FDP sieht OB-Kandidatur gerechtfertigt

Der Vorwurf aus Reihen des Essener Bürger Bündnisses (EBB), die kleineren Parteien in Essen sollten sich ihre OB-Kandidaturen doch lieber verkneifen, dann blieben der Stadt auch beachtliche Kosten erspart, ist bei der FDP auf harsche Kritik gestoßen. Der liberale Parteichef Ralf Witzel forderte EBB-Frontmann Udo Bayer auf, seine kritische Einschätzung zum eigenen Personalangebot nicht einfach auf die politischen Wettbewerber zu übertragen: „Bei der letzten OB-Wahl 2009 haben die Kandidaten von FDP, Grünen und Linken jeweils einzeln mehr Stimmen bekommen als das EBB bei der Ratswahl insgesamt, was Bayer auch nicht von einer dortigen Kandidatur abgehalten hat.“

Dessen Warnung vor Vielfalt und Kandidatenwettbewerb entspreche eher der Denkweise autoritärer Systeme und sei einer funktionierenden Demokratie unwürdig, findet Witzel. In Wahrheit habe das Bürger Bündnis ganz offensichtlich keinen geeigneten Kandidaten gefunden und scheue die Wahlkampfkosten. „Wenn Bayer einen Kniefall vor SPD und CDU begeht, ist das noch kein Grund für die FDP, sich danebenzulegen.“

Absolut irreführend seien auch die EBB-Äußerungen zur Parteienfinanzierung. Keine Essener Parteigliederung bekomme irgendeine Kostenerstattung für den OB-Wahlkampf.