Flächen-Konzept: „Unsinnige Vorschläge“

Das neue Konzept für eine „bedarfsgerechte Flächenentwicklung“ des Planungsdezernenten Hans-Jürgen Best ist bei den Grünen auf heftige Kritik gestoßen.

Der Politik seien lediglich ungeprüfte und nicht nach umwelt-, klima- und naturschutzrelevanten Kriterien bewertete freie Flächen für Wohnen und Gewerbe vorgelegt worden, beklagte Christoph Kerscht, planungsrechtlicher Sprecher der grünen Ratsfraktion, nach einer Info-Veranstaltung für Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses und Bezirksvertreter im Rathaus.

Wie berichtet, schlägt das Planungsdezernat weitere 137 Hektar Reserveflächen für neue Bau- und Gewerbeprojekte vor. Die Grünen vermissen hier aber „einen verwaltungseinheitlichen Vorschlag“, bei denen auch „die Belange der Umwelt, des Sports oder der Kindergarten- und Schulentwicklungsplanung berücksichtigt werden“, so Kerscht. Die Vorschläge seien verwaltungsintern nicht abgesprochen.

In diese Kerbe stieß auch vor kurzem der Runde UmweltTisch (Rute). Er kritisierte, dass die Umweltdezernentin Simone Raskob nicht mit einbezogen worden sei.

Der Grüne Kerscht sprach von „unsinnigen Vorschlägen“ des Planungsamtes und nannte als Beispiel, den Sportplatz Windmühle als Reservefläche zur Verfügung stellen zu wollen. Dort habe die Stadt gerade eine halbe Million Euro in einen neuen Kunstrasenplatz investiert.

Für die Grünen ist die Umwelt- und Klimaverträglichkeit die zentrale Frage bei der Versiegelung von Freiflächen. „Ihr hätte man schon im Vorfeld bedeutend mehr Beachtung schenken müssen“, erklärte Christoph Kerscht.

Dies ist auch einer der wesentlichen Gründe, weshalb der Runde UmweltTisch (Rute) und der Essener Naturschutzbund (Nabu) das neue Flächenkonzept ablehnen. Der Nabu schlägt stattdessen eine „Verdichtung im Bestand“ und den Abriss von „nicht mehr nachfragegerechten“ Wohnhäusern vor. Die Flächen stünden dann für den Neubau energieeffizienter Häuser zur Verfügung.