Evag: Kurzstrecken erscheinen bald auf der App

Ab Sommer zeigen die Apps der Essener Verkehrsgesellschaft Evag und des VRR auf dem Handy auch Kurzstrecken an.
Ab Sommer zeigen die Apps der Essener Verkehrsgesellschaft Evag und des VRR auf dem Handy auch Kurzstrecken an.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ab Juni ist auf dem Handy erkennbar, ob für die gewählte Strecke mit Bus oder Bahn der preisgünstige Kurzstrecken-Tarif gilt. Die EVAG- App wird angepasst.

Essen.. Das Rätselraten darum, ob eine vom Fahrgast ausgewählte Linienverbindung möglicherweise eine preisgünstige Kurzstrecke ist, wird spätestens im Sommer beendet sein. Die Essener Verkehrsgesellschaft Evag sowie die anderen VRR-Verkehrsbetriebe werden den EDV-Spezialisten im Verkehrsverbund bis Ende Mai alle nötigen Daten verschaffen, damit bei der Fahrplanauskunft und für den Ticketkauf auch die Kurzstrecken detailliert auf der Handy-App und auf der Internet-Seite angegeben werden.

Dies beschloss gestern der Verwaltungsrat des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR) und zog damit einen Schlussstrich unter das leidige Thema Kurzstrecke. Bisher erfahren Fahrgäste nur am Aushang der jeweiligen Haltestelle, ob sie mit dem Kurzstreckentarif für 1,60 Euro fahren können, oder ob sie das normale Ticket für 2,60 wählen müssen.

Auf der App und im Internet werden nur die Normaltarife angegeben. Immerhin ist seit Sommer der Hinweis hinzugefügt worden , dass „eventuell auch ein Kurzstreckentarif“ möglich ist. Damit reagierte man auf die öffentliche Kritik wegen der nicht korrekten Preisauskünfte.

Festlegung bisher von Stadt zu Stadt unterschiedlich

Dass der zuständige Verkehrsverbund VRR die Kunden bisher nicht besser über Kurzstrecken informieren konnte, begründete er damals mit dem Argument, dass die Festlegung von Kurzstrecken von Stadt zu Stadt unterschiedlich sei. Jetzt ist es aber doch möglich. Begründung: Nunmehr seien viele Kurzstrecken im Verbundsystem „vereinheitlicht“. Heißt: Sie gelten nur für Busse-, Straßen- und U-Bahnen und sind im Regelfall auf drei Haltestellen und bis zu einer Wegstrecke von 1,5 Kilometer begrenzt.

Die Essener Verkehrsgesellschaft will nun dafür sorgen, dass der VRR die Kurzstrecken für das Essener Stadtgebiet in die elektronische Fahrplanauskunft und in die App einspeisen kann. „Das schaffen wir rechtzeitig“, ist sich EVAG-Sprecher Olaf Frei. Auch die Evag-App wird angepasst.

Die Entscheidung des VRR-Verwaltungsrates, ab Juni Handy-Zehnertickets auch für Kurzstrecken anzubieten, und zwar für 13,60 Euro und damit 15 Prozent günstiger, wird von der Evag ausdrücklich gelobt. Frei: „Wir begrüßen alles, was dem neuen Vertriebssystem nützt. Die Menschen wollen flexibel entscheiden. Da passt das Handy-Ticket wie die Faust aufs Auge.“ Die Evag hat schon über 12 000 registrierte Nutzer – und will mit Handyticket-Angeboten gerade auch jüngere Kunden locken.