Evag klagt über mehr Vandalismus
21.01.2009 | 12:21 Uhr 2009-01-21T12:21:00+0100
KRIMINALITÄT. Aufzug nach nur einem Tag wieder außer Betrieb. Immer mehr Graffiti in Bahnhöfen.
Mutwillige Zerstörungen bereiten der Evag Kosten und deshalb zunehmend Kopfschmerzen. Jüngstes Beispiel: Der Aufzug am U-Bahnhof Kaiser-Wilhelm-Park in Altenessen. Zwei Monate stand der gläserne Fahrstuhl still, weil Unbekannte eine Scheibe eingetreten hatten. Ersatz musste erst vom Hersteller angefertigt werden. Anfang der Woche konnte die Evag den Aufzug endlich wieder in Betrieb nehmen - für genau einen Tag. Da war auch schon die nächste Scheibe zu Bruch gegangen, und wieder wurde sie eingetreten. "Mindestens sechs Wochen dürfte es dauern, bis das Glas ersetzt werden kann und die technische Aufsicht den Aufzug wieder frei gibt", schätzt Evag-Ingenieur Bertram Gröpper und schüttelt den Kopf: "Im Moment ist es einfach eine Katastrophe."
Eingeschlagene Scheiben sind nur eine Facette des Problems, Graffiti eine andere. Wer mit der U-Bahn unterwegs ist, kann sie nicht übersehen: Ob Rheinischer Platz, Berliner Platz oder Viehofer Platz - überall verschandeln Schmierereien die Wände. Auch vor dem U-Bahnhof Hirschlandplatz, vor kurzem erst saniert und farblich neu gestaltet, machen die Sprayer nicht halt. "Wir rollen ständig mit Farbe hinterher", so Gröpper resignierend.
Besonders augenfällig ist das Ausmaß am Viehofer Platz. Der U-Bahnhof war einst von der Künstlerin Gabriele Stirl und Jugendlichen im Rahmen eines Projektes zur Beschäftigungsförderung künstlerisch gestaltet worden. Die Wände sind inzwischen so stark besprüht, dass das Kunstwerk nicht mehr zu retten sei. Da hilft auch kein Schutzanstrich. "Bevor die lossprühen, rauen sie die Wände auf, damit die Farbe tief ins Mauerwerk eindringt", berichtet Gröpper. Gegen soviel kriminelle Energie ist kein Kraut gewachsen. Bei der Evag denken sie deshalb darüber nach, die Stribl-Bilder komplett zu übermalen.
Auf bis zu fünf Millionen Euro jährlich beziffert Evag-Sprecher Nils Hoffmann den Schaden, der dem Nahverkehrsunternehmen durch mutwillige Zerstörungen entsteht, allen voran durch Graffiti. "Offenbar gibt es in Essen eine sehr aktive Sprayer-Szene." Die Polizei registriert "eine steigende Tendenz" bei Sachbeschädigungen durch Graffiti. Fotos und Filmchen von Farbanschlägen auf Waggons und Wände sind im Internet zu sehen. "Das gibt wohl den Extra-Kick", vermutet Hoffmann. Was tun? Die Evag prüft, die U-Bahnanlagen mit weiteren 600 Kameras auszurüsten, zusätzlich zu jenen 250, die ausschließlich die Bahnsteige überwachen. Kosten: etwa zwei Millionen Euro.
16:24
Das es auch anders geht, sieht man auf www.gigopropaganda.com
Der Essener Künstler Gigo hat den Viehofer Platz vor ein paar Monaten neu gestaltet.
15:50
Derart vollgeschmierte hässliche Wände sind genauso wenig Kunst, wie eingeschlagene Aufzug-Scheiben, vollgepisste Ecken, vollgespuckte Bänke oder abgefackelte Fahrplan-Kästen!
Die ganze Grafittis am Viehofer Platz schaffen ja schon eine Atmosphäre, daß man beim Laufen durch den Gang autmatisch immer schneller wird, weil man Angst hat demnächst überfallen zu werden.
