„Fossilien Freunde Essen“ werden 30 Jahre alt
18.09.2012 | 18:02 Uhr 2012-09-18T18:02:00+0200
Essen. Die „Fossilien Freunde Essen“ werden 30 Jahre alt, zum Jubiläum gibt es eine große Ausstellung im Foyer der Volkshochschule am Burgplatz. Gezeigt werden Fundstücke aus einer besonders großen Baustelle, die zentraler hätte gar nicht sein können.
Die Erde besteht schon einige Milliarden Jahre. Große Ehrfurcht vor den Spuren der Vergangenheit haben Hannelore Kahmann und etwa 50 Mitstreiter – die „Fossilien Freunde Essen“. Sie finden die Spuren der Vorzeit nicht an irgendwelchen exotischen Exkursionszielen, sondern mitten in der Stadt. „Wir müssen nur“, sagt Frau Kahmann, „aufmerksam an jeder Baustelle vorbeigehen. Wenn Sie Muschelschalen im aufgeworfenen Erdreich sehen, ist das ein Indiz, dass es sehr interessant werden könnte.“
Die „Fossilien Freunde Essen“ werden 30 Jahre alt, zum Jubiläum gibt es eine große Ausstellung im Foyer der Volkshochschule am Burgplatz. Gezeigt werden Fundstücke aus einer besonders großen Baustelle, die zentraler hätte gar nicht sein können: Die „Fossilien Freunde“ hatten sich soeben als fester Verein zusammengetan, das war 1982. Herbert Baschin und der Geologe Udo Scheer waren die ersten Vorsitzenden. Nur wenige Monate später wurde eine gigantische Grube im Herzen der Stadt ausgehoben.
Diese Baugrube: ein Juwel
Die Arbeiten begannen für das heutige Gildehof-Center , das einst als „Freizeit- und Spaß-Center“ geplant worden war und mit seinem Pleite-Bad, das nach nur wenigen Jahren wieder zumachte und heute der Stadtbücherei als Domizil dient.
Paläontologisch betrachtet, war diese Baugrube ein Juwel. Immer samstags, wenn die Bagger ruhten, gingen Hannelore Kahmann und die anderen „Fossilien Freunde“ in Gummistiefeln durch die Erde, die von Fachmännern „Grünsand“ genannt wird. Mit Hammer und Meißel barg man Muscheln, Schnecken und Ammoniten. Diese Meerestiere lebten vor 100 Millionen Jahren. Auch ein versteinerter Baumstamm aus der Karbonzeit wurde gefunden.
Gegründet hatten sich die „Fossilien Freunde“ aus einem runden Dutzend Interessierter, sie waren immer die gleichen gewesen bei den Kursen, die die VHS bis dahin lose angeboten hatte – über Gesteine, Mineralien und Geologie im allgemeinen. „Da beschlossen wir, uns ,Fossilien Freunde’ zu nennen“, erinnert sich Hannelore Kahmann. Der Verein war geboren, und achtmal im Jahr kommt man bis heute zu Info-Treffen und Vorträgen zum Thema zusammen. Die „Fossilien Freunde“ haben bei der VHS ihre Heimat seit Jahr und Tag, es gibt auch Präparationskurse. In diesen Kursen werden die Fossilien vom umliegenden Gestein freigelegt oder gesägt und geschliffen.
Das gemeinsame Hobby verbindet
Neu ins Leben gerufen wurde vor einigen Jahren ein Stammtisch, der monatlich im Steeler „Grend“ tagt. Auch Fahrten finden statt, in Museen oder an berühmte Ausgrabungsorte wie die Grube Messel. An einem Zuwachs von neuen Mitgliedern sind die „Fossilien Freunde“ immer interessiert – das gemeinsame Hobby verbindet.
Hannelore Kahmann, die gelegentlich die Kurse leitet, die die „Fossilien Freunde“ im Rahmen des VHS-Programms anbieten, erinnert sich, dass sie schon als Kind „gern mit Steinen gespielt“ hat.
Sie erinnert sich an zahllose Besuche im damaligen Heimatmuseum an der Alfredstraße, an einen „Riesenschrank mit Schubladen“, darin waren Erden und Gesteine gelagert. „Mich hat immer schon interessiert, welche Lebewesen und Pflanzen vor Urzeiten die Erde bevölkerten.“ Faszinierend, das Leben!

18:51
Ich glaub ein paar von den Fossilien sind auch auf den Foto zu sehen...