Ex-Behördensprecher muss 1500 Euro für Penis-SMS zahlen
09.10.2012 | 11:29 Uhr 2012-10-09T11:29:24+0200
Essen/Magdeburg. Schmuddel-SMS an eine Ex-Bewerberin aus Essen haben den Sprecher eines Ministeriums in Sachsen-Anhalt nicht nur den Job gekostet, sondern auch 1500 Euro. Nachdem das Strafverfahren gegen den Mann gegen Zahlung von 1000 Euro eingestellt wurde, erstritt die 36-Jährige am Dienstag weitere 500 Euro Schmerzensgeld.
5000 Euro Schmerzensgeld hatte Steffi Z. (Name geändert) gefordert, weil sie mit Schmuddel-SMS inklusive Penis-Fotos belästigt worden war - insgesamt 1500 Euro hat sie am Ende vor Gericht erstritten. Seit Dienstagmittag kann die Journalistin aus Essen einen Schlussstrich unter das unappetitliche Nachspiel einer Bewerbung ziehen. Ihr Zivilprozess vor dem Landgericht Magdeburg gegen den ehemaligen Sprecher eines Ministeriums in Sachsen-Anhalt endete mit einem Vergleich.
Zur Erinnerung: Im Januar hatte Steffi Z. unvermittelt SMS bekommen. Zunächst schickte ihr der unbekannte Absender Komplimente ("Du bist sehr schön"), stellte dann aber rasch anzügliche Fragen und sendete der damals 35-Jährigen am Ende gar das Bild eines - angeblich seines - erigierten Penisses zu.
Strafverfahren gegen 1000 Euro Geldbuße eingestellt
Steffi Z. erstattete Anzeige, die Polizei verortete den Absender der Schmuddel-Nachrichten in Magdeburg. Dort hatte sich die Journalistin kurz zuvor um eine Stelle bei einem Ministerium beworben. Und ihre Unterlagen hatte eben jener Mann bekommen, von dessen Handy aus nun offenbar die belästigenden Nachrichten gesendet wurden. Das Ministerium reagierte prompt - und löste den Arbeitsvertrag mit dem Sprecher sofort auf.
Strafrechtlich ist der Fall bereits seit einigen Wochen beendet: Das Verfahren gegen den Ex-Behördensprecher sei gegen die Zahlung von 1000 Euro Geldbuße an die Betroffene eingestellt worden, berichtet Steffi Z.s Anwalt Burkhard Benecken. Sie sei mit dem Ergebnis zufrieden, sagt Z. selbst. "Mir war es wichtig, dass er merkt, dass das kein Dumme-Jungen-Streich war."
Ex-Ministeriumssprecher wirkte vor Gericht "peinlich berührt"
Dabei wollte die 36-Jährige es aber nicht belassen. Sie klagte auf 5000 Euro Schmerzensgeld - und stand am Dienstag zum ersten Mal dem Absender der Penis-SMS gegenüber. Ergebnis der Zivilverhandlung: Der Beschuldigte zahlt weitere 500 Euro Schmerzensgeld, als "Vergleichssumme", wie Jurist Benecken erklärt.
"Peinlich berührt" habe der Mann beim Gang in den Gerichtssaal gewirkt, sagt Steffi Z. Es sei gut, dass die Sache nun beendet ist. Sie habe zeigen wollen, dass es sich lohnt, sich zu wehren. "Wer so ein Zeug verschickt", sagt sie, "muss auch mit den Folgen leben."
Die Konsequenzen seiner Annäherungsversuche sind für den Mann mit den 1500 Euro ohnehin wohl kaum beendet. Er hat, so berichten Steffi Z. und ihr Anwalt von der Verhandlung, bislang keine neue Arbeitsstelle finden können.

05:38
Völlig richtig. Nur, weil einige ewig Gestrige glauben, sie könnten sich alles erlauben an Übergriffen und Profilneurose, darf man sich von "Neandertalern" nicht alles gefallen lassen.
