Fälscher-Preis "Plagiarius" für Essener Firma
13.02.2012 | 09:58 Uhr 2012-02-13T09:58:00+0100
Essen. Für ein Plagiat der Leichtbau-Schmiedefelge AC Schnitzer Typ V, die im Original von einer Aachener Automobil-Technik-Firma vertrieben wird, hat ein Essener Unternehmen den Fälscher-Preis "Plagiarius 2012" erhalten. Die Negativ-Auszeichnung für Hersteller und Händler, die sich besonders dreiste Nachahmungen erlaubt haben, wurde am Rande der Frankfurter Konsumgütermesse „Ambiente“ verliehen.
Ein Essener Unternehmen mit Sitz im Dellwiger Gewerbegebiet Zeche Levin hat am Rande der Frankfurter Konsumgütermesse „Ambiente“ einen fulminanten ersten Preis gewonnen. Dass sie diesen fortan stolz präsentiert, ist gleichwohl nicht anzunehmen, denn es handelt sich um den „Plagiarius 2012“, eine gefürchtete Negativ-Auszeichnung für Hersteller und Händler, die sich besonders dreiste Nachahmungen erlaubt haben.
Im Essener Fall war dies ein Plagiat der Leichtbau-Schmiedefelge AC Schnitzer Typ V, die im Original von einer Aachener Automobil-Technik-Firma vertrieben wird – und als dreiste Kopie von der an der Heinz-Bäcker-Straße ansässigen rimlux GmbH. Die „Laudatio“ auf die Preisträger hielt übrigens ebenfalls ein Essener, Professor Peter Zec, der alljährlich den „red dot“ -Design-Preis vergibt und wohl zu begründen wusste, warum die Felge den ersten Fälscher-Preis absahnte – noch vor dem Salatschneider „Salad Chef“ und dem Nebelgerät „Swingfog SN 50“ zur Moskito- und Schädlingsbekämpfung.
Nicht zu kalkulierendes Sicherheitsrisiko
Rimlux-Geschäftsführer Chi Son Le war für die NRZ am Sonntag nicht erreichbar, deshalb muss unwidersprochen bleiben, was der Ulmer Design-Professor Rido Busse dem Berliner Tagesspiegel sagte. Dass nämlich die Essener Felgen im Einsatz schlimme Folgen haben können: „TÜV-Tests haben gezeigt, dass die gefälschten Felgen bereits nach kurzer Zeit Risse aufwiesen und somit ein nicht zu kalkulierendes Sicherheitsrisiko darstellen“, so Busse.
Immerhin, ausstellungswürdig ist das Werk dennoch: Ab 22. Februar werden die aktuellen Preisträger im „Museum Plagiarius“ in Solingen präsentiert.
12:13
Ich hätte den Preis an diese Künstlerin verliehen, die die Hengstbach Statue aufgestellt hat.
Als "besonders dreiste Nachahmung".
Und halten tut sie auch nicht.
13:08
und zwar in positiver Weise.
Verkehrssicher sollte das Ding natürlich sein, aber da muss man abwarten, ob die Behauptung nicht nur üble Nachrede ist.
Einen Plagiarius ist das Ding auf keinen Fall wert. Das Gesamtbild ist so verschieden., das es eher ein Fall fürs juristische Seminar ist.
12:12
ob es nicht möglich wäre wegen des Plagiats gegen die Felgen vorzugehen, aknn ich als Laie nicht beurteilen.
Dass die Felgen aufgrund der bekannten Mängel nciht vom Markt genommen werden müssen finde ich hingegen befremdlich...
11:40
Mir war so, als ob Geschmacksmuster etc pp gesetzlich geschützt sind. Wenn man den Vertrieb also nicht mit Hilfe von Gerichten verbieten kann, dann wird das wohl erlaubt sein, oder?
10:53
Jawoll, endlich mal wieder ein Pokal nach Essen.