Foto-Ausstellung zeigt das Ruhrgebiet in allen Facetten

Marion Falkowski spiegelt in ihren Bildern bekannte Ruhrgebiets-Architektur, wie hier  das Thyssen-Krupp-Quartier.
Marion Falkowski spiegelt in ihren Bildern bekannte Ruhrgebiets-Architektur, wie hier das Thyssen-Krupp-Quartier.
Foto: Marion Falkowski
Was wir bereits wissen
Am 6. März öffnet im Bürgerzentrum Villa Rü die Ausstellung „Ruhrpottblenden“. Dahinter stehtein revierweites Netzwerk aus Fotografen.

Essen-Rüttenscheid.. Der Liebe zum Ruhrgebiet und zur Fotografie wird ab Sonntag, 6. März, eine besondere Ausstellung im Bürgerzentrum Villa Rü gewidmet: „Ruhrpottblenden“ haben die elf beteiligten Fotografen ihre Schau genannt, in der sie ihre Heimat mit teils ungewöhnliche Perspektiven in Szene setzen.

Hinter der Ausstellung steckt die Interessengemeinschaft „Ruhrpottfotografie“, ein loses Netzwerk von Fotografen aus dem gesamten Revier, das allein im sozialen Netzwerk Facebook mehr als 800 Mitglieder zählt. Der Rüttenscheider Torsten Thies hob es 2011 aus der Taufe. „Das war eine Nachwirkung der Kulturhauptstadt, wo die Fotografie meiner Meinung nach etwas zu kurz gekommen ist. Ich wollte eine Plattform für alle Fotografiebegeisterten schaffen – ganz gleich, ob sie die Fotografie beruflich oder als Hobby betreiben“, sagt Thies, der aktuell selbst eine Fotoagentur aufbaut. Eines der Ziele sei eben auch die Vermittlung von Ausstellungsflächen, „was speziell für Hobbyfotografen ja sonst eher schwierig ist. Gemeinsam können wir mehr erreichen“, sagt Thies.

Aktuelles Projekt zur eigenen Straße

Vernissage und Foto-Walk

Tatsächlich hat die Gruppe bereits zahlreiche Projekte realisiert: Aktuell etwa arbeiten viele Fotografen der Gruppe an der Aufgabe „Meine Straße“, bei der sie ihr direktes privates Umfeld ein Jahr lang im Bild festhalten. Die Arbeiten münden ebenso in eine Ausstellung wie die Bilder eines parallel laufenden Flüchtlings-Fotoprojekts. „Dabei begleiten wir Flüchtlinge im Ruhrgebiet – in Zeltdörfern, beim Weg zum Amt, beim Wohnungseinzug. Wir wollen ihre Sicht auf die für sie neue Umgebung zeigen“, erklärt Rüdiger Tiede, der das Projekt mitverantwortet.

Die Ausstellung „Ruhrpottblenden“ hingegen wurde schon mehrfach an verschiedenen Orten gezeigt, „immer mit anderen Bildern und Künstlern“, sagt Torsten Thies. Ihm und seinen Mitstreitern gehe es auch darum, „die Wertigkeit eines Bildes hervorzuheben und mal wieder in Ruhe ein Foto an der Wand zu betrachten“. Der Heimatgedanke zieht sich dabei wie ein roter Faden durch die Bilder der Ausstellung – von bekannten Motiven wie Zollverein und dem Krupp-Quartier bis hin zu ungewöhnlichen Perspektiven: etwa auf die Evonik-Zentrale bei Nacht oder mit einem Blick in die Umkleidekabine von Rot-Weiss Essen. Manche in der Gruppe haben ihre Heimat durch die Fotografie neu kennen gelernt, erklärt etwa Claudia Weller aus Mülheim: „Ich habe die Liebe zu meiner Heimat wiederentdeckt.“

Wer mitmachen möchte, kann bei den regelmäßigen Treffen vorbeischauen; jeweils am ersten Donnerstag im Monat ab 18.30 Uhr im Unperfekthaus (Friedrich-Ebert-Straße 18). Weitere Informationen gibt auch hier.