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Flüchtlingsrat Pro Asyl kritisiert Essener Ausländeramt

22.05.2012 | 10:00 Uhr
Flüchtlingsrat Pro Asyl kritisiert Essener Ausländeramt
Ausländeramt der Stadt Essen.Foto: Remo Bodo Tietz

Essen.  Nach dem Lob der Politik für die Kundenfreundlichkeit des Essener Ausländeramts schaltet sich „Pro Asyl“ ein: Es dauere jetzt bis zu zwei Monate, bis Flüchtlinge einen Termin bekommen. Mitunter müssten auch werdende Mütter wochenlang auf Leistungen für Schwangerschaft und Geburt verzichten.

Lob ist nicht das täglich Brot der Mitarbeiter in der Ausländerbehörde an der Schederhofstraße. Da dürfte es sie in der vergangenen Woche umso mehr gefreut haben, dass Vertreter von SPD und CDU ihnen und ihrem Amt öffentlich bescheinigten, sich auf den Weg hin zu mehr Kundenfreundlichkeit gemacht zu haben.

Merkliche Anlaufschwierigkeiten

Durch die persönliche Terminvergabe, so hieß es, habe sich die seit Jahren kritisierte Situation auf den Fluren merklich entschärft. Was selbst der Essener Flüchtlingsrat „Pro Asyl“ bestätigen mag, allerdings nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die momentane Umstellung in der Behörde mit merklichen Anlaufschwierigkeiten einhergehe.

Die sichtbare Warteschlange mag zwar passé sein. Jedoch landen die Kunden jetzt in einer wochenlangen Warteschleife und schlagen spätestens dann hilfesuchend bei den Flüchtlingsberatern auf, wenn ihnen existenzielle Nachteile entstehen. „Was außerhalb der Flure des Ausländeramtes passiert“, sagt Inka Jatta von Pro Asyl, „bleibt der Öffentlichkeit zumeist verborgen.“ Aber eben nicht den Helfern von der Friedrich-Ebert-Straße: Nach deren Darstellung warten die Menschen sechs bis acht Wochen auf einen Termin und auch in dringenden Fällen sei „keine schnelle Vorsprache möglich“.

Fälle von besonderer Härte

Wöchentlich werden Fälle von besonderer Härte bekannt, so Jatta. Etwa dann, wenn Neugeborene nicht schnell genug angemeldet werden können oder werdende Mütter „wochenlang auf Leistungen für Schwangerschaft und Geburt verzichten müssen, weil ohne eine Anmeldung die Krankenversicherung über das Sozialamt nicht greift“. Auch die Flüchtlingsberatung der Evangelischen Kirche kenne solche Fälle.

Probleme, die Peter Allmang, stellvertretender Leiter des OB-Büros der Stadt, nicht unbekannt sind: In der Tat gebe es bei der Terminvergabe „einen Vorlauf von vier bis sechs Wochen“, wenn ein Aufenthaltstitel über Berlin beantragt werden müsse. Das sei zwar „verbesserungsfähig“, im Vergleich zu anderen Behörden aber „so schlecht nicht“.

Mehrere Faktoren kommen zusammen

Es kämen mehrere Faktoren zusammen: ein überdurchschnittlich hoher Krankenstand treffe auf eine Personaldecke, die eh schon auf Kante genäht sei und „eine freie Wahl der Brückentage“, die „testweise eingeführt“ worden sei, trage ihr Übriges dazu bei. Zurzeit denke man innerhalb der Stadtspitze über Lösungen nach, „um die Rückstände abbauen zu können“, so Allmang – etwa mit den Kunden stundenweise Termine am eigentlich publikumsfreien Mittwoch zu vereinbaren: „Wir arbeiten dran.“

Jörg Maibaum


Kommentare
23.05.2012
11:24
@HerrSoundso
von bigkahuna | #16

Diese Frage sollten Sie nicht ProAsyl, sondern dem Gesetzgeber stellen !
Aus dem Artikel :
"werdende Mütter „wochenlang auf Leistungen für Schwangerschaft und Geburt verzichten müssen, weil ohne eine Anmeldung die Krankenversicherung über das Sozialamt nicht greift“.
Heißt : Eine schwangere Frau oder ein neugeborenes Kind kann nicht ärztlich betreut oder behandelt werden, weil sie nicht krankenversichert sind.
Die Kälte, die aus manchen Beiträgen spricht, lässt beinahe meine Tastatur einfrieren.
Aber, wie schon unten erwähnt : Schön, wenn man als armes Würstchen jemanden findet, der noch ärmer dran ist !

