Fatme aus Palästina kann wieder hören

Das Rascheln, wenn man einen Anorak auszieht, das Klackern einer Computer-Tastatur oder auch das Sirren und Wummern einer entfernten Baustelle – all das hat Fatme bislang nicht hören können. Im September vergangenen Jahres kam sie gemeinsam mit 41 anderen Kindern aus dem Gaza-Streifen über das Friedensdorf nach Deutschland. In ihrem Arztbrief ist neben einer angeborenen Erkrankung auch ein „Hörverlust“ erwähnt.

Diesem Problem nahmen sich jetzt Andreas Käthner und Svenja Micklausch von Hörsysteme Wessling in Rüttenscheid an und stifteten Hörgeräte. Fatme leidet an einem Breitbandhörverlust, vermutlich von Geburt an. „Stellen Sie sich vor, Sie halten sich ganz fest die Ohren zu und jemand spricht aus zehn Metern Entfernung zu Ihnen“, beschreibt die Hörgeräteakustikerin Svenja Micklausch die Situation des palästinensischen Mädchens. Fatme, die vorübergehend im Friedensdorf in Oberhausen lebt, hat sich silber-schwarze Hörgeräte ausgesucht, die ihr eine neue Welt eröffnen. Auch, wenn sie nun hören kann, einfach werden die ersten Tage nicht, weiß Svenja Miklausch: „Ihr Gehirn muss sich an die neuen Geräusche gewöhnen, die für sie vorher nicht existiert haben.“ In den kommenden Tagen wird sich zeigen, was sie im Friedensdorf alles „zu hören bekommt“, wo derzeit Kinder aus neun Nationen zusammenleben.