Frida-Levy-Schüler schreiben Heimatgeschichte(n)

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Was wir bereits wissen
Ein Praktikums-Projekt der Frida-Levy-Gesamtschule widmet sich Flucht, Migration und Integration im Ruhrgebiet. Teilnehmer setzten Gelerntes um.

Essen.. Die Schüler der Frida-Levy-Gesamtschule lernen derzeit außerhalb ihrer Klassenräume. Es ist Praktikumszeit und so führt der Weg der Neun- und Elfklässler morgens nicht in die Schule in der Stadtmitte, sondern in Anwaltspraxen, Firmenhallen und Amtsbüros. 20 Schüler kommen jeden Morgen an die Frankenstraße. Dort, im Jugendmedienzentrum der Stadt, lernen sie nicht nur etwas über die Geschichte ihrer Heimatregion, sondern auch, wie man das Gelernte journalistisch aufbereitet und mit verschiedenen Medien weitergibt.

„Flucht, Migration und Integration im Ruhrgebiet“, heißt das Thema, mit dem sich die Schüler drei Wochen lang beschäftigen. Konzipiert hat das Projekt Katja Schütze vom Bildungswerk der Humanistischen Union NRW, das an der Kronprinzenstraße sitzt.

"Sport und Integration"

„Wir arbeiten bereits im dritten Jahr mit der Frida-Levy-Gesamtschule zusammen. Die Kooperation hat sich bewährt. Die Zahl der Interessenten nimmt stetig zu“, sagt Betreuerin Katja Schütze. Die Gesamtschüler nähern sich dem Heimat-Thema sozialwissenschaftlich und historisch. „Wir geben den Rahmen. Dann sind die Praktikanten gefragt. Sie sollen sich Gedanken machen, wo man Informationen bekommt, wie man diese verarbeitet und präsentiert“, erklärt die Leiterin des Projekts.

In der ersten Woche haben die 20 Schüler der Frida-Levy-Gesamtschule viel recherchiert und gelesen und dabei ihr weiteres Vorgehen strukturiert. „Es ist schon ein umfangreiches Thema. Da muss man sich Bereiche abstecken und Grenzen setzen. Sonst verliert man den Überblick“, sagt Solomon Sarkodie. Der junge ambitionierte Vereinsfußballer hat sich seiner Gruppe dem Thema „Sport und Integration“ gewidmet. Die vier Schüler konnten Ex-Bundesligatrainer Peter Neururer für ein Interview gewinnen. Dazu sammelten sie Stimmen zum Thema bei Interviews auf der Straße. „Man muss sich etwas überwinden und auf Leute zugehen und fragen“, sagt Mitschüler Christian Fischer.

Radio- und Filmbeiträge

Eine zweite Gruppe des Projekts hatte weniger Glück bei der Straßenumfrage. Zum Thema „Pegida“ wollte vor der Kamera niemand etwas sagen. „Die Schüler sollen auch lernen, damit umzugehen. Und es hat geklappt. Die Gruppe hat ihren Plan geändert und ein neues Konzept erarbeitet“, erklärt Projektleiterin Katja Schütze.

In dieser Woche wird das Gelernte, das Gesehene und das Erlebte, wie der Besuch in einem Flüchtlingswohnheim, das Interview mit Peter Neururer oder die Gespräche mit Sozialarbeitern und studierenden Migranten, medial umgesetzt: Mit Radio- und Filmbeiträgen sowie mit Texten erzählen die Schülerpraktikanten dann Heimatgeschichte und ihre Heimatgeschichten.