Friedlich, ausgelassen, energisch

Polizeipräsidentin Stephania Fischer-Weinsziehr hatte vor mehr als einer Woche die Hooligan-Demo verboten, weil sie schwere Ausschreitungen befürchtete. Deshalb gestern die massive Polizeipräsenz. Im Hauptbahnhof bewachte die Polizei sogar jeden Bahnsteig. Auch szenekundige Beamte waren vor Ort, die Hooligans rechtzeitig ausfindig machen sollten.

Nur wenige hundert Meter weiter setzte sich um zwölf Uhr die Gegendemo von „Essen stellt sich quer“ in Bewegung. Mittendrin übrigens auch die Polizeipräsidentin, die sich über das „breite Bündnis“ freute. Die Stimmung friedlich, ja ausgelassen. Eng an eng zogen die Protestler durch die Kettwiger Straße zum Willy-Brandt-Platz. So viele waren gekommen – von den Kirchen, den Parteien, den Sportvereinen, den Gewerkschaften.

Da demonstrierten muslimische Frauen für ein friedliches Miteinander, zeigte eine auf ihrem Transparent neben dem islamischen Symbol auch den Davidstern und das Jesuskreuz. Da wehten grüne, blaue, gelbe und rote Fahnen – manche mit Che Guevara-Konterfei, andere mit dem EU-Symbol. Was sie einte, ist, gemeinsam gegen Rechtsradikalismus und Rassismus aufzustehen. Einer brachte es auf ironische Weise mit drei Wörtern auf einen Nenner: „Döner für alle“, stand auf dem Plakat.

Demo-Organisator Max Adelmann stand glücklich auf der Bühne und schaute auf den vollen Willy-Brandt-Platz. Was für ein Bild. OB Reinhard Paß rief ins Mikrofon. „Was uns eint. Wir sind Essen. Essen ist bunt“ In die gleiche Kerbe schlug CDU-Fraktionschef Thomas Kufen: „Wir sind Essen - und nicht die.“ Und meinte die Hogesa, deren Demoaufruf so viele Essener aufbrachte.

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