Familiendrama: Jugendamt kannte Mutter

Am Tag nach dem für ein sechs Monate altes Baby tödlichen Familiendrama in Holsterhausen (die NRZ berichtete) blieben viele offene Fragen nach dem Motiv der Tat unbeantwortet. Unklar ist nach wie vor, warum die Mutter ihr Kind mutmaßlich aus einem Flurfenster fünf Meter in die Tiefe warf, um später hinterher zu springen. Während die Mordkommission durch die Vernehmung von Anwohnern und weiterer Zeugen nach Antworten suchte, teilte die Stadt mit, dass die 40-Jährige dem Jugendamt bekannt war. Die Frau habe freiwillige Angebote der frühen Hilfen für Mütter in Anspruch genommen. Nach NRZ-Informationen wurde sie von einer Familienhebamme betreut. „Es gab keine Anzeichen für eine Gefahr für Leib und Leben des Kindes und schon gar nicht für eine solche Tat“, sagte Stadtsprecherin Nicole Mause. Man nehme das tragische Ereignis sehr ernst und werde den Fall genau analysieren, „um unser System auf etwaige Lücken zu überprüfen“, so Mause. Derzeit gebe es dafür allerdings keine Hinweise.