Frost in Essen - Leere Tanks und schlappe Batterien
13.02.2012 | 18:29 Uhr 2012-02-13T18:29:00+0100
Essen. Nachts fiel die Temperatur auf zweistellige Minusgerade, und auch tagsüber wurde es einem nicht so recht warm ums Herz. Keine Frage, die zurückliegende Woche war eine extreme. Wohl dem, der gut vorbereitet ist, sollte der eisige Winter zurückkehren.
Tohmas Glettenberg arbeitet nicht an der Börse, und dennoch hat er es jeden Tag mit Spekulanten zu tun. Glettenberg liefert Heizöl. Und jeder, der mit Öl heizt, beobachtet die Preise wie ein Börsianer den Dax. Zu dumm: Anders als erwartet, ist der Heizölpreis im vergangenen Herbst nicht gefallen, was Glettenberg Arbeitstage von zwölf Stunden beschert.
Früh morgens macht er seinen Tankwagen im Duisburger Hafen voll, um Kunden von Karnap bis Kettwig zu beliefern. Und so mancher darunter bibbert bereits vor Kälte. „Viele haben sich verkalkuliert und vor dem Winter nicht genug getankt“, berichtet Glettenbergs Frau Petra, die die Preisentwicklung auf dem Rotterdamer Spotmarkt beobachtet. Für 1000 Liter Heizöl sind etwa 1000 Euro fällig, Steuern inklusive.
Nicht zu hoch pokern
Ein Tipp? Schwierig. Wie sich der Preis entwickelt, sei eine Rechnung mit zu vielen Unbekannten. Zu hoch pokern sollten Verbraucher nicht. „Die Lieferzeit beträgt derzeit bis zu eineinhalb Wochen.“ Wen es tröstet: „Natürlich versuchen wir, Härtefälle irgendwie dazwischen zu schieben.“
Wenn Friedhelm Engler von der Firma Endo-Haus gerufen wird, ist es oft schon zu spät. Dann gilt es, die geplatzte Rohrleitung zu verschließen und den Schaden in Grenzen zu halten. Vor allem in Altbauten halten Wasserleitungen dem Dauerfrost oft nicht stand, weil sie auch durch Räume verlegt wurden, die nicht beheizt sind, weiß der Spezialist für Sanitär und Heizung aus Altenessen. Auch unbeheizte Dachböden oder Lagerhallen seien besonders gefährdet. Ein halbes Dutzend Mal pro Tag musste der Engler in der vergangenen Winterwoche ausrücken. Bestenfalls konnte er zugefrorene Leitungen noch rechtzeitig auftauen.
Sein Tipp: Wo Räume nicht geheizt werden, für eine elektrische Notbeheizung sorgen und die Außenwände dämmen, bevor der nächste Winter vor der Tür steht.
Batterie regelmäßig warten
„Die Batterie, die Batterie und noch mal die Batterie“- Ralf Rohn vom Abschlepp- und Pannendienst Krings in Kray hat es immer wieder mit derselben Fehlerquelle zu tun, wenn dieser Tage ein Auto einfach nicht anspringen will, was in der vergangenen Woche häufig der Fall war. Wartezeiten von zwei bis drei Stunden, bis der Pannendienst an Ort und Stelle erschien, waren keine Ausnahme, sondern die Regel. Extreme Kälte bedeutet für eine Autobatterie extreme Belastung. Das Gebläse auf volle Pulle, beheizbare Heckscheibe oder Sitze und dazu noch die moderne Fahrzeugelektronik - da könne die Batterie schon mal schlapp machen.
Sein Tipp: Die Batterie regelmäßig warten und nicht auf Billigware aus dem Baumarkt abfahren, sondern auf Markenware vertrauen. Dann sollte die Batterie ohne Probleme bis zu fünf Jahre halten.
"Es ist genug Gas da"
Dass Russland jüngst mal wieder den Export von Erdgas gedrosselt hat, lässt die Stadtwerke kalt. „Es ist genug Gas da“, sagt Unternehmenssprecher Dirk Pomplun. Auch wenn die Stadtwerke 25 Prozent ihres Gases aus Russland beziehen und der Verbrauch in diesem Monat kräftig angezogen hat. Aber Norwegen und die Niederlande liefern verlässlich. Teilweise setzte der kommunale Energieversorger im Februar das doppelte der sonst üblichen Menge ab, was den Verbrauchern einen kräftigen Nachschlag bei der Abrechnung bescheren dürfte. Aber dafür war der vergangene November außergewöhnlich mild, beruhigt Pomplun.
Sein Tipp: Nein, nicht schon mal sicherheitshalber etwas Geld für die Abrechnung zur Seite legen, sondern die Heizung einmal im Jahr überprüfen lassen und stets so Lüften, dass man sein Geld nicht zum Fenster rauswirft, wenn es draußen eiskalt ist.
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