Familie Wallberg sieht guten Namen verunglimpft

Es war gut gemeint, von beiden Seiten: Als im Juni 2004 der zu einer Philharmonie umgebaute Saalbau eingeweiht wurde, bekam auch die ehrwürdige Saalbau-Gastronomie einen neuen Namen: „Wallberg“. Wenige Monate vor seinem Tod im September 2004 wollte die Stadt Essen mit dieser Namensgebung den großen Generalmusikdirektor (GMD) Heinz Wallberg ein Denkmal setzen, der von 1975 bis 1991 als Chefdirigent der Essener Philharmoniker wirkte und den Klangkörper entscheidend prägte.

Sein Vater habe der Ehrung zögernd und erst nach langem Zureden zugestimmt, erinnert sich Sohn Günther Wallberg. Und inzwischen würde die Familie diese Zustimmung lieber heute als morgen rückgängig machen, wenn es denn möglich wäre. Seit das Wallberg negativ in die Schlagzeilen geriet, habe sich die einst ehrend gedachte Namensgebung ins glatte Gegenteil verkehrt, ja man müsse von einer „Verunglimpfung“ des Familiennamens reden. Mancher vermute gar, die Familie habe etwas mit der Gastronomie zu tun, und es ist der WAZ ein Bedürfnis, dies an dieser Stelle ausdrücklich zu verneinen. Allerdings lässt es sich auch künftig schwer vermeiden, in Berichten über die arbeitsrechtlichen Folgen oder über einen eventuellen Neubeginn im Wallberg den Namen zu verwenden, da es nun einmal – bis auf weiteres – der offizielle Name der Philharmonie-Gastronomie ist.