Familien-Freundlichkeit ist nun Chefsache
07.09.2009 | 19:45 Uhr 2009-09-07T19:45:00+0200
Essen. Im Beisein von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen ist am Montag ein Lokales Bündnis in der Philharmonie gegründet worden. Damit sollen die Lebensbedingungen für Familien in Essen nachhaltig verbessert werden.
Es ist ein Schwank aus dem Leben der Bundesfamilienministerin, und der geht so: Als Ursula von der Leyen ihren dänischen Amtskollegen traf, schüttelte der voller Unverständnis den Kopf über die Deutschen. „Da kommt ein Baby und der Vater arbeitet länger.” Was in anderen Staaten tatsächlich wie ein schlechter Witz klingt, ist hierzulande häufig erlebte Realität von Eltern, denen ein Teil ihres Einkommens wegbricht, kaum dass die Familie Zuwachs bekommt.
"Wickelvolontariat"
Doch nach intensiven politischen Diskussionen um Elternzeit und Vatermonate inklusive „Wickelvolontariat” setzt das Umdenken ein, längst auch in vielen ansässigen Unternehmen, denen die Bundesfamilienministerin gestern ein großes Lob aussprach: „Ich bin besonders beeindruckt vom überwältigenden Engagement der Essener Wirtschaft”, sagte von der Leyen bei der Gründung des Essener Bündnisses für Familie in der Philharmonie: „Bessere Paten kann ein Bündnis für Familien nicht haben.”
Die erste Garde der Unternehmensvorstände hörte es gern. Ihre Anwesenheit zeigte aber auch: Im Wetteifern um die besten Arbeitskräfte ist die Familienfreundlichkeit am Standort zur Chefsache geworden, wird nicht länger als „Gedöns” abgetan. Gestern traten dem Bündnis über 50 Firmen bei, weitere 100 bekundeten Interesse.
Familie und Beruf besser vereinbaren
Wie die NRZ berichtete, haben die Stadt, die Industrie- und Handelskammer, die Kreishandwerkerschaft, die Eon-Ruhrgas AG, die RWE AG, die Hochtief AG und die Kinderstiftung Essen die ursprüngliche Initiative ergriffen, um – so das erklärte Ziel – „die Lebensbedingungen für Familien in Essen nachhaltig zu verbessern”. Im Kern gehe es dabei um eine Infrastruktur, die es leichter möglich macht, Familie und Beruf zu vereinbaren. Sei es in der Frage der Pflege von Angehörigen daheim, sei es bei der Kinderbetreuung – und wenn's am Ende und im praktischen Alltag etwa darum geht, die Taktung des Öffentlichen Nahverkehrs zu verzahnen mit den Öffnungszeiten von Tagesstätten.
Hört sich gut an, braucht aber viel Engagement aller Beteiligten, wie von der Leyen nach den fünf Jahren weiß, in denen sie der bundesweiten Initiative mit mittlerweile 575 lokalen Bündnissen ein Gesicht gegeben hat: Jetzt dürfe nicht mehr jeder vor sich „hinwurschteln”. Die Herausforderung sei nun, „gemeinsam die Stärken zu bündeln”.
13:37
Wer betreut wohl gerade ihre Kinder???
14:02
schade, dass das durch die Anwesenheit von Zensursula so abgewertet wurde
23:19
Es hätte ihrer Zeitung gut zu Gesicht gestanden, wenn sie den Oberbürgermeister Dr. Reiniger auch bildlich dargestellt hätten. Er ist schließlich der Repräsentant der Stadt. Herr Paß will es erst noch werden.