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Fuchs tötete das Meerschweinchen von Familie Kirchmann in Essen

29.08.2012 | 12:00 Uhr
Fuchs tötete das Meerschweinchen von Familie Kirchmann in Essen
Füchse tauchen immer wieder in Wohngebieten auf wie hier in Altenessen in einem Garten.Foto: Mauro Dhein

Essen.   Der Schock bei Familie Kirchmann sitzt noch immer tief. Ein Fuchs hatte sich in ihren Garten geschlichen und Meerschweinchen Nero erlegt. Noch anderthalb Stunden nach dem Vorfall saß das Tier im seelenruhig im Garten. Und Familie Kirchmann rätselte, was zu tun ist.

Familie Kirchmann ist geschockt. Ihr Meerschweinchen Nero ist tot. Dabei war das Böckchen nicht alt oder krank: Ein Fuchs hat es getötet. „Der lief meinem Sohn am Haus entgegen“, sagt Mutter Astrid Kirchmann-Wember (48). Der Elfjährige reagierte schnell und ging ins Haus, um seinen Onkel zu holen. Als sie wieder in den Garten kamen, war der Fuchs schon da und biss Nero tot.

„Da hat mein Bruder einen Besen genommen“, erzählt die Werdenerin, die am vergangenen Samstag mit ihrem Mann unterwegs war, als ihr Bruder anrief. Der konnte zwar Meerschweinchen Bruno das Leben retten, doch der Fuchs verschwand nicht wieder, sondern blieb in Garten der Familie an der Ruhrtalstraße.

Dort hatten bereits Nachbarn die Feuerwehr informiert. Wegjagen, habe die geraten. Das scheiterte allerdings. Die Polizei sei auch sehr nett am Telefon gewesen, habe aber keinen Wagen frei gehabt.

Angst und Hilflosigkeit

„Wir bekamen Telefonnummern von zwei Jägern“, erzählt Astrid Kirchmann-Wember, die sich jetzt noch über die Reaktion ärgert. Einer habe gefragt, ob er die Ruhrtalstraße sperren solle. Der Garten sei ein befriedeter Bezirk, da könne er nichts machen. „Wir fühlten uns allein gelassen“, sagt die Mutter. Sie sorgten sie sich wegen der vielbefahrenen Straße und hatten Angst, weil der Fuchs so nah kam. Ein Tierarzt konnte sie immerhin am Telefon beruhigen, da es seit Jahren keine Tollwutfälle gebe.

„Nach anderthalb Stunden saß der Fuchs noch im Garten.“ Sie hatten das Tor geöffnet, obwohl er zu allen andern Seiten hätte verschwinden können. Er lief dann auf die Gleise hinter dem Haus, wo ihn noch kurz ein Hund jagte. „Zum Glück kam nicht noch ein Zug“, sagt Astrid Kirchmann-Wember. Was hätte nicht alles passieren können, auch wenn sie ihn tatsächlich verjagt hätten und er vor ein Auto gelaufen wäre: „Hätten wir haften müssen“, fragt sie. Und: „Wer ist denn jetzt zuständig?“

„Die Polizei nicht“, sagt Sprecher Lars Lindemann. Was nicht heißt, dass sie nicht helfen würden. Allerdings hätten sie dafür weder die Kapazitäten, noch die Ausbildung, aber Telefonnummern der Jäger. So wie die Feuerwehr. „Wer nicht weiter weiß, kann uns anrufen, auch wenn es nicht brennt“, sagt Thomas Lembeck, der solche Anrufe kennt. „Wir rücken aber nur aus, wenn vom Tier Gefahr ausgeht oder es gerettet werden muss.“ Das Tierheim rettet Igel und Wildkaninchen, „bei Füchsen dürfen wir nicht eingreifen“.

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Kommentare
31.08.2012
10:43
Fuchs tötete das Meerschweinchen von Familie Kirchmann in Essen
von Westwind | #38

Man warte ab, bis sich die ohne natürliche Feinde ausbreitende Waschbärpopulation auch in unseren Breitengraden eingefunden hat. Ist nur eine Frage...
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Fuchs tötete das Meerschweinchen von Familie Kirchmann in Essen
Fuchs tötete das Meerschweinchen von Familie Kirchmann in Essen
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/fuchs-toetete-das-meerschweinchen-von-familie-kirchmann-in-essen-id7036296.html
2012-08-29 12:00
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