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Feuchtgebiete

„Feuchtgebiete“-Autorin Charlotte Roche ist "unfassbar vieles peinlich“

22.08.2013 | 18:14 Uhr
Die Autorin Charlotte Roche diskutiert mit dem Publikum in der Essener Lichtburg nach Ansicht des Films „Feuchtgebiete“.Foto: Sebastian Konopka

Essen.  Als der Roman „Feuchtgebiete“ erschien, war man sich einig, dass sich Autorin Charlotte Roche zu Ekligem hingezogen fühlen muss. Gekauft wurde es trotzdem wie verrückt. Jetzt ist daraus ein Film geworden, den die Autorin gern zum Start begleitet. In Essen hat sie uns ein Interview gegeben.

Erwartet wurde der Skandalfilm des Jahres. Doch dann erwies sich die Verfilmung von Charlotte Roches Roman „Feuchtgebiete“ als akzeptables Porträt einer jungen Frau und ihrer Sehnsüchte. Am Mittwochabend wurde der Film vorab in der Essener „Lichtburg“ gezeigt. Charlotte Roche sprach anschließend mit dem Publikum – und mit unserer Redakteurin Martina Schürmann.

Frau Roche, Sie sind seit Tagen auf „Feuchtgebiete“-Tour durch die Republik. Können Sie noch hingucken, wenn Ihrer Heldin Helen die Wundblase im Allerwertesten platzt?

Charlotte Roche (lacht): Inzwischen weiß ich ja, was auf mich zukommt. Aber natürlich hatte ich am Anfang schon Angst, gewisse Sachen im Film bebildert zu sehen. Wie man damit umgeht, ist glaube ich aber eine Frage der Erziehung. Da, wo ich herkomme, ist sowas lustig. Manche Menschen macht Ekel ja wütend, die kriegen dann Herpes. Ich lache darüber.

Hätten Sie als Teenager auch schon über Themen wie Analfissur und Hämorrhoiden gelacht?

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Charlotte Roche plaudert über unverklemmte Nacktheit

Charlotte Roche lacht gern über Ekel: Die Frau, die mit ihrem Roman "Feuchtgebiete" eine Debatte über Sauberkeitswahn, weibliche Selbstbestimmtheit und Sexualität auslöste, besuchte die Vorpremiere zur Verfilmung in der Essener Lichtburg - und sprach ausführlich mit dem Publikum.

Roche: Ich wünschte mir, ich hätte sowas schon mit 16 oder 17 gesehen , das hätte ganz viel mit mir gemacht. Es gibt doch heutzutage so unfassbar viele Mädchen, die massiv unter Druck stehen, die magersüchtig sind und mit ihrem Körper nicht klarkommen. Und wenn man dann so einen Film als Gegenstimme hat, der mal keine perfekten retuschierten Bodys zeigt, sondern welche mit Pickeln und blauen Flecken, wenn man so eine unverkrampfte Körperlichkeit vorgeführt bekommt, dann macht das doch Komplexe weg.

Der Film ist ab 16 freigegeben, fürchten Sie da eine Debatte über die explizit erotischen Szenen?

Video
Essen, 22.08.2013: Der Film startet dieser Tage in den Kinos, zur Vorpremiere in die Lichtburg war auch Buchautorin Charlotte Roche gekommen. Die Reaktionen der Zuschauer fielen erstaunlicherweise recht positiv aus.

Roche: Eigentlich nicht. Ich wollte in all den Jahren, in denen ich auf die Verfilmung von „Feuchtgebiete“ gewartet habe, eigentlich immer die FSK 18. FSK 18 kann man sich ans Revers stecken und sagen: ,Boah, ich bin so krass.’ Inzwischen bin ich froh, dass es anders ist und mehr Jugendliche den Film sehen können, trotz nackter Hintern. Früher habe ich auch immer gedacht: Wenn der Penis 45 Grad steht, dann ist das Porno. Aber die bei der Freiwilligen Selbstkontrolle haben offenbar viel differenziertere Statuten. In unserem Film gibt es sechs Erektionen, aber alles, was die Jugendlichen im Internet sehen, ist doch viel schlimmer.

Ihr zweites Buch „Schoßgebete“ kommt 2014 ins Kino. Sie arbeiten gerade am dritten. Fühlt man inzwischen einen Erwartungsdruck als Tabubrecherin vom Dienst?

Film
„Feuchtgebiete“: Geisterbahnfahrt in den Intimbereich

Als Charlotte Roche ihr Buch „Feuchtgebiete“ veröffentlichte, war das wie ein literarisches Abtauchen in den Intimbereich. Natürlich wurde es ein Bestseller, niemand aber hielt eine Verfilmung für möglich. Der Regisseur David Wendt zeigt jetzt, dass es sehr wohl geht - ab 22. August im Kino.

Roche: Ich schreibe ja nur, was ich denke. Das war beim ersten Buch natürlich einfacher. Inzwischen muss ich die ganzen Reaktionen, die ganze Presse total ausblenden. Das ist eine echte Kopfleistung. Ich darf jedenfalls nicht von zu Hause schreiben, weil ich dann den ganzen Tag am Computer rumhänge. Und wenn dann etwas passiert wie zuletzt dieses schreckliche Attentat beim Boston Marathon, kann ich gar nicht mehr schreiben. Ich habe mich deshalb inzwischen selbst überlistet und mir zum Schreiben ein Büro ohne Internetanschluss angemietet.

Gibt es denn auch noch Dinge, die Charlotte Roche peinlich sind?

