Das aktuelle Wetter Essen 1°C
GRUGAPARK

Für die Entwicklung des Grugaparks in Essen werden acht Millionen Euro investiert

03.10.2012 | 06:00 Uhr
Funktionen
Für die Entwicklung des Grugaparks in Essen werden acht Millionen Euro investiert
Foto: Jan Dinter

Essen.   Das Entwicklungskonzept für den Grugapark bis 2020 ist rund acht Millionen Euro schwer. Die Zukunft für den Klassiker Grugapark verspricht deutlich mehr Leben, mehr Angebote, mehr Publikum.

Nein, ein Rummelpark soll es nach wie vor nicht werden. Aber die Zukunft für den Klassiker Grugapark verspricht deutlich mehr Leben, mehr Publikum: Essens „grünes Herz“ erhält in den kommenden acht Jahren eine spürbare Frischzellenkur . Das neue Entwicklungskonzept 2020, rund acht Millionen Euro schwer, will den Grugapark als zentrale Grünanlage stärken. Umweltdezernentin Simone Raskob, Betriebsleiter Bernd Schmidt-Knop und Ota Hortmanns (SPD) für den Umweltausschuss stellten gestern die Pläne vor.

In den kommenden acht Jahren will die Stadt diese Zukunft in 13 Schritten realisieren: Da ist als erstes der „große Auftritt“ in Richtung Rüttenscheid, der über einen Blüh- und Pflanzteppich, Parkstelen und eine Skulptur auf der Alfredstraße die „optische Wahrnehmung“ des Parks verstärken soll. Die direkte Verbindung zwischen der „Rü“ und dem Park wird als Grugaweg ausgebaut. Überhaupt, die Zugänge: Einige liegen zu versteckt, oder sind nur schwer zu finden. Das soll sich ändern. Ein „Stadtweg“ schafft einen neuen Zugang vom Gruga-Karree bis hin zum Wassergarten, am Endpunkt der Linie U 11 sehen die Pläne vor, die Eingänge erkennbarer zu machen. Dies gilt auch für den Eingang Silberkuhlshof und für die Radfahrwege hinauf zur Orangerie. Mehr Offenheit – das möchte man auch für das Gartenbauzentrum am Übergang zur Margarethenhöhe, eine der „bedeutendsten Fachschulen“, so Bernd Schmidt-Knop. Gemeinsam mit dem Botanischen Garten der Universität soll die Anbindung an den Park verbessert, diese Ecke insgesamt für den Besucher besser erschlossen werden.

Zur Offenheit kommt der innere Umbau, der mehr Menschen in den Park locken soll. Auch hier ist es ein ganzes Paket: Die Modellbahnwelt in der Orangerie, die im Mai kommenden Jahres öffnet, spielt dabei eine wesentliche Rolle. Unterhalb des Gradierwerks ist dazu ein fernöstlicher Garten geplant – als Ersatz für den ehemals japanischen Garten, der beim Bau der Kurhaustherme weichen musste. Dort, wo sich einst die letzten Minigolfer unweit des Café Landhaus auf einer abrissreifen Anlage verloren, sieht das Konzept einen integrativen Spielplatz vor, für Jung und Alt. Ein neues Beleuchtungs- und Hinweissystem soll künftig die Besucher auf die richtigen Pfade führen: Wo sind die Spielplätze, wo die Jogging-Strecke, wo die Tiere? Auch dieses Thema will der Grugapark künftig ganz neu angehen: Ein „Tierforum“ am ehemaligen Lesegarten könnte sich zum Anlaufpunkt für Tier-Halter, -Freunde und Skeptiker entwickeln. „Wir müssen uns auch darüber Gedanken machen, ob unsere Tierhaltung noch aktuell ist und den Anforderungen entspricht“, sagt Parkleiter Thomas Hanster. Am Ende könne dies auch den Abschied von den Greifvögeln bedeuten. Auf der anderen Seite möchte man Ponyhof und Kleintiergehege zum „Bauernhof“ aufwerten, mit vom Aussterben bedrohten Haustierrassen.

Ohne Freunde und Förderer kein Konzept

Einen weiteren Schwerpunkt bildet eine verbesserte Gastronomie: Das Kiosk-System soll erneuert, die Häuser sollen modernisiert und auch für Gäste außerhalb des Parks geöffnet werden. Für den Wassergarten, einen der beliebtesten Essener Biergärten, wünscht sich die Gruga einen direkten Zugang von der Messehalle, dies könne etwa beim Messeumbau realisiert werden.