Von legalen Flächen verspreche ich mir kaum Besserung. Ich glaube kaum, daß die Urheber dieser Kunstwerke einen U-Bahnhof vollschmieren, aus Not, weil sie nirgendwo anders ihre Kunst zum Ausdruck bringen könnten. Eine legale Fläche wäre für die wahrscheinlich einfach nur uncool und legale Sprayer werden von denen wahrscheinlich auch eher nicht bewundert sondern als Loser oder Weicheier ausgelacht.
Außerdem hat man am Viehofer Platz ja bei der Errichtung eine ganze Stange Gedl ausgegeben um den Bahnhof von einer Künstlerin kunstvoll gestalten zu lassen. Nur sieht man von der Kunst, dank dem Geschmiere mittlerweile nichts mehr.
Da helfen wie schon oft geschrieben, einfach nur mehr Überwachungskameras, deren Monitore dann aber auch rund um die Uhr besetzt sind, damit dieses Pack sofort festgenommen werden kann. Und am Besten sollen die dann ihre Kunstwerke selber wieder überstreichen, und die Materialkosten für Farbe und Werkzeug dann im Knast wieder abarbeiten, damit die mal am eigenen Leibe erfahren, was für eine Arbeit die eigentlich verursachen.
14:03
Bevor die lossprühen, rauen sie die Wände auf, damit die Farbe tief ins Mauerwerk eindringt
Haha...noch nie so einen Schwachsinn gehört!
Aber euch OttoNormalVerbrauchern kann man ja alles erzählen!
Wenn ich solche Berichte lese, scheint mir als gäbe es in Deutschland keine anderen Probleme als Graffiti.
Sprüher werden härter bestraft als Pädophile?
1-3 Jahre Knast für Sachbeschädigung?
5 Jahre Bewährung für Kinderschänder?
Ist schon richtig so. Ein Kind gehört ja schließlich nicht der Allgemeinheit und den Schaden sieht man nicht so offensichtlich wie bei einem vollgeschmierten U-Bahnhof.
Sicher ist es nicht schön, wenn irgendwelche Spinner künstlerisch gestaltete Wände mit so einem Dreck wie auf dem Bild da oben vollrotzen, aber das es auch hochwertige illegale Graffiti gibt, kann man natürlich in so einem Bericht nicht erwähnen oder schlimmer noch zeigen...hinterher findet das noch jemand schön bunt!
Gerade der Ruhrpott hat da einiges zu bieten.
Ich denke da an Ei-Crew, BH´s, SMG, Y2K und und und...
Schöne bunte Sachen an schnöden grauen Wänden!
Und was ist überhaupt mit den ganzen Werbeplakaten?
Sind die schön oder was?
Wer gibt den großen Firmen das Recht unsere Städte so vollzumüllen?
Das Geld?
Ach so!
Na dann lass ich mich im Frühjahr gerne wieder mit gephotoshopten halbnackten Models in CityLightPostern an Bushaltestellen bombardieren!
Gilt das eigentlich schon als sexuelle Belästigung?
*(...)*
20:47
Das ist die ich schaue weg und ist mir doch scheiß egal mentalität von uns allen und gerade deswegen nutzen die Täter dieses aus, und dann sei gesagt, würde die U-Bahn deutlich öfters und länger fahren, würden die Bahnhöfe alleine schon durch Fahrgäste und Fahrer beobachtet, aber die Evag ist ja contra Bahn und pro Bus eingestellt, da darf sich die Evag nicht wundern wenn nachts sich Leute durch die Schächte treiben. Und der U-Bahnhof Planckstraße wird nachts gar nicht abgeschlossen.
14:28
die oben getroffene bildauswahl ist natürlich auch schön plakativ. ich gehe jede wette ein, dass das gros der sprayer mit solchem geschmiere selber nichts anfangen kann. es gibt unzählige webseiten, die dokumentieren, was in den augen der sprayerszene unter qualitativem graffiti verstanden wird. und diese werke, seien sie nun legal oder illegal produziert, spiegeln eine völlig andere ästhetik wieder, als diese höcht manipulative bildauswahl oben. man schaue sich alleine an, welchen einfluss graffiti und streetart auf die ästhetik von werbung, design und kunst in den letzten jahren genommen hat. insofern wäre ich vorsichtig mit aussagen, die sprayer allesamt über einen kam scheren. unter garantie waren die täter dieser werke auf den gezeigten fotos nicht älter als 16 jahre. selbst die ersten dokumentierten graffitiarbeiten aus den 70er und 80er jahren in new york liegen qualitativ um ein vielfaches höher als das hier gezeigte geschmiere. ich würde daher empfehlen, dieses gekritzel nicht der sprayerszene zuzurechnen.