Roche: Ich schreibe solche Bücher ja nur, weil mir unfassbar viel peinlich ist. Sonst gäbe es ja gar keinen Grund, sich befreien zu müssen. Letztens etwa war ich mit Freunden im Restaurant und da wurde ein Handy mit einer Nacktaufnahme rumgereicht. Das war mir unheimlich peinlich gegenüber der jungen Bedienung, die auf dieses Gegeier ja nicht vorbereitet war. Ich denk dann nur: ,Leute, könnt ihr bitte damit aufhören!’ Manchmal werde ich vor Scham richtig wütend.

Martina Schürmann



Kommentare
23.08.2013
13:05
Köperschleimzonen werden zu erogfenen zonen allerallersten ranges zuallererst
von hwenk | #7

da wollen wir mal das ganze ein bischen "schizoanlytisch" (sozialpsychologische psychoanalysevariante) unterfüttern. bei de extrem mühsamen in-besitz-nahme der kontroll derr intensiöten des köpers , bildung der köperkartierung, und der nrrven ab schwnagerschaft im buch, spielen nachgeburtlich die schleimproduzierenden zonen des köpers unddieschleimprodukltion selbstrin extrem riesige rolle. orale, anale, genitale phaysse isdt das bekannte freudsche "leierlied"daraus. dier gesellschaftliche ächtung, knallhart von mütter, eltern, umfeld und kindergärten durchgezogen, sorgt per "nachahmung" und "anlehnung" für die internaliserung, ünbernahme der verschamung bis zum ekell, was vorher die gedakenzensurscranke zur verdängeden unterdrückung des denkfühlens und der phantasie führt. da der mensch, ist, was "er begehrt", ohne vorstellung wird es mit erfüllendem selbstbestimmten handeln nichts, ist das geschilderte unterdrückungsgeshenen die bildung des "selbstgefüges", vulgo"charakter" genannt

2 Antworten
„Feuchtgebiete“-Autorin Charlotte Roche ist - sozial - nicht privat
von hwenk | #7-1

wichtig ist nun, dass die verdrängungen und verschamungenn, die als ekel, unagenehhm, "sclechte wertung" sozialpsycholgisch und soziologiscnh, in der praxis heisst das moralisch und politisch, "wiederkehren" - "antithetisch". "jede werbung ist gute werbubng" versucht das durch ein verschiebungs bonbon klarzumachen, dass, wo so hohen emotionen im spiel sind, was"wichtiges los ist". insofen braucht ers psycholgisch estrewm starke leute, die ekelund scham derartig überwunden haben, dass sie ihrem einfluss nicht mehr so stark unterliegen und der geschilderten sozialen verachtung, die die schambildung hervorbrimgt, standhalten und gegen sie ankämpfen können. das ist sicherlich die zweite, "olymlipiareife" stufe, das realistische projekt einer "privaten" solo- oder paar- oder kleingruppenbefreiung wird durch die bücher und den film angeregt. frau roche wüdre sicherlich gerne auf geld und warenform verzichten, der markt- und politiktrubel ist der feinen psychologischen befreiung hinderlich

„Feuchtgebiete“-Autorin Charlotte Roche ist
von tierfreund61 | #7-2

?

23.08.2013
12:33
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #6

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

23.08.2013
09:34
Die Zahlen sprechen für sich...
von Fakeman | #5

...wenn ihr damit nix anfangen könnt, weil ihr euch sonst nur Schopenhauer reinzieht, dann lasst doch einfach den Fans ihren Spaß!

1 Antwort
„Feuchtgebiete“-Autorin Charlotte Roche ist
von nobbi1204 | #5-1

Sehe ich auch. Jedem das Seine.
Keiner wird gezwungen, sich mit dem Ganzen zu beschäftigen und es zu beurteilen.

23.08.2013
09:31
„Feuchtgebiete“-Autorin Charlotte Roche „ist unfassbar vieles peinlich“
von trickflyer | #4

und am peinlichsten das kohle abgreifen mit 8 händen.

1 Antwort
„Feuchtgebiete“-Autorin Charlotte Roche ist
von buntspecht2 | #4-1

#4-1 Hätten sie gerne was ab ?

23.08.2013
09:21
„Feuchtgebiete“-Autorin Charlotte Roche „ist unfassbar vieles peinlich“
von moby | #3

@ Katnau: das hatte ich mich auch gerade gefragt. Wird da die WAZ mal wieder von einer PR-Agentur vereinnahmt??

23.08.2013
09:19
„Feuchtgebiete“-Autorin Charlotte Roche „ist unfassbar vieles peinlich“
von Elfentraum | #2

Ich verstehe auch nicht wirklich, was an diesem Buch so Besonders sein soll. Es sind die feuchten Phantasien einer 30-jährigen, die so tut, als habe sie schon genauso als 16-jährige empfunden ...

23.08.2013
08:50
„Feuchtgebiete“-Autorin Charlotte Roche „ist unfassbar vieles peinlich“
von Katnau | #1

Warum zu Teufel bekommen wir jeden Tag einen Bericht über diese Frau zu lesen.
Ist sie wirklich sooo interessant?

2 Antworten
„Feuchtgebiete“-Autorin Charlotte Roche „ist unfassbar vieles peinlich“
von nobbi1204 | #1-1

Muss wohl ... ansonsten würden Sie es ja nicht kommentieren ! ;-)

„Feuchtgebiete“-Autorin Charlotte Roche ist
von buntspecht2 | #1-2

nobbi1204 | #1-2 Das ist der Punkt.

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