Evag macht U-Bahnhof „Rathaus“ für Fahrgäste sicherer

Foto: Knut Vahlensieck

Ein Brand in der U-Bahn – für die Verantwortlichen bei der Essener Verkehrs-AG (Evag) ist dies ein Horrorszenario. Sollte im Tunnel ein Feuer ausbrechen, könnten Sekunden über Leben und Tod entscheiden. In diesem Wissen rüstet die Evag ihre unterirdischen Bahnhöfe nach und nach mit neuer Brandschutztechnik aus. Die U-Bahnstation „Rathaus“ ist die nächste in der Reihe. Ende Februar sollen dort die Arbeiten beginnen.

Sollte es brennen, wie schnell verteilt sich dann der Rauch? Wie viel Zeit bleibt den Fahrgästen, um sich in Sicherheit zu bringen? Anhand von Rechenmodellen hat die Evag diese Fragen für den 35 Jahre alten U-Bahnhof durchgespielt. Damit Fahrgästen in Ernstfall Zeit gewinnen, wird die Evag die vier Treppenaufgänge mit einer Konstruktion aus Stahl und Glas einfassen und mit Türen versehen, so dass Flüchtende länger vor Rauch geschützt sind, wenn es denn einmal brennt.

Damit nicht genug: Die Evag investiert auch in neue Sicherheitstechnik. So kann die Feuerwehr künftig Fahrgästen Anweisungen geben, wie sie sich im Fall der Fälle verhalten sollen. Zunächst wird jedoch die tiefer gehängte Decke entfernt. Diese sei abgängig, die Dämmmatten, die sich dahinter verbergen, entsprächen nicht den heute gültigen Brandschutzvorschriften, so Evag-Ingenieur Bertram Gröpper: „Wenn wir was machen, dann machen wir es richtig.“ Das verlangt auch der Gesetzgeber; bei baulichen Veränderungen, die einer Genehmigung bedürfen, ist die Evag gehalten, den Brandschutz den geltenden Vorschriften anzupassen.

2,5 Millionen Euro lässt die Evag sich in den Umbau des U-Bahnhofes kosten. Gearbeitet wird übrigens vor allem in Nachtschichten, denn angesichts von 40 000 Fahrgästen pro Tag, komme es nicht in Frage, die Station auch nur vorübergehend vom Netz zu nehmen. Die Arbeiten werden sich deshalb hinziehen, die Evag rechnet mit 20 bis 24 Monaten. Am Ende soll der U-Bahnhof heller und freundlicher aussehen, für die künstlerische Note sorgen neue Fliesen. Schritt für Schritt soll es danach weitergehen. Die nächste Station auf der Liste ist der U-Bahnhof am Berliner Platz. Ende des Jahres soll es dort losgehen. Binnen zehn Jahren will die Evag mit der Modernisierung der U-Bahnhöfe durch sein. 50 Millionen werden dann verbaut sein.