat.
Davon abgesehen ist es schon richtig, dass die Bürger, wenn auch deutlich zu spät und leider nur durch Indiskretion erfahren, wie es um die EMG steht, die letztlich eben diesen Bürgern gehört; da sollte Herr Paß nochmal drüber nachdenken. Er würde vermutlich auch gerne zeitnah erfahren, wenn es Probleme mit seinem Besitz gibt...
10:00
#30 von bergerhausener
Ich war mehrfach dabei als Straßen NRW die Pläne des Ruhralleetunnel und die Varianten mit den relevanten Gutachten und Eingaben vorgestellt hat! In dem von ihnen erwähnten Gutachten wird auf alten, möglicherweise nicht kartographierten, oberflächennahem Kohlebergbau hingewiesen. Die Bedenken aus der Bevölkerung zu diesem Thema wurden aber klar relativiert! Die Tunnelquerschnitte sind technisch anspruchsvoll, geben im Prinzip aber Aufschluss über die verschiedenen Varianten. Das was der OB vermutlich meint hat einen anderen Hintergrund und mit den Planungen wenig zu tun. Da geht es mehr ums Geld, aber zugunsten der Stadt Essen.
22:00
#29 von woelly
Ich war dabei, als StraßenNRW sagte, es gibt kein geologisches Gutachten zum Ruhralleetunnel. Das Gutachten mit einer ganz klaren Risikoaussage lag aber schon vor. Beim Nordportal hat StraßenNRW Skizzen an die Wand gehangen und im Internet veröffentlicht, die in keiner Weise die nötige Führung der oberirdischen Ruhrallee am Nordportal zeigt. Bis heute wurde kein Plan gezeigt, wie das Nordportal aussehen muss, wohl aber diverse Tunnelquerschnitte. Der OB hat sich doch darüber aufgeregt, dass was an die Öffentlichkeit verplappert wurde, wie können Sie den da noch behaupten, dass nichts verschwiegen wird?
12:12
#27 von bergerhausener
Der von mir beschriebene Zusammenhang ist signifikan und in keiner Weise zu bestreiten! Der Öffentlichkeit wird nichts verschwiegen! Wir leben in einer offenen Gesellschaft. Möglicherweise, muß man sich die eine oder andere Info mal selbst besorgen. Das tun sie doch sicher auch! Die von ihnen geschilderten Probleme sind keine und wurden zudem von Straßen NRW relativiert. Das wiessen sie doch mittlerweile auch! Was soll also diese Verhinderungspolitik gegen ein Konzept, die schon lange einen Konsens in der Politik gefunden hat? Die Nichtumsetzung dieser Lösung ist eindeutig zum Schaden der Region Ruhrgebiet!
11:29
Ach, unser kleiner Mubarak! Macht sich vor protestierenden Menschen in die Hose und verkriecht sich im Keller, glaubt aber bestimmen zu können was das Volk wissen darf! Ist er nicht putzig!
09:28
@23 woelly
Ja, da gibt es einen Zusammenhang. Genauso wie bei den Autobahnbau wird bei der Messe nur das der Öffentlichkeit präsentiert, was den Befürwortern sachdienlich erscheint. Ob Nordportallösung an der Ruhrallee, geologisches Gutachten, Unwirtschaftlichkeit oder 100 Millionen aus der nicht vorhanden Portokasse, es wird verschwiegen wo es nur klappt.
22:50
Lösungen für die Lage der Messe „werden wir zu gegebener Zeit den Gremien des Rates der Stadt zur Beratung und Beschlussfassung und damit auch der Öffentlichkeit vorlegen“, erklärte Paß.
natürlich wird der bürger informiert,natürlich und zwar über die summe,die er zu zahlen hat.dreidimensionaler vollpfosten pass. jede normale Hausfrau geht mit ihrem Geld besser um, als diese Dilletanten der Stadt Essen.
18:36
jede normale Hausfrau geht mit ihrem Geld besser um, als diese Dilletanten der Stadt Essen!