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Kommunalpolitik

Freie Fahrt für Anwohner?

06.09.2010 | 15:22 Uhr
Freie Fahrt für Anwohner?
Freie Durchfahrt für die Anlieger der Ruhrstraße sind im Gespräch.

Kettwig.Noch über den Vorschlag der SPD-Fraktion, Anwohnern künftig das Be- und Entladen von Kraftfahrzeugen auch während der Sperrzeit auf der Ruhrstraße zu gestatten, ging Michael Bonmann (CDU) in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung IX hinaus. So forderte der Bezirksbürgermeister die Verwaltung auf, generell die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen für Anwohner zu überprüfen, um einen ungehinderten Zugang zu den Grundstücken an der Ruhrstraße auch außerhalb der zulässigen zeitlichen Begrenzung zwischen 19 und 13 Uhr zu gewährleisten.

Grundlage der Verhandlung war ein Schreiben zweier Betroffener an die Verwaltung, das abschlägig beschieden worden war. „Die Verkehrsbehörde weist darauf hin, dass es sich um einen Fußgängerbereich der Stadt Essen handelt“, zitierte Verwaltungsbeauftragter Karl-Heinz Speder aus dem Antwortbrief der Verwaltung. Außerhalb des vorgeschriebenen Zeitfensters könne auch Anwohnern keine Genehmigung erteilt werden. „Hier ist die Polizei der Meinung, dass bei Erteilung von Ausnahmegenehmigungen auf der Ruhrstraße ein reger Fahrzeugverkehr stattfinden würde.“ Speder räumte ein, dass vor einer Entscheidung noch die „maßgebliche Stellungnahme“ des Amtes für Verkehrstechnik fehle.

Dr. Michael Bonmann reagierte: „Ich sehe kein Problem darin, die sechs Stunden Straßennutzung in Form von Ausnahmegenehmigungen freizugeben.“ Diese wären allerdings – auch für Anwohner - kostenpflichtig.

DerWesten

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Kommentare
11.09.2010
23:28
Freie Fahrt für Anwohner?
von davida | #4

Also ich finde es schon notwendig, zu JEDER Zeit nach Hause FAHREN zu können. Ist doch egal, aus welchem Grund, das ist doch auch ganz alleine meine Sache. Von daher würde ich den Anwohnern ein uneingeschränktes Befahren der Ruhrstraße zugestehen.

10.09.2010
09:24
Freie Fahrt für Anwohner?
von Ruhrkritiker | #3

Wer A sagt muss auch B sagen.
Wer Ruhe will (eine Fußgängerzone) der muss auch in Kauf nehmen, dass dies nicht NUR Vorteile mitsich bringt. (Andienzeit von 19-13 Uhr)
Sehen sie es positiv es könnte ja auch eine Andienzeit von 19-9 Uhr sein. Das wäre ein größerer Nachteil.
Aber gut manch einem kann man es nie recht machen.

09.09.2010
23:26
Freie Fahrt für Anwohner?
von Heuwinkel | #2

Es geht nicht um -Freie Fahrt- oder -Freie Durchfahrt-, es geht um die Erreichbarkeit unserer Wohnungen mit dem Auto zu jeder Tageszeit.

Zum besseren Verständnis hier das Schreiben an die Bezirksvertretung:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Alle Anwohner der Ruhrstraße, östlicher wie westlicher Teil, da sind wir sicher, sind froh darüber, dass die Ruhrstraße zur Fußgängerzone umgewidmet wurde. Insbesondere die Sperrung der Zufahrt von der Ringstraße in den Mühlengraben hat dafür gesorgt, dass die Ruhrstraße nicht mehr als Abkürzung
zum westlichen Teil der Stadt, wie zum Ortskern genutzt wird.
Auch wenn die Moped- und Rollerfahrer, die von Vor der Brücke zum Gymnasium oder zur Realschule fahren, sich regelmäßig nicht an das Durchfahrverbot halten und morgens zwischen 7.00 und 8.30 Uhr durch die Ruhrstraße in westlicher Richtung donnern und mittags zwischen 11.30 und 12.30 Uhr wieder zurück, ist es doch insgesamt eine gute Lösung.

