Firmen machen Geschäfte mit der Amok-Angst
05.10.2010 | 18:29 Uhr 2010-10-05T18:29:00+0200
Essen.Zielgruppe Schule: Sicherheits-Firmen werben mit Produkten zum Schutz vor Amokläufen. Kritiker halten das für Panikmache - Schulen würden mit solchen Maßnahmen zur Festung.
Unter dem Motto „Mehr Sicherheit für Schulen“ wirbt der „Bundesverband der Hersteller- und Errichterfirmen von Sicherheitssystemen“ auf der Messe „Security“. Präsentiert werden Produkte, die im Fall eines Amoklaufs das Schlimmste verhindern sollen.
Die Ennepetaler Firma „Dorma“ präsentiert zum Beispiel das „Zugangssystem XS“ – auf der Messe hat man dafür extra ein Klassenzimmer nachgebaut, mit echten Stühlen und Tischen. Die Tür ist von innen verriegelbar – von außen erhält nur jemand Zutritt, der eine Chipkarte vors Schloss hält. So hätte ein Täter keine Chance, die Klasse zu betreten.
Wieviel Sicherheit ist übertrieben?
„Dieses System wurde bereits an einer Montessori-Schule in Pforzheim eingebaut“, berichtet „Dorma“-Vertreter Dietmar Bendig am Messestand. Nach dem Amoklauf in Winnenden (2009, 16 Tote) habe man „proaktiv reagiert“ und ein Schließ-System-Konzept speziell für Schulen entwickelt. Bendig: „Für die zu erwartende Nachfrage wollten wir gewappnet sein.“ In einer „Dorma“-Pressemitteilung heißt es: Nach dem Amoklauf von Winnenden werde „für viele Schulen das Thema der elektronischen Zugangskontrolle künftig immer selbstverständlicher“.
Ingo Penkwitt, Leiter der städtischen Immobilienwirtschaft, hält diese Prognose für einigermaßen übertrieben: „Ein Amoklauf ist bei aller Dramatik weiter die Ausnahme, nicht die Regel. Er kann nicht Maßstab sein.“ Sich mit baulichen Maßnahmen dageegn zu wappnen, hält Penkwitt für bedenklich: „Wo fängt man da an, wo hört man auf?“
Entscheidender sei das soziale Klima an einer Schule – werden Schläge auf dem Schulhof geduldet oder gemeldet? Fällt jemandem auf, wenn ein Fremder den Schulhof betritt?
Schule gleich Festung?
Ähnlich argumentiert Schulpsychologe Klaus Peter Kleinsimon, Leiter der Regionalen Schulberatungsstelle: „Das subjektive Sicherheitsgefühl der Schüler steigt nicht, sondern sinkt, wenn Sie anfangen, die Schule in eine Festung zu verwandeln.“ Kleinsimon hält auch nichts von ultrastabilen Türen, die man nicht eintreten könne: „Im Zweifel muss die Polizei eine Tür überwinden können.“
In Einzelfällen wäre Videoüberwachung auf dem Schulhof womöglich sinnvoll, glaubt Kleinsimon – als Maßnahme gegen erwachsene Eindringlinge. Videoüberwachung ist aber wegen des Datenschutzes kompliziert. Durchsagen in alle Klassenzimmer könnten in den meisten Schulgebäuden gemacht werden – allerdings haben alte Grundschul-Gebäude oft keine Sprechanlagen. Ob Durchsagen im Krisenfall überhaupt helfen, ist umstritten.
23:32
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17:07
Nunja, wenn keine Sicherheit an Schulen notwendig ist, dann kann man ja Türen und fenster immer offen lassen.... Chemieräume brauchen keine Not-Aus Schalter.... Brandmeldeanlagen sind sowieso überbewertet. Probe-Evakuierungen bremsen nur den Unterricht.
Alle sind total fassungslos, wenn bald wieder ein Amoklauf geschehen wird.
Dann wird wieder rumgeheult was getan werden muss und wer Schuld ist.... die Eltern... oder die Lehrer,... die Gesellschaft, Killerspiele... und manche sagen sogar, es gäbe vielleicht mehrere Gründe. Die Politiker und Experten geben ihre üblichen Sätze von sich.
Nach 2 Wochen ist es alles wieder verstummt, nichts passiert.
Und würde man was ändern, dann müsste man vielleicht von guten/althergebrachten Sachen abstand nehmen.. und viel wichtiger, es würde Geld kosten.
Naja, 2 Wochen nach der Tat ist alles wieer still, nichts passiert, und ein halbes oder ein ganzes Jahr später sind alle wieder geschockt, wie sowas denn passieren konnte.
Aus Fehlern lernen sagt man immer so schön, aber grade in der Hinsicht passiert hier leider nichts.
16:15
Wenn einer wirklich Bock auf Amok hat, den hält auch keiner so schnell auf! Daher eine gute Geschäftsidee, die Angst ist bares Gold wert!
15:39
Wie wäre es mit Nac... ehm Körperscannern an Schulen?
13:45
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