Evag will „Schoko Tickets“ bis Ende August zurück
28.07.2010 | 09:17 Uhr 2010-07-28T09:17:00+0200
Essen.Schüler des zweiten Bildungswegs haben kein Anrecht mehr auf das Schoko-Ticket. Wer das nicht bis zum 5. August abgibt, muss zehn Euro Verspätungszuschlag zahlen. Evag und VRR haben eine Übergangsregel ausgeschlossen.
Wer seinen Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg absolviert, soll bis zum 5. August sein „Schoko Ticket“ in einem Kundencenter der Essener Verkehrs-AG (Evag) abgeben – oder 10 Euro Verspätungszuschlag zahlen. Dies geht aus einem Schreiben der Evag hervor, das nun alle betroffenen Schüler des Ruhr-Kollegs, der Abendrealschule, der Volkshochschule und des Nikolaus-Groß-Abendgymnasium zugegangen ist. Vorangegangen ist ein Beschluss des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der Schüler des zweiten Bildungswegs ab August vom vergünstigten Ticket für Schüler ausschließt.
Ulrike Hasselmann, Mutter des 25-jährigen Ruhr-Kolleg-Schülers Tobias hält das für „eine Frechheit. Da sich mein Sohn momentan im Urlaub befindet, kann er das Ticket nicht rechtzeitig zurück geben und muss Strafe zahlen. Wissen die denn nicht, dass gerade Sommerferien sind, oder dürfen Kollegschüler etwa keine Ferien machen?“ Auf Rückfrage der NRZ zeigt sich die Evag kulant: „Wegen der Schulferien reicht es aus, wenn die Schüler ihre Tickets bis Ende August bei uns abgeben. Wir werden bis dahin weder Mahnungen verschicken, noch Gebühren erheben“, sagt Evag-Sprecher Christoph Lemke.
Übergangsregel
ist ausgeschlossen
Nachdem die Schüler des Ruhr-Kollegs im Juli ungefähr 200 Unterschriften für „ihr Schoko Ticket“, so Schülersprecher Thorsten Bartel, gesammelt hatten und mit weiteren betroffenen Schülern aus dem Ruhrgebiet vor die VRR-Zentrale nach Gelsenkirchen gezogen sind, steht nun fest: „Es wird keine Übergangsregelung für Schüler des zweiten Bildungswegs geben. Das hat unsere juristische Prüfung ergeben“, so ein VRR-Sprecher.
Rolf Dieler, Leiter des Ruhr-Kollegs, kann diese Wendung nicht verstehen. Er war nach der Demonstration beim Gespräch mit dem VRR mit dabei: „Es überrascht mich, dass der VRR nun so entschieden hat. Ich hatte verstanden, dass man wohlwollend und kulant bis zur Gesetzesänderung verfahren wolle – wie in den vergangenen acht Jahren auch.“
Dies sei dem VRR aber nicht möglich: „Eine Übergangsregelung für einzelne Schulformen würden gegen das Gesetz verstoßen. Jede Tarifänderungen muss von der Bezirksregierung genehmigt werden“, heißt es seitens des VRR. Eine Ausnahme nur für Kunden der Evag – so wie von ihrem Aufsichtsrats-Chef Wolfgang Weber (SPD) ins Gespräch gebracht – wird es auch nicht geben: „Da sind uns die Hände gebunden. Wir müssen uns an die VRR-Vorgaben halten“, erklärt Jose Castrillo, Leiter des Evag-Kundenmanagements: „Der politische Wille, Schulen des zweiten Bildungswegs einzubeziehen, ist da.“ SPD, Grüne und Linke haben sich dafür ausgesprochen. Nun muss der Landtag entscheiden.
15:14
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22:47
Die Statements Leistung muß sich wieder lohnen passen nicht zu den Taten. Wer schon mühsam den zweiten Bildungsweg beschreitet, wird nicht gefördert.
Es mag zwar ein paar Leute geben, die gut verdienen und das ermäßigte Ticket auch auf dem Weg zur Arbeit nutzen, aber wer auf den zweiten Bildungsweg angewiesen ist, dürfte nicht gut verdienen. Außerdem könnte man da leicht eine Klausel einführen, daß das Schokoticket nur bis zu einer Einkommenmindesthöhe erhalten wird.
22:40
... - na auf die Durchsetzbarkeit des Verspätungszuschlages darf man ja mal gespannt sein!
17:33
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16:09
@3 von Pisa-Studie ist doch shitegal
Wir müssen mehr für die Bildung tun. Ja.
Aber wir müssen keinen der den zweiten Bildungsweg geht, durch subventionierte Tickets, auch noch einen billigen Weg zur Arbeit oder andere Fahrten ermöglichen.
14:51
@ #8 von MANFREDM:
Wenn Sie tatsächlich Rentner sind, dann nutzen Ihre Zeit doch sinnvoll damit, sich über die Hintergrundinformationen zu einem Artikel schlau zu machen, bevor Sie Ihn kommentieren.
Der zweite Bildungsweg erstreckt sich zu einem großen Teil auf Personen, welche älter als 20 oder 30 Jahre alt sind. Dieser Personenkreis ist in der Regel sehr gesittet und neigt nicht zu Vandalismus, wie es vielleicht mancher Schüler im ersten Bildungsweg tut.
14:11
Die Frage wäre für mich jetzt: dürfen die Umschüler denn dann wenigstens das etwas günstigere YoungTicket beziehen, das normalerweise Praktikanten und Azubis bekommen? Oder müssen die nun direkt das Ticket 1000 bzw 2000 kaufen?
13:53
Mal abgesehen davon wie albern das alles ist - seitens EVAG und Co, aber der 5. August ist für mich nicht Ende August...
13:39
Die Bahnler könnten das Geld ja auch von der Polizei eintreiben lassen. So würde dann aus dem Schoko Ticket ein Soko Ticket.
13:16
@Derspack ich glaube aber Umschüler konnten bis dato auch ein solches Ticket beantragen, ab jetzt nur noch die die den ersten Bildungsweg machen. Aber sicher bin ich mir da in der Tat nicht...hatten das in der letzten Versammlung der SPD, ist leider keine Ente...dieses Ticket wird abgesetzt da die Gelder fehlen. :(