Evonik will Logistik in billigere Tochterfirma auslagern

Was wir bereits wissen
  • Der Chemiekonzern Evonik plant Einsparungen bei der Logistik
  • Arbeitsplätze sollen in die Tochterfirma Ilas ausgelagert werden
  • In Essen könnten über 100 Beschäftigte betroffen sein

Essen.. Große Unruhe im Evonik-Werk an der Goldschmidtstraße: Der Chemiekonzern plant, seine Logistik bundesweit in eine Tochterfirma auszulagern. Bis Anfang 2017 soll dieser Schritt umgesetzt sein, bestätigte eine Unternehmenssprecherin. Allein in Essen könnten über 100 Mitarbeiter betroffen sein. Sie befürchten deutliche Lohneinbußen.

Evonik spricht dagegen von einer „langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze“. Entlassungen werde es nicht geben. Wie viel Evonik mit der Auslagerung sparen will, dazu wollte das Unternehmen jedoch keine Angaben machen. Erst vor wenigen Tagen hatte der Konzern für 2015 einen deutlichen Gewinnsprung verkündet. Der Gewinn schnellte um 74 Prozent auf 991 Millionen Euro in die Höhe.

In Marl betreibt die Evonik-Tochter Ilas die Logistik. In diese Firma sollen die Aktivitäten der anderen Standorte ausgegliedert werden. Die Beschäftigten in der Ilas werden nach einem Haustarifvertrag entlohnt, der bei 93 Prozent des Chemie-Tarifvertrages liegt. Außerdem gilt dort eine längere Wochenarbeitszeit. Außerdem würden Beschäftigte dort keine Gewinnausschüttung erhalten. Unterm Strich befürchten die Beschäftigten 20 bis 30 Prozent Einbußen. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Ralf Hermann hielt sich bedeckt, wie viele Mitarbeiter betroffen sein könnten: „Erstmal müsste man klären, was zur Logistik zählt.“