Fahrlehrer auf Amok-Kurs

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Mit „Hier kommt Alex” schufen die Toten Hosen ihren ersten Hit. Inspiriert vom Kultroman „A Clockwork Orange” schufen sie 1988 für eine Bühnenadaption des Stücks, das sich um den Anführer einer Jugendbande dreht, den der totalitäre Staat einer fiktiven Zukunft umzupolen versucht. Doch mit dem Stück „Hier kommt Alex”, das am 16. April Premiere im Theater Courage feiert, hat das wenig zu tun. Eine Gemeinsamkeit gibt es aber, sagt Autor und Hauptdarsteller Falk Hagen: „Auch unser Alex ist ein mieser Typ.”

Als „unangepasst, jähzornig und rechtsradikal” beschreibt Hagen den Fahrlehrer Alex. Und seine Mutter Agatha, verkörpert von Theaterchefin Gabi Dauenhauer, die auch im wahren Leben Falk Hagens Mutter ist, hasst er von ganzem Herzen. Doch auch der Rest seiner schrecklich fiesen Familie möchte man nicht unbedingt näher kennen: Der Onkel (Peter Maria Anselstetter) schlägt Alex in Sachen Fremdenhass um Längen. Und Alex’ Bruder (Courage-Neuzugang Philipp Steimel) lebt lieber im Internet als im wahren Leben. So dümpelt Alex’ Leben vor sich hin – bis eine neue Fahrschülerin (Sophie Eichelberg) im Wagen Platz nimmt – und sein Leben gehörig umkrempelt. Denn so ist das mit Antihelden: Sie haben auch liebenswerte Seiten an sich – selbst wenn man diese manchmal suchen muss.

Auch wenn der Titel ein anderes Vorbild nahe legt, ließ sich Falk Hagen im Wesentlichen von einem anderen Werk für seine schwarze Komödie inspirieren: dem Film „Wo is’ Papa” (1970) von Regisseur Carl Reiner. Auch in diesem Film rückt eine unrühmliche Mutter-Sohn-Beziehung in den Focus. Zudem diente Hagen eine Szene der Komödie „Happy Go Lucky” als Inspirationsquelle: „Die mit dem Fahrlehrer im Auto.” Dies sei der Grund dafür, dass auch sein Alex von Beruf Fahrlehrer ist – und dass das Stück zu einem nicht unbeträchtlichen Stück im Auto spiele.