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Firmen in Essen wütend über neue Rundfunkgebühr - Mittelstand betroffen

15.01.2013 | 08:00 Uhr
Firmen in Essen wütend über neue Rundfunkgebühr - Mittelstand betroffen
Foto: Arno Burgi

Essen.   Die GEZ-Gebühr war gestern, jetzt gibt es den Rundfunkbeitrag. Das geänderte Abgaben-Modell der öffentlich-rechtlichen Sender belastet vor allem Mittelständler und Unternehmen mit vielen Filialen. Die Essener Wirtschaft reagiert mit Ärger und großem Unverständnis.

Als Geschäftsführer Andreas Wasmuth die neuen Rundfunkgebühren sah, die sein Unternehmen ab diesem Jahr bezahlen muss, war er mehr als sauer: „Wir Mittelständler haben doch schon genügend Kosten.“ Seine Firma, die Avit Hochdruck Rohrtechnik GmbH, muss ab 2013 rund 200 Euro im Quartal zahlen, bis vergangenes Jahr. waren es 70 Euro. „Fast das Dreifache! Bei einer solchen Erhöhung ist die Verhältnismäßigkeit nicht mehr gegeben“, schimpft Wasmuth.

Seit Anfang des Jahres gibt es die alte GEZ-Gebühr nicht mehr. Seither gelten nicht nur für Privathaushalte neue Regelungen sondern auch für Unternehmen und die trifft es besonders: Die Höhe des Beitrags richtet sich nun nach der Zahl der Betriebsstätten, der Beschäftigten und der betrieblich genutzten Fahrzeuge. Unternehmer wie Andreas Wasmuth ärgert besonders, dass sie für die gleiche Leistung mehr Beitrag zahlen müssen.

Erste Klagen

Er ist mit seinem Ärger kein Einzelfall. „Die Stimmung in unseren Mitgliedsunternehmen reicht von Ärger bis Wut“, erklärt der Essener Unternehmensverband. Viele, vor allem mittelständische und kleine Betriebe, befürchteten höhere Belastungen. Für Großkonzerne könnten sogar Mehrkosten von mehreren Zehntausend Euro entstehen.

Auch Heinz-Jürgen Hacks von der Industrie- und Handelskammer Essen hat gerechnet und kommt zum Schluss: „Besonders die Mittelständler und die großen Unternehmen mit vielen Filialen trifft es.“ So hatte die Drogeriemarktkette Rossmann vergangene Woche angekündigt, gegen die neue Berechnung der Rundfunkgebühr klagen zu wollen.

Deichmann rechnet auch mit höheren Kosten

Beim Essener Schuhhändler Deichmann, den es mit 1200 Filialen und 14.000 Mitarbeitern in Deutschland ähnlich treffen dürfte, hält man sich noch bedeckt. „Wir prüfen den Vorgang“, sagte ein Sprecher auf Nachfrage. „Aber auch wir rechnen mit höheren Kosten.“

Obwohl die Umstellung der GEZ-Gebühr schon seit drei Jahren bekannt ist, regt sich offenbar erst jetzt der Unmut in den Firmen. „Die Empörung wächst erfahrungsgemäß erst dann, wenn die ersten Rechnungen kommen“, meint Hacks. Bei der Großbäckerei Bäcker Peter mit 47 Filialen und 400 Mitarbeitern hat man noch gar keinen Bescheid, wie hoch der Beitrag ausfallen wird.

Geschäftsführer Bernd Peter hat bislang nur Erfahrung mit der enormen Bürokratie gemacht: „Ich musste im Vorfeld einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen. Gehört hab ich seither nichts“. Auch Peter bezeichnet die neue Gebührenberechnung als unfair. „Wir haben in unseren Filialen kein Radio und kein Fernsehen.“

Janet Lindgens



Kommentare
17.01.2013
06:59
Firmen in Essen wütend über neue Rundfunkgebühr - Mittelstand betroffen
von B.Schmitz | #35

Warum regen sich eigentlch immer die Firmen auf und warum wird immer darüber berichtet? Was ist denn mit den Bürgern? Die dürfen sich nicht aufregen und darüber wird auch nicht berichtet Der Bürger muss die Ausbeutung weiter hinnehmen. Die Firmen holen sich schon ihren angeblichen Verlust wieder herein. Die Rundfunkgebühren sind in meinen Augen sowieso Schwachsinn. Der Mist der uns vorgesetzt wird muss nicht noch von uns Bürgern bezahlt werden und das wir die Promis noch mit unseren Geldern finanzieren schon gar nicht. Wir müssten alle noch Geld bekommen und zwar dafür, dass Sendungen aus 1950 usw. gezeigt werden. Die Nachrichten lassen auch zu wünschen übrig Aus Deutschland wird kaum berichtet aber aus Mal, Afghanistan usw. wird ausführlich berichtet.