Insgesamt kalkuliert Grün und Gruga für alle Maßnahmen mit 7,5 bis 8,3 Millionen Euro. „Wir hoffen natürlich auf Sponsoren, Unternehmen, Vereine, Verbände, Organisationen, die sich im Grugapark einbringen und darstellen wollen“, sagt Umweltdezernentin Simone Raskob. Gute Beispiele dafür seien die Mustergärten oder Kur vor Ort, die ohne städtische Gelder realisiert wurden. Natürlich werde sich die Stadt um Fördergelder des Landes bemühen, eine Stiftung, deren Gründung im Dezember vorgesehen ist, könne weitere Möglichkeiten eröffnen. „Das letzte Parkkonzept hat uns ebenfalls rund acht Millionen Euro gekostet. Für die Stadt blieben am Ende 20 Prozent, die sie selber finanzieren musste.“ Raskob ist deshalb zuversichtlich, bereits in den kommenden Jahren die ersten Pläne umzusetzen: „Für den fernöstlichen Garten haben wir bereits ein Modell vorliegen.“

Immerhin: Dieses Parkkonzept wird von einer breiten Mehrheit getragen, das es ohne den Freundeskreis Grugapark, ohne die vielen Freunde und Förderer so nicht geben würde: „Allein die neun Experten-Runden, die allesamt ehrenamtlich gearbeitet haben, hätten wir nicht bezahlen können.“ Auf einer Grugapark-Konferenz wurden weitere Anregungen aus der Bürgerschaft aufgenommen, schließlich formten das Planungsbüro Davids, Terfrüchte und Partner und die Architekten Brüning Rein daraus das Zukunftskonzept für das grüne Essener Herz.

 

Hans-Karl Reintjens

Kommentare
04.10.2012
07:25
Für die Entwicklung des Grugaparks in Essen werden acht Millionen Euro investiert
von skyway | #1

Tja dann werden die Blitzer auf der A40 wohl doch wieder zum Einsatz kommen,es muss ja schließlich alles Bezahlt werden......

Aus dem Ressort
Busfahrer ließ Kinder offenbar am Straßenrand zurück
Kinder
Auf halber Strecke endete für zwei Kinder die erste Busfahrt ohne Eltern. Der Bus blieb liegen. Der Fahrer soll sich nicht um sie gekümmert haben.
Essener Amtsgericht verurteilt antisemitischen Hetzer
Nahost-Demos
Bei den Nahost-Demos im Juli 2014 gehörte Taylan C. zu den Aggressoren. Er schrie: „Tod und Hass den Zionisten“. Nun verurteilte ihn das Amtsgericht.
Essener dm-Markt verkaufte Chinesen kein Milchpulver
Diskriminierung
In einem Drogeriemarkt in Altenessen ist ein Kunde, der Milchpulver kaufen wollte, von der Verkäuferin abgewiesen worden, weil er Chinese ist.
Autofahrer fährt junge Mutter und ihren dreijährigen Sohn an
Unfall
Eine 20-Jährige querte mit Kind in Essen-Kray die Huberstraße, als ein Auto sie erfasste. Das Kleinkind blieb mit einer Kopfverletzung im Krankenhaus.
Viele Staus, 44 Unfälle und gesperrte Straßen in Essen
Schneefall
Der Winter hat im Essener Stadtgebiete viele Autofahrer am Morgen kalt erwischt. Vielerorts stockte der Verkehr, die Polizei registrierte 44 Unfälle.
Fotos und Videos
Workout mit Handy-App
Video
Video
Top-10-Restaurants in Essen
Bildgalerie
Gastronomie
Die Emscherschule ist Meister
Bildgalerie
Schulbasketball
article
7157946
Für die Entwicklung des Grugaparks in Essen werden acht Millionen Euro investiert
Für die Entwicklung des Grugaparks in Essen werden acht Millionen Euro investiert
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/essen/fuer-die-entwicklung-des-grugaparks-in-essen-werden-acht-millionen-euro-investiert-id7157946.html
2012-10-03 06:00
Essen, Grün und Gruga, Schloß Borbeck,Thyssen-Krupp-Zentrale,Bernd Schmidt-Knop
Essen