Flüchtlinge brauchen Koffer und Kinderwagen

Ordentlich und nach Größen sortiert liegt die Kleidung im „Warenhaus“ des Asylheims im Essener Opti-Parks.
Ordentlich und nach Größen sortiert liegt die Kleidung im „Warenhaus“ des Asylheims im Essener Opti-Parks.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Kleiderkammer des Asylheims im Essener Opti-Park nimmt wieder Spenden an: Neben solider Kleidung werden vor allem Reisetaschen, Koffer und Kinderwagen gebraucht.

Essen.. Einige Wochen lang galt bei der Kleiderkammer im Opti-Park das Motto: „Wir nehmen nichts!“ So viele Spenden waren dort eingegangen, dass sich Tüten und Kisten mit Kleidung, Spielzeug oder Büchern stapelten und keiner der Helfer die Zeit fand, die Sachen zu sortieren. Inzwischen sind in der Asylunterkunft des Landes Sachspenden wieder hochwillkommen.

Wobei Benjamin Melzer vom Team „Willkommen in Essen“ (zur Facebook-Gruppe WiE), das die Kleiderkammer aufgebaut hat, darauf hinweist, dass es Gegenstände gibt, die besonders benötigt werden. Als Mangelware gelten demnach Koffer, Reisetaschen, Herren- und Sportschuhe, sowie und Umstandskleidung. Sehr dringend werden Kinderwagen gebraucht: Der letzte aus dem Bestand ist gerade an eine Familie mit einem Neugeborenen ausgegeben worden.

Etwa 450 Flüchtlinge an der Altendorfer Straße

Gebraucht werde aber auch gute Bekleidung für Herren, Damen und Kinder. Im Asylheim im Opti-Park an der Altendorfer Straße leben etwa 450 Flüchtlinge aus den Kriegs- und Krisengebieten der Welt. Da die Unterkunft als Not-Einrichtung des Landes gilt, werden die Menschen meist nach kurzer Zeit in Dauerunterkünfte in Essen und anderen Städten weiterverwiesen. Darum ist die Fluktuation relativ groß, regelmäßig treffen Neuankömmlinge ein, die meist nur das haben, was sie auf dem Leib tragen. Und weil ihr Taschengeld in der Regel gerade für Telefonkosten, Busfahrten und kleinere persönliche Ausgaben ausreicht, wird die gespendete Kleidung kostenlos ausgegeben.

Gezahlt werden muss trotzdem: Die Initiative „Willkommen in Essen“ gibt an jeden Flüchtling 24 Wertmarken aus, mit der er 24 einzelne Teile erstehen kann. Geschaut wird auch, dass jeder nur einen Koffer oder eine Reisetasche nimmt, da diese so begehrt wie rar sind. Die Kleidung liegt ordentlich und nach Größen sortiert in den Regalen, auch darum bezeichnen die ehrenamtlichen Helfer die Kleiderkammer als Warenhaus.

Saubere Sachspenden immer willkommen

Ein wenig Ordnungssinn erhoffen sie sich auch von den Spendern: „Wir freuen uns, wenn die Sachspenden sauber und in gutem Zustand sind“, sagt Melzer. Leider sei immer wieder verdreckte, beschädigte oder gar völlig zerrissene Kleidung im Asylheim entsorgt worden.

Ein Überangebot gibt es in dem kleinen Warenhaus bei Kuscheltieren; wer den Flüchtlingskindern eine Freude machen möchte, sollte lieber Bälle oder Spielzeugautos bringen. Spenden, die nicht verwendet werden können, gibt „Willkommen in Essen“ an andere karitative Einrichtungen in Essen weiter. So werde ein Teil der Sachen im Sozialkaufhaus der Diakonie verkauft. Der Erlös helfe, Beschäftigungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose zu finanzieren.