17.01.2013
06:26
Firmen in Essen wütend über neue Rundfunkgebühr - Mittelstand betroffen
von paranoidus | #34

Ein Unternehmen was gerade 120 Mitarbeiter entlässt,läßtert hier über die öffentlich Rechtlichen und der Gute Deutsche regt sich auch noch darüber auf,anstatt Solidarität zu zeigen.
Aber so ist es mittlerweile in NEIDDEUTSCHLAND:

Ihr könnt einen nur Leid tun.

17.01.2013
00:17
Firmen in Essen wütend über neue Rundfunkgebühr - Mittelstand betroffen
von fogfog | #33

weg mit den öffentlichen. dann haben die polithirne mehr freizeit und wir mehr geld.

16.01.2013
23:51
Firmen in Essen wütend über neue Rundfunkgebühr - Mittelstand betroffen
von Dema2012 | #32

Oh oh, wenn die Zahlen und Fakten der Firmen, ob Großkonzerne oder Mittelständler, stimmen. Bekomme ich so meine Zweifel an Deutschland. Man sollte sich lieber mal dieses Thema in Hinterkopf behalten. Denn wenn plötzlich wieder alles teurer wird, könnte es dieser Grund sein, das viele Firmen diese Kosten auf die Kunden abwälzen. Doch momentan ist die Kaufkraft so, das das wichtigere und das günstigere Vorrang hat.
Somit könnten dann wohl auch mehrere Schließungen oder Insolvenzen in Zukunft anstehen. Und das zieht dann einen Rattenschwanz sonder gleichen hinter sich her.
Wer ist dann Schuld? - an der Lage in Deutschlland.

16.01.2013
23:38
die "Supermarktkassen"...
von Comedian | #31

Diese Website, auf der wir hier diskutieren, finanziert sich übrigens auch über Werbung - und wird somit "an den Supermarktkassen" bezahlt! So etwas ist demokraktisch, fair und sozial ausgewogen. Wer nämlich viel Geld hat und viel Geld ausgibt, zahlt auch viel für die Finanzierung der Privaten. Wer wenig Geld hat und wenig ausgibt, zahlt anteilig viel weniger.
Bei der Rundfunkgebühr müssen hingegen Gutverdiener und Geringverdiener dasselbe blechen. Das ist unfair!

Aber wo wir schon mal bei der Finanzierung an den Supermarktkassen sind: Warum zieht man die Rundfunkgebühr dann nicht einfach ein, indem man z.B. die Mehrwertsteuer um 0,25 Prozentpunkte erhöht? Dann könnte man sich diese ganze GEZ und ihren elendigen Schnüffelkram endgültig sparen!

16.01.2013
22:20
Firmen in Essen wütend über neue Rundfunkgebühr - Mittelstand betroffen
von GummiHai | #30

@Karlot:

Sie scheinen es absolut nicht begriffen zu haben. Der ÖRR ist zu einem riesigen Apparat mutiert, der seine Aufgaben viel zu wichtig nimmt.

Wie schon ein Forist hier meinte: Einstampfen und Grundversorgung. Punkt. Wer mehr möchte, wie Tatort, den Stadl & Co, kann ja gern ein Abo abschließen. Die Technik ist da.

