Fluglärm: Bürger danken Politikern

Foto: Michael Korte

Essener Süden..  Ein Jahr ist vergangen, seit sich Bürger aus dem Essener Süden vernetzten, die massiv unter dem Lärm der in Düsseldorf landenden Flugzeuge leiden. Per E-Mail tauschen die Bürger Informationen aus. Sehr erfreut waren die Anwohner, als sich im August sieben Oberbürgermeister und Bürgermeister von Städten im Umfeld von Düsseldorf, darunter der Essener OB Reinhard Paß, in einem vierseitigen Brief an NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gegen eine Erweiterung des Flughafens aussprachen.

Sie sind der Meinung, dass nicht der Bedarf die Kapazität des Flughafens bestimmen könne, sondern die Belastbarkeit seines Umfelds. „Es hat uns natürlich sehr gefreut, dass sich Kommunalpolitiker für den Schutz der Anwohner einsetzen“, so Alexandra Möckl (40) aus Stadtwald, bei der die Fäden der Bürgergruppe zusammenlaufen. Sie und ihre Mitstreiter haben deshalb zum Jahreswechsel eine Grußbotschaft an die sieben Politiker verfasst. „Wir wollen uns bedanken und zum Weitermachen auffordern“, so Möckl. Rund 120 Bürger haben den Gruß unterschrieben. „Wir freuen uns über den Dialog mit den Politikern. Man muss auch mal Lob aussprechen, wenn es angebracht ist“, so Möckl.

Eine Vereinsgründung ist nicht geplant. „Wir vermeiden bewusst solche Strukturen, wollen auch die Leute mitnehmen, die das Thema interessiert, die aber keinem Verein beitreten wollen. Inzwischen haben wir rund 150 Adressen im Verteiler“, sagt Möckl, die seit vier Jahren mit ihrer Familie in Stadtwald wohnt. „Als wir hierher zogen, war es noch längst nicht so schlimm“, erinnert sich die Mutter von zwei Kindern im Alter von vier und sechs Jahren. Sie engagiere sich, weil ihr die Lebensqualität in den Stadtteilen wichtig sei. Nach dem Empfinden von Alexandra Möckl hat nicht nur die Zahl der Flüge zugenommen: „Sie fliegen auch tiefer und schneller“, so ihr Eindruck. Der Lärm verhindere im Sommer entspannte Abende auf dem Balkon und das Schlafen bei offenem Fenster, könne laut Studien zu gesundheitlichen Problemen führen.

Sabine Knipping-Paff (54) leidet in Überruhr unter dem gleichen Problem. Ihr macht Angst, dass der Flughafen Düsseldorf einen Antrag stellen wolle, die Zahl der stündlichen Flugbewegungen in Spitzenzeiten von jetzt 46 auf 60 zu steigern. Auch die angestrebte flexiblere Nutzung der zweiten Startbahn würde die Situation für die Anwohner wohl verschärfen, ahnt sie. „Ich wohne seit 22 Jahren in Überruhr. Hätte ich gewusst, wie sich die Sache mit dem Flughafen entwickelt, wäre ich nicht dorthin gezogen“, sagt Sabine Knipping-Paff, die eine Wertminderung ihres Hauses befürchtet.