Das aktuelle Wetter Essen 10°C
Musicals

Für das Colosseum fällt im Juli der letzte Vorhang

10.02.2010 | 16:27 Uhr
Für das Colosseum fällt im Juli der letzte Vorhang

Essen. Die Besucher haben mit Elisabeth geweint, dem Phantom der Oper mitgefiebert und zuletzt mit Buddy gerockt. Ab Juli ist Schluss. Wie die Produktionsfirma Stage Entertainment mitteilte, sind keine weiteren Musicals im Essener Colosseum geplant. Der Grund: zu wenige Besucher.

Es ist erst ein paar Wochen her, als sich Essen Deutschland und Europa als Kulturhauptstadt von seiner Schokoladenseite zeigte. Da will es nicht so recht ins Bild passen, wenn eine renommierte Produktionsfirma wie Stage Entertainment ihren Rückzug aus dem Colosseum ankündigt.

Bereits im Juli soll Schluss sein. Wenn für Buddy Holly der letzte Vorhang gefallen ist, gehen auch für das Colosseum als Musical-Bühne die Lichter aus. Das Haus soll aller Voraussicht nach als Event- und Veranstaltungsstätte genutzt werden.

Musical-Entwicklung insgesamt positiv

„Als Privattheater erhalten wir keinerlei Subventionen, sondern sind ausschließlich auf die Einnahmen durch unsere Besucher angewiesen. Wir haben es in den vergangenen Jahren leider nicht geschafft, den Spielbetrieb in Essen profitabel zu gestalten“, begründet Stage Entertainment Deutschland Geschäftsführer Johannes Mock-O’Hara die Planung.

„Elisabeth“ war das einzige Musical, das in Essen schwarze Zahlen schrieb - alle anderen Produktionen floppten. „Wir haben alle Genres ausprobiert. Selbst Welterfolge wie Mama Mia haben in Essen nicht funktioniert“, so Mock-O’Hara. Einen Grund sieht er auch in der geographischen Lage. Anders als das Metronom-Theater in Oberhausen - mit einer guten Autobahnanbindung und Eingliederung im Centro-Komplex - wird das Colosseum von außen nicht gut wahrgenommen. Der Einzugsradius der Besucher beschränkt sich auf etwa 20 bis 30 Kilometer, in Oberhausen sind es 50. Rund drei Millionen Besucher sahen in den vergangenen neun Jahren die Stage-Produktionen in Essen - etwa eine Million zu wenig. Der Verlust bewegt sich im zweistelligen Millionenbereich.

Im Jahr 2000 hatte das Unternehmen mit Sitz in Hamburg das Colosseum von der Stella AG übernommen und nach einer aufwändigen Umbauphase mit „Elisabeth“ wiedereröffnet. Zahlreiche weitere Produktionen wie „AIDA“ oder „Mamma Mia“ folgten. Erst im vergangenen Oktober hatte „Buddy - Das Buddy Holly Musical“ seine umjubelte Premiere gefeiert.

Essen scheint beim Besucherrückgang eine negative Ausnahme zu bilden. „Insgesamt entwickelt sich das Genre Musical aber trotz des rauen wirtschaftlichen Klimas positiv“, sagte O’Hara. Er bedaure die Entwicklung - nicht nur wegen des Wegfalls einer Theater-Institution in der Region sondern vor allem auch wegen des Wegfalls zahlreicher Arbeitsplätze. Von dem Rückzug aus dem Musical-Geschäft in Essen sind 100 Mitarbeiter betroffen.

Was bedeute der Rückzug von Stage aus Essen? Diskutieren Sie in unserem Forum!

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3417170/create

Aktuelle Fotos und Videos
Raucher als Kunstwerke
Bildgalerie
Ausstellung
Remis gegen Vizemeister
Bildgalerie
Frauenfußball
Mini Europameisterschaft
Bildgalerie
Fußball
Der FC Kray ist Meister
Bildgalerie
Fußball
Aus dem Ressort
Kein Respekt vor Alfred
Vandalismus
Unbekannte Täter besudelten erneut die Krupp-Statue vor der Marktkirche in der Innenstadt mit farbigen Lettern. Damit bewiesen sie eher zweifelhaften Humor.
In sicherer Entfernung
Landespolitik
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Rolf Hempelmann wird als NRW-Minister gehandelt.