16.01.2013
22:18
Firmen in Essen wütend über neue Rundfunkgebühr - Mittelstand betroffen
von bb | #29

Ach nee, Karlot,
gesellschaftlich schädlich ist, wenn einzelne Gruppen und Vertreter des Systems alle anderen abzocken. Das war bei der Neugründung der BRD so nicht vorgesehen. Aber die Abzocker waren von Anfang an unter uns, vielleicht nicht ganz so offensichtlich wie heute.
Abgesehen davon: In Ihrer Argumentation sind Sie äußerst anpassungsfähig. Erst mal leugnen Sie Sachverhalte, dann geben Sie langsam die realen und nicht widerlegbaren Fakten zu, dann diskriminieren Sie über Aussagen wie: Jeder ist und entscheidet sich für die Intelligenz, die er nun mal hat" Ziemlich primitiv und durchschaubar, daher: Wo ist denn Ihre Intelligenz angesiedelt?
Ihr Diskussionsstil ist ziemlich daneben, sind Sie einer der Profiteure des Systems?
Es ist übrigens nicht eine Frage des Mögens, sondern eine Frage des Rechtsempfindens, der Vorteilsnahme, der Korruption.
Gesellschaftlich schädlich ist nicht, was Sie erkennen, sondern was offensichtlich Unrecht ist. Am Ende werden die Gerichte entscheiden

16.01.2013
21:32
Firmen in Essen wütend über neue Rundfunkgebühr - Mittelstand betroffen
von Karlot | #28

@bb
Sie verstehen nicht.
Ich möchte vieles nicht.
Aber ich unterscheide mich von Ihnen in einem Punkt: ich erkenne, dass das, was ich nicht möchte, eventuell gesellschaftlich schädlich ist.

Das mag Ihnen zu hoch sein.

Aber jeder ist und entscheidet sich für die Intelligenz, die er nun mal hat.

16.01.2013
21:25
Firmen in Essen wütend über neue Rundfunkgebühr - Mittelstand betroffen
von Karlot | #27

Nehmen wir mal enervierende ständig wiederholte Argument der "Zwangsgebühr" aus und schauen wir uns an, was Unternehmen denn so zahlen müssen.

Unternehmen entrichten für jede Betriebsststätte mit bis zu acht Beschäftigten nur ein Drittel des Rundfunkbeitrags - 5,99 Euro pro Monat.
Bei maximal 19 Beschäftigten ist es ein Rundfunkbeitrag in Höhe von monatlich 17,98 Euro je Betriebsstätte.

Die Firmen, die sich aufregen, sind Großkonzerne, denen die - für eine Privatperson hoch erscheinenden Beitraäge - gar nicht weh tun.
Aber - wie das so bei großen Unternehmen ist - der Phantomschmerz ist groß. Jeder Cent zählt. Da sind die knallhart.



1 Antwort
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von fuggerinessen | #27-1

Sie verstehen wohl nicht, dass ich als Unternehmer meine Mitarbeiter nicht bezahle, um die Volksverblödung der ÖR während ihrer Arbeitszeit in Anspruch zu nehmen. Daher ist jede Abgabe von Betrieben für die ÖR hinausgeschmissenes Geld, dass ich besser für mein Geschäft einsetzen würde.

16.01.2013
21:08
Firmen in Essen wütend über neue Rundfunkgebühr - Mittelstand betroffen
von Karlot | #26

meinemeinung47 schrieb:
"Keiner zwingt mich, ein Abo bei den Privatsendern zu buchen!"
Es zwingt Sie auch niemand für die Privatsender zu zahlen. Sie tun es aber, ohne es zu wissen. Und da ist auch niemand, der, wie bei ARD und ZDF die Länder, die den Sendern die Höhe der Einnahmen aufzwingt, sondern da wird maximiert.
Mit fast jeder Ausgabe, die sie tätigen, finanzieren Sie das Programm von RTL, SAT1 etc.an der Ladenkasse. Irgendjemand muss doch das seit Einführung des Privatfernsehens steigende Volumen der Fernsehwerbung bezahlen. Meinen Sie, das täte der liebe Gott?
Und nun schätzen Sie mal, wieviel Euros Sie im Monat für RTL,SAT1 und wie sie sonst noch alle heißen unbemerkt zahlen?
Und wieviel von den Euros. die Sie unbemerkt zahlen, geht an die Aktionäre von RTL etc. und nicht in die Investition des Programms?

Das ist die Freiheit des Neoliberalismus, der den Menschen Freiheit als monetäre Eigenverantwortung verkauft und selbst nur an den Menschen verdienen möchte.

1 Antwort
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von paranoidus | #26-1

So ist es,aber dafür brauch man Hirn und das scheint nicht mehr vorhanden zu sein bei einigen Kommentatoren.
Aber das sind die,die die Geissens und Dschungelcamp gucken.

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