Ex-SPD-Landtagsabgeordneter Willi Nowack muss ins Gefängnis
18.12.2012 | 19:59 Uhr 2012-12-18T19:59:00+0100
Essen. Willi Nowack, der einst mächtige Chef der Essener SPD und Landtagsabgeordneter, muss ins Gefängnis. Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte jetzt ein Urteil des Landgerichts Essen, das den 62-Jährigen zu einem Jahr und vier Monaten Haft ohne Bewährung wegen Insolvenzverschleppung verurteilt hatte.
Einen Blick von außen hat Willi Nowack (SPD) vor einem Jahr gewagt, als er während seiner Berufungsverhandlung im Landgericht Essen auf den Zellenblock 25 des Gefängnisses an der Krawehlstraße blickte. Künftig kann er erleben, wie es drinnen aussieht. Denn auch das Oberlandesgericht Hamm sah keine Chance für eine Bewährung und bestätigte das Urteil des Landgerichts Essen gegen Nowack. Ein Jahr und vier Monate wegen Bankrott und Insolvenzverschleppung muss der einst mächtigste Mann der Essener Sozialdemokraten ins Gefängnis.
So rasant wie sein Aufstieg, so steil ist auch der Absturz des 62-Jährigen Altenesseners. Sichere Wahlergebnisse im Essener Norden und seine Funktion als Vorsitzender der damals alles bestimmenden SPD-Ratsfraktion sicherten ihm in den 1990er Jahren Einfluss und Macht. Später saß er für die SPD im Düsseldorfer Landtag.
Mit dem Sieg der CDU in Essen 1999 ging es für Nowack politisch bergab. 2005 saß er erstmals auf der Anklagebank, nachdem der Landtag seine Immunität aufgehoben hatte. Damals verlor er auch sein Landtagsmandat.
2005 erstmals verurteilt
Es ging um Wirtschaftskriminalität und die Geschäfte seiner „Büro Nowack Projektplanungs GmbH“. Welche Geschäfte sie betrieb, war der I. Strafkammer nicht klar. Nicht einmal Aktenordner habe man bei der Durchsuchung gefunden, wunderte sich damals der Richter. Fest stand nur, dass die Firma mit etwa zwei Millionen Euro überschuldet war. Deshalb verurteilte das Gericht ihn im Jahr 2005 zu einer Bewährungsstrafe.
Nowack nahm die Chance nicht wahr. Er führte die „Büro Nowack“ unter dem neuen Namen „WIN Consult GmbH“ weiter. Das brachte ihm ein neues Verfahren vor dem Amtsgericht. Unbelehrbar wirkte er, sah sich selbst als Opfer, schilderten damalige Beobachter. Als Bewährungsversager verurteilte das Gericht unter Vorsitz von Daniela Riedl ihn zu einem Jahr und vier Monaten Gefängnis. Bewährung gab es ausdrücklich nicht.
Vier Millionen Euro Schulden
Das änderte sich auch nicht vor der IX. Strafkammer am Landgericht. Mittlerweile sprach die Staatsanwaltschaft von einem Schuldenstand in Höhe von vier Millionen Euro. Geld, das die Sparkasse Essen als Hauptgläubiger abschreiben musste. Nowacks Verteidiger Martin Meinberg machte umfangreiche rechtliche Ausführungen zum Urteil des Amtsgerichtes. Dieses dürfe auf keinen Fall Bestand haben. Freispruch forderte er.
Doch das Landgericht und auch das Oberlandesgericht Hamm teilten eher die Sicht des Amtsgerichtes. Bewährung könne angesichts eines fehlenden Geständnisses nicht gegeben werden, hatte das Landgericht gesagt. Hamm sah es auch so.

14:39
Frohe Weihnachten, Willi!
14:05
Fahr einfach jetzt direkt ein, dann haste gute Chancen, bei der Weihnachtsamnestie 2013 dabei zu sein...
Hätte hier bei Ihren Worten eher 2012 erwartet , was die ganzen Mittäter im jetzigem Hintergrund bewerkstelligen sollten - sind doch eh fast alle in der Filzpolitik !
12:26
Welch tiefer Fall. Obwohl, das Urteil ist konsequent und deshalb auch nicht zu beanstanden. Herr Nowack hat seine Chance vermasselt.
Mitleid ist in seinem Fall fehl am Platz.
09:15
Bescheidene vier Monate, viel zu wenig für den großen Gauner!
Der Mann der in Essen schaltete und waltete wie ein Großmogul, Teile der SPD haben immer noch nicht begriffen wen sie damals fast unumschränkte Macht gegeben haben.
1 Jahr und 4Monate!!!!!!!!!!!!
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Ein Jahr und vier Monate, wie "kuhermi" bereits anmerkte. Wer schreiben kann übrigens auch! Es muß heißen: "WEM" sie damals...(Dativ). Was ist denn eine "unumschränkte" Macht? Herrgott, wirf Hirn vom Himmel!
08:59
Na ja, könnte es sein, dass im Kreditausschuss des Verwaltungsrates der Sparkasse Essen noch heute Mitglieder sitzen, die damals die Kredite an Willi Nowack willfähig mitbeschlossen haben?
War nicht der ehemalige Oberbürgermeister Dr. Wolgang Reiniger (CDU) der Verwaltungsratvorsitzende?
Zur Erinnerung, Nowack war damals Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse Essen.
Aber was sind Kredite von 4 Millionen Euro erbracht durch die Sparer, die von der Sparkasse Essen anschließend abgeschrieben wurden, gegen die massierten Schulden die die Politik in der Amtzeit von Nowack, Reiniger und seine Treuen,
immer im Namen der Stadt Essen anhäuften
07:05
Niemand steht in Deutschland über dem Rechtsstaat - schön, dass es manchmal auch so gezeigt wird ! War der Promi-Bonus-Filz leider nicht genug Herr Nowack !
06:00
#3 von eimerweise : Besser kann man es gar nicht auf den Punkt bringen - BRAVO !
Mit dieser Nummer hat man nun viele Jahre rumgehampelt und die ganzen Mittäter sind mehr als gut weggekommen . Der SPD-Filz war insbesondere im Norden stark verbreitet und hatte in etwa mit Steele seine imaginäre Grenze . Man schusterte und schacherte sich alles aus dem großem Topf zu , wo es nur ging . Leider sind von den Mittätern heute noch einige in Amt und Würden und werden zeitnah mit hohen Pensionsgeldern nur aus der ersten Reihe der SPD-Bühne verschwinden !
23:58
was lange währt......
23:50
Wichtig ist es, JETZT den Stadtverwaltern auf die Finger zu schauen. Denn das, was Jahre an Justizarbeit kostet, und worauf man sie später schlecht festnageln kann geschieht genau in diesem Augenblick. Gebt der Korruption, der Postenschieberei, der Selbstbedienung und der Schützenhilfe im Amt und Verwaltung, in Tochtergesellschaften und sonstigen "amtlich bestellten" Abzockfirmen keine Chance.
Dies - und nichts anderes - ist die tatsächliche Ursache der kommunalen Verschuldung.
23:20
Sozialistische Selbstbedienung mit freundlicher Unterstützung und bezahlt vom Wahlvieh!