Flagge zeigen für Frieden und Freiheit

Jetzt haben auch die beiden Stadtkirchen ein Nein zur Islamfeindlichkeit und der geplanten Demo der „Hooligans gegen Salafisten“ (Hogesa) formuliert. In der gestern von Jürgen Cleve, Stadtdechant der Katholischen Kirche, sowie Marion Greve, Superintendentin des Kirchenkreises Essen, unterzeichneten Erklärung heißt es unter anderem:

„Die Katholische und die Evangelische Stadtkirche in Essen rufen alle Gläubigen auf, am Sonntag, 18. Januar, ein deutliches Zeichen für die Freiheit der Religion und gegen jede Art von Gewalt und Fundamentalismus zu setzen. Wir ermutigen alle unsere Kirchengemeinden, im Sonntagsgottesdienst für Frieden, Freiheit und Gewaltlosigkeit zu beten. In unserer Demokratie gelten Menschenrechte, Meinungsfreiheit und selbstverständlich auch Religionsfreiheit – dafür werden wir uns auch auf den Plätzen und Straßen unserer Stadt einsetzen.

Wir wollen daran erinnern, dass auch die christlichen Kirchen die Werte Demokratie und Freiheit erst lernen mussten. Heute stehen wir in der Verpflichtung, für diese Werte einzutreten und dabei auch jene Menschen mitzunehmen, die verunsichert auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren.

Sollte die Demonstration der Hooligans trotz Verbots durchgeführt werden, rufen beide Kirchen zur friedlichen Gegenkundgebung auf. Es gilt: Nicht den Parolen auf den Leim gehen, sondern für das öffentlich und privat eintreten, was eigentlich selbstverständlich, menschenwürdig und gottgefällig ist.“