Fernsehformat Steele TV sucht Nachwuchs

Foto: Stefan Arend / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Seit einem Jahr berichtet Steele TV aus und für den Stadtteil. Michael Hage vom Leitungsteam begeistert die Entwicklung. Nur Nachwuchs vermisst er.

Essen.. Michael Hage blätterte in der Zeitung und entdeckte einen Artikel über ein neues Fernsehformat, das über das Leben in seiner Umgebung berichtet. Steele TV sollte das Lokalmagazin heißen und im Kabelprogramm „NRWVision“ laufen. Das Team suchte noch Verstärkung. Da das Produzieren von Filmbeiträgen Hages großes Hobby ist, ging er zum Kennenlern-Treffen. Dabei blieb es aber nicht.

Hage gehört mittlerweile zum Leistungsteam von Steele TV, das die Bürger mit Geschichten aus dem Stadtteil versorgt. 20 Mitglieder bilden die Redaktion, die seit Anfang 2014 aus Steele und für Steele berichtet. „Das, was wir produzieren, ist schon sehr professionell. Dabei hatten wir zu Beginn auch viele Anfänger im Team“, erzählt Hage.

Geduld und Disziplin

Christian Börsing half in der Anfangsphase, den Lernprozess zu unterstützen. Der Medienwissenschaftler coachte die Redaktion, brachte den Mitarbeitern das Filmen, Schneiden und Moderieren bei. Sein minutiöser Drehplan erforderte beim Team Geduld und Disziplin. Durch Fördermittel des Landes konnte Steele TV eine Honorarkraft wie Börsing überhaupt beschäftigen. Im September 2014 endete der Vertrag des Projektleiters. Börsing suchte sich eine neue Aufgabe, Steele TV blieb aber weiterhin auf Sendung.

Die positive Resonanz der Zuschauer war ein Grund, weiter zu produzieren. „Das Format hat sich etabliert“, betont auch Eduard Schreyer, erster Vorsitzender der Steeler Bürgerschaft. Sein Verein unterstützt das Redaktionsteam, wo es möglich ist.

Regelmäßige Treffen gehören dazu

Regelmäßige Treffen gehören dazu. Sei es in den Redaktionsräumen am Stadtgarten oder bei Veranstaltungen auf dem König-Otto-Platz. „Steele TV ist überall dabei. Wenn die Marktschreier auf dem Platz sind oder der Maibaum aufgestellt wird, entdecke ich immer ihre Kamera“, sagt Schreyer.

Das Redaktionsteam richtet das Programm jedoch nicht nur nach dem Veranstaltungskalender. Es setzt auch eigene Themen. So produzierte Steele TV jüngst einen Spezialbeitrag über die Geschichte des jüdischen Lebens im Stadtteil.

Zuletzt stand auch ein Prominenter im Fokus. Alt-Bundespräsident Christian Wulff war zu Gast im Carl-Humann-Gymnasium und stellte sich den Fragen der Schüler. Wer den Politiker nicht vor Ort erlebte, konnte ihn sich bei Steele TV ansehen. Der Wulff-Beitrag lief im Lokalmagazin. Zuvor erfuhren die Zuschauer etwas über die Pfadfinder der „DPSG St. Altfrid“ und sahen ein Porträt über Radiomoderator Alexander Küper.

Publikumspreis der Landesanstalt für Medien

Die Themenvielfalt kommt an. „NRWVision zeigt immer eine Hitliste mit den meistgesehenen Beiträgen aller Lokalformate. Da liegt Steele TV sehr oft auf dem ersten Platz“, sagt Michael Hage. Für einen Beitrag sicherte sich Steele TV sogar einen Publikumspreis der Landesanstalt für Medien. Den Zuschauern gefiel der Film „Ruhrputzen, Teil 2“ besonders gut. In diesem zeigte Steele TV eine Säuberungsaktion, bei der die Taucher einige Überraschungen in der Ruhr erlebten. Für dem Film gab es 1000 Euro Preisgeld. Beim Publikumspreis belegte Steele TV mit den Beiträgen „Happy Dance“ und „Stahlmetz“ auch die Plätze zwei und drei.

Klingt, als liefe alles perfekt für das TV-Team. Doch Michael Hage muss eine Einschränkung machen. „Uns mangelt es an Nachwuchs“, sagt der Rentner. Mit Christin Zielonka gehört zwar eine junge Frau von 18 Jahren zum Team. Hage würde sich aber über mehr Teammitglieder aus dieser Altersklasse freuen. Doch auch für ältere Bürger ist Platz im Team. So ist Jürgen Derikatz mit seinen 78 Jahren der Senior bei Steele TV.

Dieses Team begleitet nun ein weiteres großes Projekt: Am 21. und 22. August heißt es auf dem Gelände von Steele 11 „Pink Floyd trifft Green Day“. Steele TV hat schon das Casting und die Proben für das große Cover-Konzert gefilmt. Und die eigentliche Aufführung werden sie auch in Bild und Ton festhalten. „Dass Steele TV von so einem großen Event berichtet, freut uns immens“, sagt Eduard Schreyer.