05:22
...hätte dort MMS gestanden,wäre die Überschrift
immer noch falsch.Man versendet eine SM,oder eine MM.
Der dritte Buchstabe steht für Service,den nutzt man,versendet ihn aber nicht.
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22:15
Seltsame Art, diese Fernbefruchtung.Wahrscheinlich ist jetzt noch das Telefon schuld.
20:34
Vor allem ist die Überschrift falsch, denn wenn es sich um ein Foto gehandelt hat, war es vermutlich eine MMS.
20:05
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18:27
Müssen Überschriften in dieser Zeitung Worte wie "Penis-SMS" enthalten!? Ich dachte, für solche Wortschöpfungen seien andere Blätter zuständig.
15:00
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14:17
".....hat doch sehr den Beigeschmack der Selbstjustiz."
Sie wissen nicht, was Sie da schreiben.
Wenn man jemanden verklagt, ist das eben nicht Selbsjustiz.
Selbstjustiz wäre es, wenn sie ihm einen übergebraten hätte.
Ich bleibe beim "Beigeschmack" der Selbstjustiz. Der überzogene Mißbrauch von augenblicklicher Macht geht mir eben eher in diese Richtung.
13:55
Also, dass das ganze strafrechtlich geahndet werden musste: klar.
Aber 500, "Schmerzens"geld dafür, dass sie sich ein (männliches) Körperteil angucken musste. ?!?!
Entchuldigung, wie sehr kann man davon (als erwachsen Frau) psychisch/körperlich beeinträchigt werden ????
Es war nur ein Geschlechtsteil.
Woanders gibts schon Kasalla, wenn man seine Haare öffentlich zeigt.
Abgesehen davon entscheide ich, wessen Geschlechtsteil ich mir angucke. Schickt mir irgendeiner ein Bild von seinem, dann muss er/sie auch mit der Reaktion rechnen.
Das Opfer hat 5.000 Euro Schmerzengeld gefordert und 500 Euro bekommen.
Soweit zum Realismus der Klägerin bzw. ihres Anwalts.
Beziwehungsweise zu deren Raffgier.
Was wollen Sie mit Ihrem Satz "Woanders gibts schon Kasalla, wenn man seine Haare öffentlich zeigt. " zum Ausdruck bringen?
Wenn Sie sich das wünschen, dann sind Sie in Deutschland aber falsch!
- ich empfehle Ihnen Saudi-Arabien oder Afghanistan.
.
In Deutschland gibt es für das Versenden von Genital-Fotos eine Geldstrafe. Und das ist auch gut so!
Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass es woanders schon Kasalla gibt, wenn man seine Haare öffentlich zeigt. Steht doch da. Nicht auszudenken, was da los wäre, wenn man da sein Genital per MMS verschickt.
Und hier gibt es Kasalla, wenn man sein Genital per MMS verschickt.
12:39
ich finde das jemand der sich z uder Führungselite des Landes zählt, härter bestraft werde muss als ein Otto-Normalverbraucher.
Jeder Exhibitionist der seinen Dödel auf der Strasse aus der Hose hängen lässt geht in den Knast oder zahlt.
EIn Regierungsbeamter der seine Macht ausnutzt um seinen sexuellen Gelüsten zu frönen soll man hingegen mit Samthanschuhen anfassen und in Watte packen?
Nein, Vorbildmenschen sollten sich ihrer Rolle und ihrer Stellung bewußt sein und hier trifft eben das alte Sprichworr "wer hoch klettert fällt tief" zu.
Ich habe mit solchen Leuten kein Mitleid, ich wundere mich nur über deren Arrogant und Larmoyanz.
Der Typ scheint zwar seine Männlichkeit gern zeigen, nur männlich zu seinen Fehlern steht er nicht.
Mein Tip: Augen zu und durch.