Fehler im Monitor-Beitrag - WDR zahlt 1500 Euro an Grugapark

Hans-Peter Schöneweiß ist Fraktionsvorsitzender der FDP im Essener Stadtrat und Polizeibeamter. In einem WDR-Beitrag waren Bilder des ehemaligen EBE-Geschäftsführers Klaus Kunze mit denen von Hans-Peter Schöneweiß verwechselt worden.
Hans-Peter Schöneweiß ist Fraktionsvorsitzender der FDP im Essener Stadtrat und Polizeibeamter. In einem WDR-Beitrag waren Bilder des ehemaligen EBE-Geschäftsführers Klaus Kunze mit denen von Hans-Peter Schöneweiß verwechselt worden.
Foto: Stefan Arend
Was wir bereits wissen
Die Redaktion des WDR-Magazins Monitor hat in einem Beitrag über Postengeschacher Essener Kommunalgrößen verwechselt. 1500 Euro gehen an Grugapark.

Essen.. Ein kleiner Fehler der WDR-Redaktion “Monitor” hilft dem Grugapark. Weil in dem Beitrag “Postengeschacher bei kommunalen Unternehmen” Bilder Essener Kommunalgrößen verwechselt wurden, zahlt der Sender jetzt 1500 Euro für die Aufforstung des Grugaparks nach Sturm “Ela”.

Darauf einigten sich der WDR und Hans-Peter Schöneweiß, Fraktionschef der FDP im Essener Stadtrat, in einem Vergleich vor der 4. Zivilkammer am Landgericht Essen (Az: 4 O 93/15).

In dem Monitor-Beitrag, der im November 2014 den mutmaßlichen Skandal bei den Essener Entsorgungsbetrieben (EBE) thematisierte, waren Bilder des ehemaligen Geschäftsführers Klaus Kunze mit denen von Hans-Peter Schöneweiß verwechselt worden.

Der FDP-Politiker hatte sich dadurch verunglimpft gefühlt, weil er in die Nähe des Korruptionsverdachtes gerückt worden sei. Der WDR hatte damals den Fehler eingeräumt, sich entschuldigt und den Beitrag aus der Mediathek genommen.

"Es war schlicht ein Versehen"

Schöneweiß reichte das nicht aus; er klagte und verlangte 5000 Euro Schmerzensgeld. Richter Michael Dickmeis machte ihm aber schnell deutlich, dass seine Klage nur geringe Erfolgsaussicht habe. Eine Entschädigung, so der korrekte Begriff, sei in Pressesachen die Ausnahme. Sie hänge ab von der “Art und Intensität des Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte”.

Monitor Schöneweiß gestand zu, dass er meistens mit Humor oder Spott auf die Verwechslung angesprochen worden sei und dies nicht mehr so oft vorkomme. Getroffen hätte ihn aber damals als aktiver Polizeibeamter, dass andere Menschen ihn in die Nähe unrechter Machenschaften gerückt hätten.

Richter Dickmeis verdeutlichte ihm, dass die 4. Zivilkammer den Fehler nicht so gravierend einstufe: “Der WDR hat mit Ihnen keinen versteckten Scherz gemacht - es war schlicht ein Versehen, das allerdings von der Redaktion hätte vermieden werden können.”

Ob die Sache denn wirklich mit einem Urteil enden müsse? Vielleicht stimme er einer Spende für einen guten Zweck zu, fragte der Richter den FDP-Politiker und fügte hinzu: “Es müssen ja nicht die Jungen Liberalen sein.”

Geld für neue Bäume in der Gruga

Schöneweiß betonte, dass er sich nicht bereichern wolle. Mit einer Spende, am liebsten für den Grugapark, sei er einverstanden. Er verlange aber eine persönliche Entschuldigung. Das lehnte Rechtsanwältin Tanja Dörre nach Rücksprache mit dem WDR-Justiziar ab: “Irgendwann muss es gut sein.” Mehrfach habe Monitor sich schon für den Fehler entschuldigt. Und auch wenn sie sicher sei, den Rechtsstreit zu gewinnen, sei sie mit einem Vergleich einverstanden.

Damit ist dieser Streit abgeschlossen, die Gruga darf sich über 1500 Euro für neue Bäume freuen. Die strafrechtliche Aufarbeitung des “EBE-Skandals” steht dagegen erst am Anfang. Aus Reihen der Staatsanwaltschaft ist zu hören, dass die Ermittlungen in Sachen Entsorgungsbetrieb kurz vor dem Abschluss stehen.