aber das ist sicherlich für die meisten leser hier schon zu viel der worte. in diesem fall verhält es sich wie so oft: jeder dahergelaufene meint sich ein urteil erlauben zu können, leider jedoch auf basis von absolutem halbwissens. wenn es dann auch noch in radikalität und selbstjustiz abdriftet, wie einige beiträge hier belegen, kann man sich jede diskussion eigentlich sparen, und hoffen, dass die urheber dieser statements NIEMALS in irgendeine verantwortungsvolle entscheidungsposition kommen. wohin sowas führt kennen wir deutschen ja.
abchliessend kann man da nur auf das treffende sprichwort wenn man keine ahnung hat einfach mal die fresse halten verweisen ;)
17:37
Es handelt sich hier um Zerstörung aufwendig gestalteter Flächen und nicht von Verschönerung einiger grauer Wände.
Da fehlt meiner Meinung nach die Basis zur Bereitstellung freier Flächen für Spayer.
Hilft also nur mehr Kontrolle, besser Täter-opfer-Ausgleich.
15:15
Pack, Asoziale.... hier fallen mal wieder schnell markige Worte. Sprühdosen verbieten? Auch gut! Genauso wie Brotmesser und Schraaubenzieher, kann man ja auch irgendwie missbrauchen....
Sicher ist es nicht schön wenn öffentliche U-Bahnhöfe derart zugekleistert werden wie auf dem Bild oben. Darüber hinaus ist es illegal, die Verursacher gehören ermittelt und bestraft.
Aber: 1. wer in Essen legale Wände sucht wird kaum fündig werden.
2. Graffiti pauschal jeden ästhetisch-künstlerischen Wert abzuerkennen ist eindeutig zu kurz gedacht und offenbart ein merkwürdiges, egozentrisches Kunstverständnis.
Meine Vorschläge: INNENSTADTNAHE und SICHTBARE Möglichkeiten für legales Sprühen einrichten; öfter mal einen Wettbewerb ausrichten (vielleicht auch sponsored by Evag?); vielleicht mal die Gestaltung eines Straßenzuges, wie etwa in Duisburg erlebt, ermöglichen (war eine Stichstrasse in Marxloh im Umfeld eines JZ, also nicht gerade beste Wohngegend, es wurde von den wenigen Einwohnern als Aufhübschung angesehen, etwa 100 glückliche und friedliche Teilnehmer, viele Normalos standen staunend daneben und waren vom Entstehungsprozess fasziniert, als Nebeneffekt wurde Sprayen teilweise als das anerkannt was es ist, eine Möglichkeit der farbenfrohen künstlerischen Betätigung).
Aber was red ich hier, die Vorschläge wie: mit dem Gesicht der Sprayer wieder von der Wand abreiben werden das Problem sicherlich leichter aus der Welt schaffen :-)
----Wer Ironie entdeckt kann sich freuen und diese behalten
14:16
Den Unsinn von schönen Graffitis kann ich nicht mehr hören. Das ist pure Sachbeschädigung mit immensen Folgekosten: Zum einen natürlich die Kosten für die Schdensbeseitigung aber auch fehlende Einnahmen, weil Bürger sich in diesem Raum ungeschützt fühlen. Das widerum führt zu Fahrpreiserhöhungen und trifft jeden von uns.
Dahe ist jegliches Schönreden des asozialen Handelns kontraproduktiv.
13:43
die sollen mir einen job zum auflauern geben ....bin sofort einsatzbereit...und hab suche dringend eine arbeitstelle!!!
12:15
Legale Flächen für Sprayer?
Dieses Pack kann sich im Leben ja mal anstrengen, Eigentum erwerben und dann das eigene Haus mit diesem Müll verschönern!