Flüchtlinge spielen Fußball - ein Besuch beim FC Stoppenberg

Foto: Stefan Arend
Der FC Stoppenberg lädt Flüchtlinge zum regelmäßigen Fußball-Training zusammen mit den Stammspielern ein. Der Verein versteht das als einen „selbstverständlichen“ Beitrag zur Integration. Ein Besuch beim Training.

Essen.. Regen, Kälte, aufgeweichte Asche – das sind keine optimalen Bedingungen für ein Fußballtraining. Doch davon ließ sich keiner der rund zwanzig Flüchtlinge den Spaß verderben, die jetzt mit den Fußballern des FC Stoppenberg auf dem Platz standen.

Flüchtlinge spielen Fußball – der Vereinsvorsitzende Thomas Spitz erklärt das Projekt: „Beim runden Tisch zum Thema Flüchtlinge hier im Bezirk kamen wir auf die Idee, den Asylbewerbern aus dem Heim an der Kapitelwiese die Chance zu geben, bei uns mitzutrainieren.“

Ein Zeichen gegen populistische Parolen und offene Proteste

Ein deutliches Zeichen wolle man setzen, gegen populistische Parolen, aber auch gegen offene Proteste aus der Stoppenberger Bürgerschaft. „Es ist für uns selbstverständlich, dass wir als Sportverein unseren Beitrag zur Integration leisten“, betont Vorstandsmitglied Ralf „Kanno“ Kanoniczak. „Eigentlich sind wir eher überrascht darüber, dass unsere Idee so große Wellen schlägt. Sich zu engagieren, scheint nicht so selbstverständlich zu sein, wie es das für uns war.“

Fußball Die Integration der Flüchtlinge in den Verein scheint zumindest kein Problem zu sein. Sprachbarrieren überwindet man gekonnt mit Händen und Füßen. „Dazu kommt natürlich, dass wir in unserem Verein sowieso eine recht hohe Ausländerquote haben, in der Jugend sogar gut 40 Prozent“, sagt Kanoniczak. „Alle Spieler haben die Flüchtlinge sofort in ihre Mitte aufgenommen, an uns sind keine Beschwerden herangetragen worden.“

Das glaubt man ohne zu zögern, wenn man dem bunt zusammengewürfelten Team beim Trainieren zuschaut. Die Stimmung ist ausgezeichnet, es wird viel gelacht. Dass ein großer Teil der Flüchtlinge in ihren Heimatländern eher selten vor den Ball getreten hat, stört nicht – der eine oder andere verzogene Ball wird von den Kickern des FC Stoppenberg generös übersehen.

"Vielleicht entdecken wir ja noch einen zweiten Didier Drogba...“

Der Spaß am Fußball steht klar im Vordergrund – Spiele bestreiten sollen die Flüchtlinge ohnehin zunächst nicht. „In der Liga müssen wir natürlich mit unseren Stammkräften antreten“, erklärt Ralf Kanoniczak. Eine eigene Flüchtlingsmannschaft sei auch nicht angedacht, man wolle verhindern, dass womöglich ein „Verein im Verein“ entstünde.

Nichtsdestotrotz beobachten die Vorstandsmitglieder das Auftreten der Flüchtlinge auf dem Platz hochkonzentriert: „Wer weiß, vielleicht entdecken wir ja noch einen zweiten Didier Drogba...“

Die Begeisterung der Flüchtlinge ist groß: „Ich habe schon in meiner Heimat im Verein gespielt, dass ich jetzt hier meinem Sport weiter nachgehen kann, ist einfach großartig“, schwärmt Koné Mamane aus Mali. Der Hobbykicker ist seit drei Monaten in Deutschland. Ob er vielleicht eines der Talente ist, nach denen der Vorstand Ausschau hält? Das wird sich zeigen. Denn eine Eintagsfliege ist das Projekt ganz sicher nicht.