1 Antwort
Flüchtlingsrat Pro Asyl kritisiert Essener Ausländeramt
von Blockschokolade | #16-1

MIt dem Argument könnte man den Gesetzgeber auch fragen, warum kein KV-Schutz besteht. Unabhängig davon dass das Sozialamt in diesen Fällen ohnehin die Kosten übernimmt, aber das steht natürlich nicht im Artikel...

22.05.2012
18:36
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Name von Moderation entfernt | #15

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1 Antwort
Flüchtlingsrat Pro Asyl kritisiert Essener Ausländeramt
von annaberg | #15-1

da bekommt man kein h 4

22.05.2012
18:14
Deutschland ist wohl eines der ausländerfreundlichsten Länder der Welt
von bayou | #14

……Eine Billion Euro Sonderschulden aber hatte Deutschland bereits 2007 für Migranten, die mehr aus den Hilfesystemen entnehmen, als sie aufgrund schlechter Schulleistungen und anderer Handicaps in sie einzahlen können. Auf jeden der 25 Millionen vollerwerbstätigen Nettosteuerzahler fallen allein für diese historisch einmalige Aufgabe 40.000 Euro Schulden……
http://www.faz.net/-015l1k

22.05.2012
16:11
Bürgerlich?
von Hardisch | #13

Interessant, wenn man hier so die Kommentare liest- zu diesem Thema kann der deutsche Spießer mit Hang zu Herbstfarben sich mal wieder so richtig austoben!

22.05.2012
15:28
Lange Schlangen passe´?
von HerrSoundso | #12

Na.... Pro Asyl könnte ja als erstes mal die Frage beantwoten, warum noch "Asyl" Anträge von Leuten aus Ländern angenommen/verlängert werden (müssen), in denen seit locker 20 Jahren weder Bürgerkrieg noch Verfolgung herrschen ?

Zudem dürften einem Teil dieser Leute später die lange Wartezeit auf einen freien Platz in einer JVA dagegen wohl recht gelegen kommen; hier hat es seitens der PA wohl auch nich nie Beschwerden gegeben.

Bliebe noch die Frage, wann genau PA eigentlich mal schauen war. An einem sonnigen Sonntag Nachmittagsspaziergang ?
Vor 2 Wochen war ich dort, um einem seit über 40 Jahren lebenden Griechen bei der Einbürgerung zu helfen.
3 Stunden Wartezeit. Noch verbunden mit der Frage: "Wer war der letzte in der Schlange ?"

Richtig ist allerdings auch, daß zB ein solches Einbürgerungsverfahren die absolute Krönung des deutschen Beamtenwahns darstellt.
Einen solch (logischen) Irr- und Unsinn dürfte es auf dieser Welt wohl wirklich kein 2. mal geben.

22.05.2012
15:16
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Name von Moderation entfernt | #11

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22.05.2012
15:15
Schön, wenn ein armes Würstchen
von bigkahuna | #10

jemanden findet, an dem es hier seinen Frust ablassen kann!

22.05.2012
15:08
Flüchtlingsrat Pro Asyl kritisiert Essener Ausländeramt
von mar.go | #9

Leider mußte ich kürzlich feststellen, daß die meisten Asylbewerber in der U-Bahnstation Berliner Platz auf ihre Termine zu warten scheinen.
Nur so erklärt sich, daß man bestimmte Leute beim Umsteigen auf der Hinfahrt und auf der Rückfahrt einige Stunden später nochmals sieht.
Allerdings gehöre ich zur arbeitenden Bevölkerung, konnte daher diese Beobachtung nur anläßlich eines Urlaubstages machen.

1 Antwort
Flüchtlingsrat Pro Asyl kritisiert Essener Ausländeramt
von boehmann | #9-1

Dann warten sie eben, oder stehen die unter Tremindruck ?
Einfach warten lassen , bis der Winter vorbei ist, dann zieht die Karawane wieder in Richtung Heimat.

22.05.2012
14:58
Flüchtlingsrat Pro Asyl kritisiert Essener Ausländeramt
von Kommentierer | #8

Da kommen die "armen" Menschen aus einem, ach so gefährlichen land, sind dort von Tod bedroht, und hier wird wegen nicht schnell genug geleisteten GELDzahlungen rumgemoppert. Natürlich.

Sie sind aber keinesfalls hier wegen der sozialen Absicherung.

Ach ja, und JEDER Bürger ist betroffen vom Abbau der Stellen bei der Stadt Essen.

Ist ein gesamtes Problem. Nicht nur der hier sicher lebenden Asylanten.

22.05.2012
14:22
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Name von Moderation entfernt | #7

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