Was uns und auch andere Anlieger, mit denen wir gesprochen haben, bewegt, ist das schlechte Gewissen, das wir regelmäßig haben, wenn wir außerhalb der Andienzeiten (19.00 bis 13.00 Uhr und sonntags nie) unsere Wohnstätte anfahren müssen.

Die Betonung liegt auf müssen!

Jede noch so gute Zeitplanung unter gewissenhafter Einbeziehung der Andienzeiten kann durch unvorhersehbare Störungen im Planungsablauf (Verkehrsstaus, falsche Zeiteinschätzung etc.) außer Plan geraten.
Wir sind dann gezwungen unser voll beladenes Auto (ggf. sogar mit verderblichen Waren, etwa im Sommer bei großer Hitze oder auch im Winter bei entsprechender Kälte) z.B. ab 13.00 Uhr auf unserem externen Stellplatz abzustellen, um dann erst ab 19.00 Uhr legal unsere Wohnstätte zum Entladen anfahren zu können.

Urlaubsabfahrten und Urlaubsrückkehrungen, verbunden mit dem Transport schwerer Koffer, sind meist kaum mit den Andienzeiten zu koordinieren. Also schleppen wir unsere Koffer vom externen Stellplatz durch die Stadt, oder wir „leisten“ uns ein schlechtes Gewissen, im schlimmsten Fall eine Verwarnung oder gar ein Bußgeld.

Anlieferungsdienste werden von uns darauf hingewiesen, dass eine Anlieferung nur von 19.00 bis 13.00 Uhr legal möglich ist. „Ja dann tut es uns leid, das können wir nicht garantieren“, bekommen wir oft zur Antwort.

Besuch von unseren Enkelkindern (8 Mon. und 3 Jahre) z. B. am Wochenende mit Übernachtung ist nur mit illegaler Anfahrt möglich, denn die Enkelkinder halten sich mit ihren Schlafgewohnheiten nicht an die Andienzeiten.
Das Reisebett, die vielen Taschen mit Kleidung, Windeln sowie Bettzeug u. u. u., müssten vom externen Stellplatz durch die Stadt geschleppt werden.
Die Abreise der Enkelkinder mit einem Auto von der Wohnstätte aus wäre am Sonntag legal gar nicht möglich.

Dies sind nur ein paar Beispiele von vielen Situationen, wie das Leben so spielt.

Wir meinen deshalb, dass die derzeitige Verkehrsregelung (Andienzeiten) für die Ruhrstraße eine unzumutbare Einschränkung ist, die uns Anliegern immer wieder ein schlechtes Gewissen macht.

Wir bitten daher um Abhilfe:

Fußgängerzone: Ja

Absolutes Parkverbot: Ja

Sperrung Zufahrt Ringstr. - Mühlengraben: Ja

Aber bitte Andienzeiten für Anlieger rund um die Uhr!
Das hat auch was mit Lebensqualität zu tun.

Nichtanlieger fahren auch jetzt in die Ruhrstraße, die sind so oder so nicht zu disziplinieren und schon gar nicht zu kontrollieren.
Vielleicht wäre das durch eine halbierte Sackgassenregelung der östlichen und westlichen Ruhrstraße möglich? Teilung am Platz an der Brückenschenke!

Für die Anlieger wäre eine Änderung der Andienzeiten eine erhebliche Verbesserung.

Mit freundlichen Grüßen

Was meinen Sie dazu?

06.09.2010
20:55
Freie Fahrt für Anwohner?
von Al2267 | #1

Stellt eine 1-euro-Jobber an die schranke, der von jedem ohne Anwohnerausweis oder Sondergenehmigung 100 Euro kassiert, wovon er die Hälfte behalten darf.

Folge:

Nach 4 Wochen fährt da automatisch kein Anderer mehr rein.

Die einfachsten Lösungen sind meist die praktikabelsten.

Und ... es könnte ja auch einen Lostopf geben, aus dem die 1-Euro-Jobber gezogen werden ...

Opium fürs Volk ....

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