Festwoche für „Elektra“ und ihre Schwestern

Organisieren gemeinsam den großen Auftritt (v. li.): Hein Mulders, Intendant von Philharmonie und Aalto-Musiktheater, Schauspiel-Intendant Christian Tombeil, Berger Bergmann, Geschäftsführer der Theater und Philharmonie, und Ballettchef Ben Van Cauwenbergh.
Organisieren gemeinsam den großen Auftritt (v. li.): Hein Mulders, Intendant von Philharmonie und Aalto-Musiktheater, Schauspiel-Intendant Christian Tombeil, Berger Bergmann, Geschäftsführer der Theater und Philharmonie, und Ballettchef Ben Van Cauwenbergh.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Mit den Festtagen Kunst⁵ verdeutlicht die Theater und Philharmonie das Zusammenrücken der fünf Sparten: „Unbeschreiblich weiblich“ ist das Motto

Essen.. „Unbeschreiblich weiblich“ heißt das Motto der ersten TUP-Festtage Kunst⁵, die ab Mitte März die ganze Vielfalt der Häuser von Grillo, Aalto bis zu Ballett und Philharmonie in einem großen, konzentrierten Auftritt präsentieren. Eine Woche lang gibt es Konzert und Kino, Theater und Talk, große Oper und Literatur mit einem (Frei)schuss Feminismus. „TUP kompakt“ könnte man das alles nennen.

Wer die Häuser kennt, wird Spielplan-Vertrautes wiederfinden, aber möglicherweise auch Lust bekommen, etwas Neues auszuprobieren. „Es gibt an den Häusern doch ganz unterschiedliche Publikumsgruppen“, hat Schauspiel-Chef Christian Tombeil festgestellt. Der Festival-Pass, der den Eintritt während der Festtags-Woche jeweils um die Hälfte verringert, dürfte Theater-Abonnenten oder eingefleischten Opern-Gängern womöglich zum spartenübergreifenden „Fremdgehen“ verführen. Wann gibt’s im Theatersaal schon mal ein Wunschkonzert, bei dem auch Aalto-Tenor Jeffrey Dowd für „rote Rosen“ und karitative Spenden Schlager singt. Und wo hat sich ein rein weiblich besetztes Klassik-Ensemble schon mal ganz und gar der musikalischen „Frauensache“ mit Werken von Clara Schumann bis Cécile Chaminade verschrieben?

Hein Mulders als Dreifach-Intendant

Ein Signal des intensivierten künstlerischen und organisatorischen Zusammenrückens soll von diesem Festival ausgehen. Aber neben der symbolischen Botschaft geht es natürlich auch um das Erreichen neuer Publikumsschichten und eine größere Außenwirkung über die Stadtgrenzen hinaus. „Die Vielfalt, die wir hier haben, ist unübertroffen“, sagt Berger Bergmann, Geschäftsführer der Theater und Philharmonie, der mit besonderer Vorliebe den großen Kooperationsgeist des amtierenden Intendanten-Trios rühmt. Das, so Bergmann, sei in Essen nicht immer so gewesen. Vier Sparten unter einem Dach zu betreiben, sei in der Republik nicht einzig, aber dazu noch ein eigenes Konzerthaus, das sei „einmalig“, erklärt Bergmann. Zudem sorgt die räumliche Nähe von Aalto und Philharmonie für einen besonderen Reiz. Hein Mulders lebt diese spartenübergreifende Nachbarschaft seit drei Spielzeiten als Intendant von Aalto, Philharmonie und Philharmonikern. Mit der von David Bösch inszenierten Strauss-Oper „Elektra“ setzt er einen programmatischen Ankerpunkt der Festtage. Darum gruppieren sich zwei Diven, die man nicht alle Tage in der Region erleben kann. Edita Gruberová lädt am 18. März zur Operngala in die Philharmonie, Ute Lemper bittet dort einen Tag später zum „Last Tango in Paris“. Vor dem Abschlussfest mit Tangomusik bringt das Aalto-Ballett noch einen seiner großen Klassiker „Giselle“ auf die Bühne.

An Festival-Themen und Kooperationsbereitschaft soll es auch in den nächsten Jahren nicht mangeln, versichert Bergmann. Mit einer dann längeren Vorlaufzeit und dem langfristigen Zutun von Sponsoren wie der Sparkasse wird für 2017 auch noch ein besonderes Festtags-Highlight versprochen.

Festivalpass und Tickets unter 0201-8122-200. www.theater-essen.de